Er wartet Stunden für das perfekte Foto

Stefan Draschan fotografiert keine Kunst – er lichtet Museumsbesucher ab, die optisch mit den Gemälden verschmelzen. Die Bilder, die er auf seinem Blog postet, lassen nicht mal Kunstbanausen kalt.

Museumsbesuche können verdammt anstrengend sein: Die Luft ist so dick, dass man sie zerschneiden könnte und eine Horde gelangweilter Leute läuft in Trauben umher, um sich getrocknete Farbpartikel anzusehen, die von lange verstorbenen Menschen auf eine Leinwand geschmiert wurden – so sehen es zumindest Kunstbanausen. Stefan Draschan ist keiner dieser langweiligen Besucher: Mit seiner Kamera fängt der 38-Jährige nämlich den magischen Moment ein, in dem Betrachter optisch perfekt mit dem Kunstwerk verschmelzen, vor dem sie stehen.

Auf seinem Tumblr-Blog «People Matching Artworks» sehen wir beispielsweise ein Mädchen mit blauem Kapuzenpulli und roten Zöpfen, das vor Van Goghs «Sternennacht» steht oder eine Frau mit verträumten Blumenprint auf ihrem Sommerkleid, das farblich genau zu dem Monet-Gemälde passt, das sie abfotografiert.

Stundenlange Warterei für das perfekte Foto

Doch die Besucher, die Österreicher knippst, stehen rein zufällig vor den Werken, wie Stefan in einem Interview erzählt. Faken wolle er nichts: «Meine Augen sind darauf trainiert, ein mögliches Match sofort zu erkennen. Gewisse Vorteile habe ich jedoch, wie einen sehr schnellen Gang. Und mit über zwei Metern Grösse kann ich halt auch über Köpfe hinwegfotografieren, ohne bemerkt zu werden.»

Oft wartet Stefan deshalb einige Stunden in den Museen, die er in ganz Europa immer wieder besucht. Die Suche nach dem perfekten Schnappschuss scheint den Wiener nicht loszulassen: «Vielleicht ist es mit dem Verliebtsein so ähnlich: Man freut sich einfach, wenn zwei gut zusammenpassen. Ein gelungenes Foto berührt, lässt einen innehalten und macht glücklich.»

«People sleeping in museums»

Die Foto-Serie ist nicht die erste, die der Kunstliebhaber auf seinem Blog veröffentlichte. Seit rund zwei Jahren ist er mit seiner Kamera «auf der Jagd», wie er selbst sagt und macht regelmässig Bilder von Menschen, die Kunstwerke berühren, müden Besuchern, die in einsamen Museumshallen einschlafen oder lichtet Paare ab, die Partnerlook tragen.


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12 Kommentare

Colette vor 24 Tagen
Die Idee ist gut.
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Adolf Schoggi vor 24 Tagen
Na ich Finde Die Bilder Toll Da Sieht Man Kein Nackte Haut
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walti vor 25 Tagen
Alsoooooo ich finde die Bilder gut! Basta.
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Ekeltoni vor 25 Tagen
Die bilder sind gar nicht mal so gut.
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