Was haben Erwachsene in einem Pingu-Spiel zu suchen?

Eltern wirds nicht freuen: In einem Kinderspiel versuchen Internetuser derzeit, schnellstmöglich gesperrt zu werden. Dabei wenden sie nicht ganz jugendfreie Methoden an.

Mit elf Jahren war meine grösste Sorge im Leben, dass ich nach dem Abendessen nochmals mit den Kids aus meiner Nachbarschaft raus durfte zum Spielen. Und natürlich, ob mein heimlicher Schwarm Tizian dabei sein würde.

Heutige 11-Jährige haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Beispielsweise damit, dass ihr Lieblingsonlinegame «Club Penguin» Stress hat. Das Browserspiel von Disney, das von Kindern im Alter zwischen sechs und vierzehn Jahren gespielt wird, zählt über 200 Millionen registrierte User. Jeder Spieler wandert in Form eines Pinguins durch schneebedeckten Landschaften, chattet mit anderen Pingus und spielt Minigames.

«Shit», «fuck», «ass»  –  du kennst sie

Nun haben aber erwachsene Internettrolls das Game für sich entdeckt. Diese sind aber null an einem Minigame-Rekord interessiert, sondern haben ein ganz neues Ziel vor Augen: So schnell wie möglich aus dem Club Penguin ausgeschlossen zu werden.

Das preisgekrönte Game, das von Disney so familienfreundlich wie möglich gehalten wird, verbietet Kraftausdrücke. Und sperrt User, die Fluchwörter ins Chatfenster tippen, innert kürzester Zeit. «Shit», «fuck», «ass» – du kennst sie. Die Kraftausdrücke sollen nun helfen, so schnell wie möglich aus dem Spiel verbannt zu werden.

Schummeln ist verboten

Die selbst auferlegten Spielregeln für die Trolle klingen einfach: Die Zeit beginnt, sobald man die Adresse ins Browserfenster eintippt und endet, wenn das orange Fenster auftaucht und die Sperrung des Pinguinkontos verkündet. Mogeln ist natürlich verboten.

Auf Speedrun – dort sind die Highscores der Fluchwilligen ersichtlich – führt zurzeit der kanadische User «2KRN4U» die Rangliste an – er wurde innert 37,37 Sekunden wegen eines «Fuck» aus dem Club Penguin geschmissen. Beeindruckend. Um die Echtheit ihrer Zeit zu beweisen, hängen alle User das dazugehörige Video ihres Fluchversuchs an.

Auch wir haben uns daran versucht, Disney mit verbalen Ausuferungen zu provozieren und sind leider ziemlich weit von der Rangplatzierung entfernt: Unser bester Versuch dauerte 4 Minuten 3 Sekunden. Na ja. Diejenigen, die sich auch ins Verbannspiel einklinken wollen, müssen sich beeilen. «Club Penguin» wird Ende März nach einer 12-jährigen Lebensdauer vom Netz genommen. Wir wissen nicht, wer trauriger sein wird: Die Kids oder die Trolle. 


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6 Kommentare

Lisa vor 2 Monate
"Heutige 11-Jährige haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen." Ich weiss ja nicht wo der Autor zu Hause ist aber bei uns ist es nach wie vor das selbe Problem für 11-jährige. Sie wollen wissen ob sie nochmal zum Spielen raus dürfen nach dem Essen. Das hier ist höchstens ein zusätzliches Problem das erst greift wenn Mami "Nein" zum Abendausflug sagt.
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420kuekskuped vor 2 Monate
Habbo ist da auch ganz lustig
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Stöhren Fried vor 2 Monate
Eine Herausforderung für mich, würde wahrscheinlich nicht lange dauern. Aber mal ganz ehrlich, irgendwie schon fast wieder pervers. Hey, das ist ein Spiel für Kinder!
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Advocatus Diaboli vor 2 Monate
Soll das wirklich news sein? Das gibts doch schon seit Jahren, dass sich Leute einen Wettkampf drum liefern, wer am schnellsten gebannt werden kann. Toll dass Mainstream-Medien erst auf etwas aufmerksam werden, sobalds schon zu spät ist, wenn ja der Dienst nächsten Monat vom Netz genommen wird.
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