Sailor Moon und Frauenpower

Mit überladener Kitsch-Ästhetik, kurzen Miniröckchen und der Macht des Mondes auf einer Mission für Gerechtigkeit, Vielfalt, Liebe und Girlpower. Warum Sailor Moon eine der Ikonen des neuen Feminismus ist.

Eine der wohl kultigsten Anime-Serien aller Zeiten wird endlich auch in unseren Weiten als Neuauflage unter dem Titel «Sailor Moon Crystal» ausgestrahlt. Wir sprechen mit Model, Künstlerin und Aktivistin Liz Blancanieves, deren Lebensstil und Philosophie stark vom feministischen Ansatz der japanischen Kultfigur beeinflusst wird, über die Vorreiter-Rolle Sailor Moons im Zeitalter des Neo-Feminismus.

Hallo! Erzähl uns kurz wer du bist und was du machst!
Also ich heisse Liz, wohne in Wien, bin 20 Jahre alt, mache Kunst und liebe Menschen und Tiere.

Dein Auftreten ist sehr bunt und auffällig. Wie reagiert dein Umfeld auf dich?
Klar gibt es immer wieder Leute, die ein bisschen blöd schauen oder auch einen dummen Spruch ablassen. Damit kann ich aber leben. Menschen sind sehr leicht zu verunsichern, wenn sie etwas nicht kennen.

Sailor Moon Crystal wird ja jetzt bei uns ausgestrahlt – freust du dich?
Die Neuauflage ist ganz okay, aber das Original gefällt mir schon tausendmal mehr. Ich würde mich mehr freuen, wenn sie die alten Folgen, die viel komplexer waren und noch mehr auf die Charaktere eingegangen sind, einfach wieder im Fernsehen senden würden!

Sailor Moon hatte und hat ja einen grossen Einfluss auf die neue, junge queer-feministische Welle – wie erklärst du dir das?
Sailor Moon zeigt: du kannst praktisch alles! Du kannst ein Mädchen, verliebt, verträumt, ein bisschen tollpatschig sein und weinen, wenn dir danach ist, dich für Mode interessieren und trotzdem die Welt retten! Der Hauptcharakter Bunny (Sailor Moon) hat all diese «typisch Mädchen»-Eigenschaften.

Aber diese Eigenschaften machen sie nicht weniger stark und mächtig! Auch die anderen Sailor-Kriegerinnen (Anm.: Das Team um die Mondprinzessin Sailor Moon, bestehend aus Mädchen mit Superkräften) haben alle ihre besonderen Charaktereigenschaften, Schwächen und Stärken – ohne dabei zu dümmlichen, schwachen Nebenfiguren degradiert zu werden.

Im Gegenteil spielen in der Serie sogar Männer eher eine untergeordnete Rolle. Und dann kommen noch die queeren Charaktere dazu. Es gibt schwule und lesbische Pärchen aber auch Intersexualität und Gender-Fluidity wird thematisiert. Geschlechtsidentitäten und Sexualität in allen Formen spielen eine grosse Rolle in der Serie, werden aber nicht als abnormal behandelt – sie gehören einfach dazu.

Kritiker argumentieren oft mit der sexualisierten optischen Darstellung der Charaktere. Sehr kurze Röcke, lange Beine, grosse unschuldige Augen.
Es ist natürlich für den Storyverlauf nicht unbedingt notwendig, die Sailor-Kriegerinnen so darzustellen. Es hat aber wohl einerseits viel mit der allgemeinen Ästhetik der Serie zu tun und auf der anderen Seite geht es halt um «ganz normale Mädchen», die eben mit ihren Kräften nebenbei die Welt retten.

Und viele Mädchen mögen eben Mode und ziehen sich auch gerne etwas auffällig oder sexy an. Ich kenne das von mir selber – ich trage auch gerne kurze Röcke, aber das gibt niemandem das Recht, mich gegen meinen Willen zu sexualisieren.

Wie schon oben angesprochen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Hauptcharaktere, die alle einen anderen Stil verkörpern, ohne sexistische Rollenklischees zu unterstützen. Welche ist deine liebste Sailor-Kriegerin?
Sailor Moon! Ich kann mich mit ihr sehr gut identifizieren und ich habe auch sehr viel von ihr gelernt. Ich bin Bunny sehr ähnlich, ich bin faul, ein bisschen naiv und launisch aber ich kann nicht wegsehen, wenn Ungerechtigkeit passiert.

Und was ich von Sailor Moon gelernt habe, ist, dass niemand von Grund auf böse ist. Böse Handlungen entstehen meistens aus Zweifel an sich selbst. Wenn Sailor Moon ihre Gegner besiegt, tötet sie sie nicht, sondern hilft ihnen dabei, wieder zu sich selbst zu finden.


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2 Kommentare

thommi vor 7 Monate
Ist ja nicht so, dass Frauen IRGENDWELCHE Anwandlungen von Fairness hätten, gar Dankbarkeit, gar irgendeinen Sinn von echter Gleichberechtigung gäben. Nein, nein, sich selbst am gleichen Mass zu messen, das scheinen Frauen schon rein kognitiv nicht zu vermögen. Nachdem die Frauen - die also selbst nicht den Funken an Gleichbetechtigung geben - letztlich alles aus der Gesellschaft parasitiert haben, was es an Goodies und unverdienten Privilegien auf Kosten von Männern - welche letzlich quasi alle Errungenschaften der Zivilisation überhaupt erst duch ihr männliches, nach Gerechtigkeit, Erkenntnis und Wahrheit strebenden, durch Tatendrang glänzenden männlichen Wesens in die Welt geboren haben ... nachdem Frauen dies nun alles in widerwärtigster Undankbarkeit und mit einem Spuck ins Gesicht alller Männer an sich parasitiert haben werden, und durch ihr vollkommenes Fehlen jegwelchen Sinns für Recht und Gerechtigkeit die Zivilisation in eine Unrechtsgesellschaft, eine Willkürdiktatur, eine Tyrannei umgewandelt haben werden, DANN werden sie immernoch keinerlei Einsicht zeigen, keinerlei Verantwortung übernehmen, keinerlei Verhaltensänderung zeigen.
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Gaby vor 2 Jahre
Find ich cool!
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