Ein Blick in das Tagebuch eines Emos

Eine Engländerin erinnert sich an ihre peinliche Emo-Phase zurück. Statt die Tagebucheinträge für sich zu behalten, kreiert sie ein kleines Magazin, das nun sogar die ganze Welt kaufen kann.

Gestreifte Armstulpen, schwarz gefärbte Haare, die tief über den Augen hängen und mit Kajal umrandete Augen, die einem Waschbären Konkurrenz machen – selbst, wenn du nicht zu den Kids gehörtest, die «Fall Out Boy»-Bassist Pete Wentz heiraten wollten und nachdenkliche Sprüche in ihre Notizbücher kritzelten, so erinnerst du dich bestimmt an die melodramatische Ära der Emo-Jungs und -Mädels.

Jetzt, gut zehn Jahre nach dem MySpace-Hype, schämen wir uns wohl alle ein bisschen für unsere überbelichteten Fotos und traurigen Tagebucheinträge von früher. Diese Scham kennt auch die 23-jährige Marianne Eloise aus Brighton – sie gehörte ebenfalls zum Club der Emos. Aus ihren Tagebüchern, Collagen und zusammengekritzelten Songlyrics ihrer damaligen Lieblingsbands, hat die Journalistin nun ein kleines Büchlein zusammengestellt. Die Seiten des «Emo Diary» triefen nur so vor jugendlicher Verzweiflung – und viele werden sich in jedem Satz wiedererkennen.

«Diese alten Bilder waren mir so peinlich»

Angefangen hat Mariannes Projekt ursprünglich mit dem gleichnamigen Twitter-Account, auf dem die Engländerin ihre intimen Einträge von damals veröffentlichte. Aus 140 Zeichen im Web wurden 24 illustrierte Seiten, die man sich nun als Mini-Magazin nach Hause liefern lassen kann. Marianne hat sich für dieses düstere Kapitel ihres Lebens so sehr geschämt, dass sie sich erst 2011 wieder damit befassen konnte: «Diese alten Bilder waren mir so peinlich. Als ich die Einträge dann gelesen habe, fanden meine Freunde und ich die Texte aber so lustig, dass ich sie dem Rest der Welt nicht vorenthalten wollte», erzählt sie in einem Interview mit «Dazed and Confused».

 

 

Und fuck, sind wir froh, dass sie ihre Fundstücke mit uns teilt – auch wenn MySpace leider nie wieder zurückkehren und ein Emo-Revival wohl bloss eine vage Vorstellung in unseren Köpfen bleiben wird. Unser inneres Emokind ist noch nicht gestorben. Mariannes Zine zieht uns direkt wieder ins Jahr 2005 zurück und lässt die alte «My Chemical Romance»-Platte in unserem Hirn anspringen.

P.S.: Pete, falls du das liest, wir lieben dich!


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28 Kommentare

Zombie vor 8 Monate
Ach wie niedlich, die Emos! Peinliche Situationen im Leben können sicherlich mal vorgekommen sein, ist auch charakterlich, jemand findet seine Emozeit peinlich ein anderer nicht. Als ich noch in der Gothicszene war, so hatte ich nie Probleme mit den Emos, im Gegenteil, Diejenigen wo ich gekannt habe, waren ganz freundlich und ehrlich. Schlussendlich waren und sind wir alle eine bestimmte Musikstilrichtung fan und waren somit für den Mainstream nun mal nie normol hehehe. Emos waren oder sind eine Mischung aus Visual K, Punk, Gothic und sehen in meinen Augen überhaupt nicht schlecht aus, weil Sie einen Kleiderstil pflegen, wo nicht aus irgendwelchen geschlachteten Tiere daraus besteht sondern alles künstlich ist. Genau wie die Punks fand und finde ich diese Bewegung nur Klasse, denn es muss ja nicht jeder unbedingt gleich der andere sein gel. Es ist auch nicht wahr, das alle Emos schwul oder Lesbi sein müssen und wenn manche es doch sind, so hat mich das persöhnlich absolut nie gestört. Emos haben eine fantastische Lebenseinstellung, Sie sind von Emotionen stark geprägt und geben Ihren Gefühlen freien lauf und zeigen Dies auch und haben dadurch den tollen Kleiderstil aus der japanischen Visual K Szene übernommen, der meiner Ansicht her ganz gut aussieht und ebend nicht aus echten Pelzen und Leder ist und leben Ihre eigene Emotionen in Ihrer Musikstilrichtung aus und genau so ist es richtig, man sollte viel mehr hören was in seinem eigenen Herzen vorgeht und sich nicht von anderen zuschreiben lassen, wie man leben muss, was viele andere sich sowas nie trauen würden. Desweiteren grüsse ich die Emowelt mit viele Knuddels und wünsche jedem Einzelne Boy und Girl nur das Beste!!! Das Video wo ich für Euch hochgeladen habe ist zwar nicht gerade Emostyle aber es gehört zu meinen absoluten Lieblingsliedern weltweit überhaupt und möchte es gerne Euch widmen, herzlichen Dank!!!!
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Maurus vor 8 Monate
Ich verstehe den unterschied zwischen emo un goth nicht genau....intuitiv denke ich, dass emos eher selbsthassend und selbstzweifelnd sind und darin aufgehen und insgesamt eher ein mädchen ding. Die goths sind eher düstr und nachdenklich. Goth ist wie bram stokers dracula, emus sind die homosexuell angehauchten und selbstzweifelnden vampire aus twilight(kenn ich nur vom sehen und hören!)Stimmt meine intuition? Im netz bin ich wirklicch nicht schlau geworden und emus und gofs kenne ich nicht.
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Antwort von StillAGoth vor 8 Monate
Es gibt ne schöne South Park Folge zum Thema Goths, Emos, etc. Ein Ausschnitt:
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Antwort von Kevin K. vor 8 Monate
@ StillAGoth, der schwarze der meint jemand im Raum sei kein richtiges Fankid its der absolute Hammer.
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