Der «Riot-Hipster» ist das peinlichste Meme des Internets

Während andere demonstrieren, macht er lieber ein Selfie vor brennenden Mülltonnen: Das Netz lacht den #riothipster mit Bart und Smartphone aus und macht ihn zum viralen Polit-Meme.

Der G20-Gipfel, der vergangenes Wochenende in Hamburg stattfand, setzte der Hansestadt extrem zu: Im Schanzenviertel, Heimat des linksautonomen Zentrums Rote Flora und Hipster-Flaniermeile der Stadt, gingen vermummte Randalierer und Gewalttouristen auf die Barrikaden. Fotos von brennenden Mülltonnen gibt es dementsprechend wie Sand am Elbstrand. Doch eines von ihnen ging viral: Ein hübscher junger Kerl, in Schwarz gekleidet, stellt sich vor eine brennende Barrikade – und macht erstmal ein Selfie. Mit einem iPhone 6. Ist das noch Kapitalismuskritik oder kann das weg?

Der Typ, dessen Name unbekannt ist, bettelt förmlich darum, zum Meme zu werden. Das Netz liess natürlich keine Sekunde verstreichen, um dem Bartträger diesen unausgesprochenen Wunsch zu erfüllen. So photoshoppten zahlreiche User den Mann unter dem Hashtag #riothipster in diverse Bildkulissen: Mal taucht der Krawall-Hipster vor der «Bastille» und in Edward Munchs «Der Schrei» auf, mal im Screenshot aus «House of Cards» oder auch zwischen Putin und Trump.

«Man sieht genau, dass das ein Fake ist»

Eine Frage beschäftigt das Netz jedoch sehr: Ist das peinliche Selfie überhaupt echt? «Jeder Mensch, der sich ansatzweise mit Photoshop auskennt, sieht genau, dass dies ein Fake ist», schreibt einer auf Twitter. «Qualitativ passt die Person nicht rein, die Konturen wirken zu scharf und von den Lichtverhältnissen brauche ich nicht wirklich zu reden.» Allerdings bestätigen mehrere Augenzeugen, den Mann vor Ort gesehen und wiedererkannt zu haben.

Egal, ob der Riot-Hipster jetzt echt oder fake ist – das Foto ist auf jeden Fall Grund für heftiges Kopfschütteln und eine angestossene Debatte: Denn der G20 war für viele, die nicht an konstruktivem politischem Aktivismus interessiert waren, bloss eine Möglichkeit, Schaufensterläden einzuschlagen, Autos anzuzünden und die Stadt zu zerstören – nur um der Zerstörung Willen. Dass das ein total beschissener Move war, findet auch Andreas Beuth, Sprecher der Roten Flora: «Wenn man anfängt, die kleinen Läden zu zerlegen und die Autos der Anwohner, dann habe ich da kein Verständnis für. Das wollen wir nicht, das muss unterbleiben», wie er im Interview mit «RP Online» sagt.

Hauptsache gegen das System

Denn sicherlich kratzt es keinen Trump oder Erdogan, wenn irgendwelche Gewalttouristen, die nur für das Spektakel anreisen, irgendwo «Fuck the system» hinschmieren – im Gegenteil, das bestärkt die Politiker möglichweise noch in ihrem Denken und wirft zudem ein beschissenes Licht auf die ganze linkspolitische Szene, die sich durch solche Aktionen immer mehr voneinander abspaltet. Wut im Bauch ist wichtig und berechtigt, aber hört doch auf, kleine Unternehmen, das eigene politische Zentrum und Viertel kaputt zu machen – das hat nämlich nichts mit Kapitalismuskritik zu tun. Genauso wenig, wie ein verdammtes Selfie vor der Verwüstung zu machen. 


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64 Kommentare

Chris vor 4 Monate
"aber hört doch auf, kleine Unternehmen, das eigene politische Zentrum und Viertel kaputt zu machen – das hat nämlich nichts mit Kapitalismuskritik zu tun." Dass große Unternehmen und fremde politische Zentren und Viertel kaputt geschlagen werden ist im Umkehrschluss also richtig. Best !
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Kühl vor 4 Monate
Bild 12 ist wirklich gut, denn das zeigt wie die linken wirklich sind.
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Alex vor 4 Monate
Hahaha ich finde den Typ einfach witzig. Scheiss drauf was auf der Welt passiert, hauptsache die likes Stimmen 😂
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Mb vor 4 Monate
Danke an alle linken, endlich öffnet ihr der gesellschaft die augen, und zeigt ihnen wie intollerant und gewalttätig ihr seit. Für mich seit ihr genau gleich wie die braunhemden.
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