Die grössten Anfängerfehler bei Festivals

Das erste Mal an einem Festival? Da kann ziemlich viel in die Hosen gehen. Unser Redaktor erzählt von fundamentalen Fehlern, die er bei seinem ersten Openair begangen hat und sagt dir, wie du es besser machen kannst.

Der übereifrige Start

Passiert man zum allerersten Mal die Festival-Pforte, schaukelt sich der Endorphin-Spiegel in ungeahnte Höhen und so habe auch ich mich an meinem ersten Openair bereits am Donnerstag komplett abgeschossen – klassischer Anfänger-Fehler. Am Freitag hast du bereits einen üblen Kater und würgst nur schon beim Gedanken an Alkohol.

Pro-Tipp:
Mach mal langsam, auch wenn du jahrelang auf diesen Moment gewartet hast. Verzichte am ersten Abend auf Tequila-Shots und teil dir deine Trinkfestigkeit ein. Was in den nächsten Tagen auf dich zukommt, wird verdammt anstrengend und du wirst froh sein, wenn du nicht bereits am Freitag mit Kotze im Haar aufwachst. Merke: Ein Openair ist ein Marathon, kein Sprint.

Die erste Drogenerfahrung

Selbstverständlich haben wir keinerlei Erfahrung mit Drogen. Aber ein Freund – genau, ein Freund – kam bei seiner Festival-Premiere auf die glorreiche Idee, sich zum ersten Mal eine Pille einzuschmeissen. Openairs sind aber pure Reizüberflutung und so wurde ihm das alles innert kürzester Zeit zu viel, woraufhin er den ganzen Abend in Embryonalstellung im Zelt verbracht hat.

Pro-Tipp:
Wie eine Droge wirkt, hängt stark vom Setting ab; also von der Umgebung, in der du dir das Zeugs reinpfeifst. Die allererste Drogenerfahrung in einem Festival-Kontext zu machen, ist keine gute Idee, weil es kaum ruhige Plätze, nur beschränkt Wasser und kaum nüchterne Aufpasser gibt. Wenn du mit härteren Substanzen nicht vertraut bist, bleib bei Gras, Alkohol, Sirup oder was auch immer du bereits kennst.

Sex am Sonntagmorgen

Nichts ist leichter, als sich an einem Festival spontan zu verlieben. Auch ich habe damals Samstagnacht ein Gspusi kennengelernt. Die Lust auf dein Gegenüber vergeht dir aber sofort, wenn du ihm / ihr nach drei Tagen ohne Dusche die Kleider vom Leib reisst. Kaum etwas ist dermassen überbewertet wie Sex am Openair (Ausnahme: Die Toten Hosen als Headliner).

Pro-Tipp:
Man braucht schon einen ganz speziellen Kink, um in einer Sauce aus Schweiss, verschüttetem Bier und Zigarettenstummeln zu bouncen. Entweder du beschränkst die horizontalen Aktivitäten auf die ersten anderthalb Tage oder du gehst vorher duschen, was – seien wir ehrlich – eh niemand macht. Belass es im Zweifelsfall beim Knutschen vor der Bühne und geh danach mit Herzchen in den Augen und Kribbeln im Bauch zurück in dein eigenes Zelt.

Nix mitnehmen

Die Cool Kids pfeifen auf alles und gehen ohne Zelt, Gummistiefel und Sonnencreme ans Festival? Ja, dachte ich auch. Jedenfalls bis ich allen anderen auf die Nerven ging, weil ich mir ständig das nötigste Equipment ausleihen musste. Und glaub mir: Du bist zwar hübsch, aber jeden Abend jemanden aufzureissen, um die Nacht in seinem / ihrem Zelt zu verbringen, ist trotzdem anstrengend.

Pro-Tipp:
Nimm immerhin das Nötigste mit. Eine Liste mit den wichtigsten Openair-Utensilien findest du in unserem Summer-Special in der heutigen 20-Minuten-Ausgabe.


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30 Kommentare

Jangi vor 2 Monate
Das Beste am OASG war der Regen. Endlich sahen und spürten einige Grüsel wieder einmal das Wasser. Und das erst noch völlig gratis. Danke Petrus!
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ex open air vor 2 Monate
Nur noch traurig.. an open airs sollte es nicht um drogen und alkohol gehen, sondern um die Acts und die stimmung.. wer da harte Drogen nimmt, ist definitiv am falschen Ort!
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Antwort von Marc vor 2 Monate
Ohne Schnaps und Koks keine Stimmung, sorry.
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Ekeltoni vor 2 Monate
War noch nie an einem open air, hab aber den bericht gut und lustig gefunden. Interessant in die erfahrungswelten anderer einzutauchen.
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