Die kuriose Welt der «Reborn Babys»

Eine Emmentaler Hausfrau stellt täuschend lebensechte Puppen von Säuglingen und Kleinkindern her. Sie ist eine der wenigen Schweizerinnen, die der Reborn-Community angehören.

Andrea Bielsers Haus – über und über mit kitschigen Kuriositäten, unzähligen Haustieren und jeder Menge lebloser Kleinkinder dekoriert – ist so eindrucksvoll und merkwürdig zugleich, wie ihr grösstes Hobby: «Reborn Babys».

Die 47-Jährige Hausfrau und Mutter gehört zu einer hierzulande noch relativ kleinen und unbekannten Community, deren Leben sich (zumindest teilweise) um das Herstellen und Sammeln von Babypuppen dreht. Aber nicht etwa irgendwelche Babypuppen. Fuck off, herkömmliche Puppe aus dem Spielwarenladen! Den Rebornern kommen nur handgefertigte Einzelstücke ins Haus.

Handwerkskunst, Persönlichkeit und Perfektion

«Und die müssen aussehen wie echte Kinder! Das Gewicht muss stimmen, die Grösse, die ganze Hautstruktur. Alles muss täuschend echt sein», erklärt uns die stolze Puppenmama. Jedes Härchen, jede Ader, jede Hautrötung und jedes klitzekleine Fettpölsterchen müssen perfekt sitzen. Um sich der Perfektion sicher zu sein – und um möglichst viel eigene Persönlichkeit in die «Reborn Babys» zu bringen – beginnen viele Reborner, genau wie Andrea, sich das Handwerk selbst beizubringen.

Die Grundbausätze, bestehend aus Köpfchen, Ärmchen und Beinchen, bestellt die Puppenkünstlerin bei speziellen Shops. Oft aus Amerika, dem Geburtsort der Reborn-Baby-Bewegung. Wobei mittlerweile auch einige Händler in Deutschland, Spanien und Österreich auf den Trend aufspringen. Diese Bausätze bearbeitet Andrea dann in mühe- und liebevoller Kleinstarbeit.

Sie macht Babys nach Wunsch

«Bis zu sechzig Stunden Arbeit stecken in einem Baby», erklärt die lustige Lebefrau stolz. «Am meisten Zeit nehmen die Haare in Anspruch, denn jedes Härchen muss einzeln eingenäht werden.» Ein ganz schöner Aufwand für … ja – wofür eigentlich? Hin und wieder verkauft Andrea Bielser mal eine Puppe, ab und zu bekommt sie Aufträge von Kundinnen, die sich ein «Baby nach Wunsch» anfertigen lassen wollen.

«Viele schicken mir Babyfotos ihrer jetzt erwachsenen Kinder und möchten ein Reborn Baby, das genauso aussieht, wie ihr eigenes früher. Es kommen aber auch Frauen oder Paare, die selbst keinen Nachwuchs bekommen können. Und manchmal wünschen sich auch kleine Mädchen eine Puppe, die wie echt aussieht», fasst die kreative Schweizerin ihren Kundenstamm zusammen.

Ihre Babys sind gefragte TV-Stars


Bei Preisen um die dreihundert Franken pro verkaufter Puppe wird die tolle Tierliebhaberin mit ihrem Hobby nicht reich. Darauf käme es aber auch nicht an, gibt sie offen zu. «Ich verdiene praktisch nichts. Und alles, was reinkommt, wird gleich wieder investiert. Es ist einfach eine Herzensangelegenheit.»

Und diese Herzensangelegenheit macht Andrea so gut, dass ihre erschreckend lebendig aussehenden «Kinder» oft die Aufmerksamkeit von Film- und Fernsehproduktionen auf sich ziehen. Immer wieder flattern Anfragen für diverse Filmprojekte ins Haus. Eines ihrer Reborn Babys übernahm sogar im «Tatort» eine wichtige Rolle als Kinderdouble!

Video von Valentina Sproge


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10 Kommentare

Peter Lustig vor 4 Monate
Die haben aber schon einen milden Schaden!? Völlig creepy.
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Antwort
ana vor 4 Monate
hallo ich si süs
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Antwort
Tja... vor 4 Monate
Der Film ist so unscharf, dass es weh tut ihn zu schauen. Die Babys sind toll!
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Antwort
Huki vor 4 Monate
Der rechts oben ist der Bausatz James von Sandy Faber😃 den hab ich auch gerade für eine Kundin gemacht. Höchste Zeit das die Reborns auch hier in der Schweiz ankommen!
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