«Mich langweilt alles, was nicht mit lust zu tun hat»

Die US-Künstlerin Leah Schrager verdient ihr Geld damit, sich auszuziehen. 2020 will sie ihren Arsch auf dem Cover des «Rolling Stone» sehen. Uns gab sie ein Skype-Interview.

Bisher gab es bei meinen Psychotherapien nie viel Erotik – und bisher fand ich das ganz ok. Leah Schrager ist da anderer Meinung. Als «nackte Therapeutin» bietet die US-Künstlerin und studierte Biologin Therapien via Webcam an. Und zieht sich dabei aus. Ein Kunde schrieb auf ihre Homepage: «Für die nackte Therapie hättest du den Friedensnobelpreis verdient.» Es gab garantiert schon beschissenere Kandidaten dafür, auch wenn Leah keine lizenzierte Psychologin ist.

Mit ihrem neuen Alter Ego «Ona» will Leah nun alles toppen. Ihr ehrgeiziges Ziel: 2020 will sie ihren nackten Arsch auf dem Cover des «Rolling Stone» sehen. Die New Yorker Künstlerin, die uns ihr Alter nicht verraten will, ist bekannt für subversive, anstössige Kunst. Mit Ona widmet sie sich nun unseren Lieblingsthemen: Fame, Fotos, fette Hintern.

Schon 400'000 Follower

Ona soll via Instagram bekannt werden. Sie hat bereits über 400'000 Follower – keine schlechte Zahl, knapp ein Jahr nach Projektstart. Leah studierte die Insta-Model-Szene bis aufs kleinste Detail und schrieb einen Aufsatz, wie man auf Instagram berühmt wird. Und der ist ziemlich gut. Wenn meine Bachelor-Arbeit auch so daherkommt, bin ich stolz. Wir haben ihn für euch in der Box kurz zusammengefasst.

Ich habe mit Leah ein kleines Skype-Date vereinbart und versucht herauszufinden, wie man auf Instagram berühmt wird. Ausgezogen hat sie sich dabei nicht. Spannend war es trotzdem.

20 Minuten Tilllate: Leah, wieso willst du berühmt werden?

Leah Schrager: Ich komme aus der Kunst-Szene und da wird Nacktheit oft verpönt. Viele Künstler feiern Celebrities, die mit Sex arbeiten. Aber sobald Künstler das tun, halten sie es für billig. Das möchte ich ändern. Und im Zeitalter der Kardashians ist Berühmtheit faszinierend. Ich will herausfinden, was es braucht, um Fame zu kriegen.

Und deshalb ziehst du dich jetzt andauernd aus und postet Fotos davon.

Ich hätte auch versuchen können, über den «artsy» Weg berühmt zu werden. Aber mittlerweile langweilt mich alles, was nicht mit Lust zu tun hat.

Findest du es nicht etwas billig, die ganze Zeit nur Nacktbilder zu posten?

Viele Leute finden, ich sei eine Hure. Ich habe auch einige Freunde durch das Projekt verloren. Wenn man sich die Insta-Profile von berühmten Frauen reinzieht, sind fast alle Follower Frauen. Ich will aber für Männer performen – und deswegen soll ich nun eine Hure sein? Ich hoffe, irgendwann akzeptiert man Instagram-Modeling für Männer als weibliche Kunstform. Ich feiere die Weiblichkeit.

Und wie wird man denn berühmt auf Instagram?

Du musst deine individuelle Note finden und damit arbeiten. Mein Körper ist kein Model-Körper, aber dafür habe ich breite Hüften und einen coolen Arsch. Und du musst kreativ sein. Mit den Meta-Selfie-Fotos (also Fotos, auf denen man sieht, wie Leah ein Selfie macht) habe ich mein Ding gefunden.

Wenn du auf Instagram berühmt bist, wirst du aber nicht automatisch ein «normaler» Celebrity.

Das ist bei den meisten Social-Media-Celebrities so, aber es gibt auch andere Beispiele. Niykee Heaton hat es via Youtube geschafft, gross zu werden. Ich selbst muss versuchen, meine Fotos und meine Videos so hinzukriegen, dass sie auch Frauen gefallen und sie «safe for work» sind. Dann kann das klappen.

Hast du eine Strategie für deine Selfies?

Ich gehe regelmässig auf «Selfie-Touren»: Ich reise mit einem Konzept umher und schiesse Hunderte Fotos, die ich danach Zuhause organisiere, bearbeite und hochstelle.

Und damit verdienst du dein Geld?

Auf Instagram darf man ja keine Geschlechtsteile zeigen. Deswegen habe ich eine private Seite, auf der man ein Abonnement für Nacktbilder von mir lösen kann. Damit und als «nackte Therapeutin» kann ich mir das Ona-Projekt finanzieren.

Ist Ona immer noch eine Kunstfigur oder bist du selbst bereits zu Ona geworden?

Ona ist ein kleiner Teil von mir, den ich jetzt halt hervorhebe. Ich meine, bei einem ersten Date bist du auch etwas anders, als beim fünften Date. Und ich bin eben anders im Internet.

Das Musikprojekt von Ona hat noch nicht so fest angezogen, wie die Insta-Bilder. Aber grundsätzlich dreht es sich da ums gleiche wie auf Instagram: ganz viel Sex.


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139 Kommentare

Argus vor 11 Monate
Alles Nutten außer Mutti !!
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Irina vor 12 Monate
Und dann beklagen sie sich wieder, weil sie als Objekt angesehen werden und plädieren für "Gleichberechtigung"...
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Walti vor 12 Monate
Ich sags ja immer wieder: Wir sind verloren! Da kommen wir nie mehr raus!
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Chris AM vor 12 Monate
Frau = Sex. Schade dass ihr es euch so verspielt. Denn eigentlich wärt ihr klug genug, um auf die ganze Compe- Titti- on verzichten zu können. Doch irgendwas in eurem innern, Exhibitionsdrang genannt, strebt stetig nach Vergnügen und Befriedigung. Also ich reagier auf Titten, im falschen Moment, mittlerweile so allergisch, wie auf Werbung!
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