Bizarre Urlaubsfotos aus dem zerbombten Syrien

Unsere idealen Ferien? Weisse Strände und ein kristallblaues Meer. Eine junge Russin steht da eher auf Kriegsgebiete, Waffen und Panzerwagen – und sorgt damit für Diskussionen.

Während wir munter Selfies auf Facebook teilen, um mit unserem neuesten Outfit anzugeben oder auf Snapchat unsere paar wenigen Follower an völlig uninteressanten Alltagssituationen teilhaben lassen, protzt die junge Russin Maryana Naumova mit ganz anderen Methoden auf Social Media.

Die 17-jährige Sportlerin, die Powerlifting betreibt und auch als stärkstes Mädchen der Welt bezeichnet wird, verbringt gerade ihre persönlichen Traumferien in Syrien. Ganz richtig, da, wo der Bürgerkrieg gerade in vollem Gange ist, der schon Hundertausende Menschenleben gefordert hat. Sag mal, gehts eigentlich noch?

Selfies auf dem Panzer und mit dem Gewehr

Während sich hinter ihr ein Bild der Zerstörung zeigt, steht Maryana stolz auf einem verdreckten Panzerwagen. Als Untertitel für das Bild, das sie auf «VKontakte» – dem russischen Pendant zu Facebook – gepostet hat, steht in patriotischen Worten geschrieben: «Vor wenigen Stunden hat dieses Auto mit einem alten russischen Maschinengewehr geholfen, bewaffnete Kämpfer vom Kontrollpunkt zu vertreiben. Es ist ihnen nachgejagt und hat sie beseitigt.» Motorräder und Fahrer würden irgendwo hinter den Hügeln herum liegen. Sympathisch, die Posts der jungen Frau. Sieht schliesslich ziemlich idyllisch aus. Ironie off.

Ohne Skrupel scheint die Russin aufgeregt mit einem Maschinengewehr in der Hand in Aleppo zu posieren und die Schnappschüsse mit ihren 84'000 Social-Media-Freunden zu teilen, während sie in den Kommentaren motivierende Worte für ihre «Brüder» findet. Die Stadt sei zwar ohne Wasser, Strom oder Heizung; aber immerhin ohne Terroristen. Inmitten kriegerischer Handlungen steht die 17-Jährige und knipst munter lächelnd Selfies. Die Drohne, die während einer ihrer Ausflüge von einer Rakete abgeschossen wurde, fasziniert sie vielmehr, als sie zu schockieren.

Safari durch Syrien, Nordkorea und die Ukraine

Die Tour durch Syrien ist aber längst nicht ihre erste Krisengebietssafari. Maryana Naumova stattete bereits Nordkorea vor drei Jahren einen Besuch ab, nachdem sie Kim Jong-un in einem Brief um Erlaubnis für eine Einreise bat, sie bereiste auf Friedensmission 2015 die Ukraine und war im selben Jahr schon einmal in Syrien.

Statt uns in Lebensgefahr zu begeben, um in sozialen Netzwerken mit unserer Härte zu prahlen und damit Shitstorms auszulösen, lassen wir unsere Freunde dann doch lieber vor Neid erblassen, während wir in den Bahamas mit Schweinchen baden oder in Neapel die grösste Pizza der Welt verschlingen.


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72 Kommentare

S.K. vor 7 Monate
In Russland sehen selbst die Mannsweiber umwerfend aus.
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Silas vor 7 Monate
Wer gibt ihnen eigentlich das Recht in der Zeitung zu schreiben das sie das Opfer des tages sei?
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vitalij vor 7 Monate
schon krass wie die Russen fertig gemacht werden, habe als Russe nie eine eine Frau gesehen die in Syrien war. Von den Tausenden Russischen Studenten die einfach gar nie Probleme machen wird nie was berichtet, nur das Schlechte kommt in der Zeitung.
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Lück vor 7 Monate
Stimmt, dieses Mädchen (mehr ist sie nicht) ist total daneben. Da lobe ich mir doch all euch Strandtouris, wenn Ihr in Griechenland neben den Flüchtlingen am Strand die Sonne geniesst. Oder in Cran Canaria, die verzweifelten aus Afrika beschimpft, die euren tollen Strandurlaub stören. Momol, Daumen hoch
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