Würdest du so deinen Kaffee trinken?

Instagram ist eine schöne Scheinwelt. Trotzdem machen immer mehr Menschen beim «Plandid»-Hype mit, um möglichst ungestellt und authentisch auf ihren Insta-Posts zu wirken.

#handface, #duckface und jetzt auch noch #plandid – die absurden Instagram-Trends nehmen kein Ende. Schon mal so getan, als würdest du für ein Foto super casual an der Kamera vorbeischauen und gar nicht merken, dass du fotografiert wirst? Herzlichen Glückwunsch, du bist Teil des Plandid-Hypes, der seit geraumer Zeit die Runde im Netz macht. Besonders neuartig ist der Hype nicht, allerdings hat das Kind nun endlich einen Namen: Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern «planned» und «candid» zusammen, ist also ein Kofferwort aus «geplant» und «ehrlich» oder «aufrichtig». Klar ist: Es geht darum, authentisch in den sozialen Medien rüberzukommen.

Dabei hat Instagram etwa so viel mit Authentizität am Hut wie Justin Bieber mit guter Musik. Plandid-Fotos sind also gewollt und inszeniert bis in die letzte Bewegung, sollen auf die Betrachtenden aber wie natürliche, ungekünstelte Schnappschüsse wirken – tun sie aber nicht.

Instagram ist die kuratierte Version unseres Alltags

Die Menschen auf den Bildern sehen dann aus, als würden sie nicht merken, dass sich gerade eine Kamera direkt vor ihrem Gesicht befindet, während sie wahlweise verträumt Richtung Boden oder Himmel gucken, in ihrem verzierten Kaffeeschaum rühren oder ihren stählernen Körper am Poolrand zur Schau stellen. Sie wollen zeigen: Ich bin gerade dabei erwischt worden, wie ich zufällig, ganz nebenbei, richtig gut aussehe – was ich immer tue, übrigens.

Alle wissen, dass auf Instagram so gut wie ausschliesslich die kuratierte Version unseres Lebens landet. Schön zurechtgemachte Schnipsel unseres Alltags. Bilder werden farblich angeordnet, um ein stimmiges Thema beizubehalten, es wird gefiltert bis wir uns selbst nicht mehr erkennen und nur die schönsten Augenblicke werden den Abonnenten zur Schau gestellt. Wieso geben wir uns also überhaupt so wahnsinnig viel Mühe, möglichst mühelos auf andere zu wirken? Ist doch Blödsinn. Etwas mehr Realness wäre doch schön. 

Wir wollten herausfinden, wie viel Aufwand eigentlich hinter so einem inszenierten Schnappschuss steckt und haben unsere Redaktionsfee Sarah und Schimun, unseren Lieblingskollegen von 20 Minuten, dazu gezwungen, sich als Hobby-Insta-Models zu probieren. Das Ergebnis gibts im Video:


Kommentar schreiben

22 Kommentare

MArtin vor 2 Monate
Klar ich trink meinen Kaffee auch immer im sitzen auf dem Tisch. Auf dem Boden stehen kann ja jeder XD
1
0
Antwort
Irina vor 2 Monate
OMG! In was für einer Welt leben wir? Und niemand denkt an die Kinder!
1
1
Antwort
Allyn vor 2 Monate
Und somit wird wieder ein altes Stilmittel neu aufgekocht.. Selfie lässt grüssen
0
0
Antwort
Juhu vor 2 Monate
Würde gerne mittrinken!
0
0
Antwort
Schaust du dir Filme in der Synchronfassung an?

Schaust du dir Filme in der Synchronfassung an?

Die Leichenstarre vor der Linse
sponsored

Die Leichenstarre vor der Linse

«Vom Zocken kann man hier nicht leben»

«Vom Zocken kann man hier nicht leben»

«Du bist ein postmenopausaler Oktopusrest»

«Du bist ein postmenopausaler Oktopusrest»