Santa Claus ist jetzt schwarz und schwul

Konservative in Amerika gehen an die Decke – wegen eines Kinderbuchs. «Santa’s Husband» soll Kindern zeigen, wie normal es ist, anders zu sein.

Viele konservative US-Amerikaner befinden sich in einem ganz persönlichen Kampf. Dem selbsterfundenen «War on Christmas», zu Deutsch «Krieg gegen Weihnachten». Ganz simpel zusammengefasst verbirgt sich hinter diesem Begriff die selbstgerechte und hysterisch aufgebauschte Anschuldigung, das Konzept von Weihnachten werde durch Begriffe wie «Frohe Feiertage» oder die Idee, dass «Santa Claus» auch schwarz sein könnte, immer mehr verdrängt.

Fun Fact: Donald Trump hatte den Weihnachtskrieg sogar in seinem Programm beim Präsidentschaftswahlkampf mit drin. «Du gehst in Läden und liest das Wort Weihnachten nicht mehr. Überall heisst es immer nur Feiertage. Ich will wissen: Wo ist Weihnachten geblieben?». Bitch, please.

Der schwarze Santa und sein Ehemann

Genervt von lächerlichen Aussagen wie dieser – mal ganz abgesehen davon, dass «X-Mas» gerade in den USA auch weiterhin wohl so exzessiv und passioniert gefeiert wird, wie an keinem anderen Ort der Welt – twitterte der Autor Daniel Kibblesmith vor ziemlich genau einem Jahr, dass er und seine Frau dem gemeinsamen Kind nur von einem schwarzen Weihnachtsmann erzählen werden. Sollte es einen weissen sehen, so wäre er Santas Ehemann.

Dass dieser ironische Tweet zwölf Monate später als handfestes, international diskutiertes Kinderbuch in den Regalen der Buchhandlungen liegt, hätte sich Daniel wohl nicht träumen lassen. Und doch: Sein superhübsch illustriertes Buch «Santa’s Husband» über den dunkelhäutigen Herrn Santa Claus uns dessen weissen, fröhlichen Ehemann ist eine Ode an die Vielfalt, die Familie und gemeinsame Traditionen.

Weihnachten gehört uns allen


Vielfalt, Zusammenhalt, Liebe, Frieden. Dagegen wird wohl keiner was haben, sollte man meinen. Stimmt aber natürlich nicht. Sieht man sich die Reviews zu «Santa’s Husband» alleine auf Amazon an, fällt auf: Die meisten Rezensionen sind entweder voller Lob oder eben so richtig mies. «Dreckiger Abschaum. Hört auf, unsere Kinder mit eurer Entartung zu manipulieren», heisst es da etwa, oder: «Unsere Gesellschaft geht den Bach runter, es gibt keine Moral und keinen Anstand mehr».

Anstatt jedoch einfach nur ein provokatives Statement zu setzen, um konservativen Rechten ans Bein zu pissen, steckt hinter Kibblesmiths Idee eine starke Message: «Wenn überhaupt, geht es darum, dass es genug Raum für alle Menschen und alle Traditionen gibt. Es zeigt auf, dass Weihnachten niemandem alleine gehört. Es ist ein Weihnachtsbuch, das die Einzigartigkeit aller Menschen und aller Familien feiert», sagt der Autor.
 


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198 Kommentare

Ueil vor 8 Tagen
...man kann Dinge auch erzwingen. Manche Leute befassen sich ausschliesslich mit Gender-Identity und ziehen ihre Kinder da mit rein, statt ihnen ein offenes Weltbild zu vermitteln. Die tun mir so verdammt leid.
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Mari vor 9 Tagen
Über Kinder und Umgang. Hatte da neulich ein wunderbares Erlebnis mit meinem Sohn. Er hat ein neues Hörspiel von wem bekommen, über ein schwules Känguru (so politisch mega korrekt, Kinder aufklären und so, alle sind gleich und so) Nach ner Weile kam er und fragte "Mama, was heisst schwul?"-"Das ist wenn Männer Männer lieben"- "Ah das...(überlegt) und warum müssen die das extra sagen, dass das Känguru schwul ist? Ist doch egal wen er liebt?" Und dann durfte ich erklären, warum man das überhaupt explizit betonen muss und allein schon dadurch stand er kurz davor, sich zu fragen, ob es wohl doch nicht so normal ist, wenn es doch extra betont werden muss...
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Kiki vor 9 Tagen
Lasst doch die Weihnachtsgeschichte wie es sein soll!!!!Traditionell..Das ist nicht normal..würde ich keinem Kind schenke!!!!
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Gerry vor 9 Tagen
Also ich habe nie etwas anderes gedacht, als das Santa Schwarz und Schwul sei.
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