Kann man den Namen nach Lust und Laune ändern?

Seinen Namen trägt man eigentlich ein Leben lang – trotzdem besteht die Möglichkeit, ihn ändern zu lassen. Dafür braucht es aber eine vernünftige Begründung.

Ich persönlich bin mit meinem Vornamen eigentlich ziemlich zufrieden. Aber stell dir vor, du heisst Chantal, Jennifer, Kevin, Justin, Dustin oder trägst sonst einen Namen, bei dem Studien belegen, dass sie mit verhaltensauffälligen oder leistungsschwachen Personen assoziiert werden. Oder du heisst Adolf und möchtest den Namen ändern weil ... naja, ist halt doof. Wie schwierig ist sowas?

Was sind «achtenswerte» Gründe?

«Dass jemandem der Name einfach nicht mehr gefällt, reicht nicht für eine Änderung», sagt Roland Wunderli, der im Kanton Zürich beim Zivilstandswesen für Namensänderungen zuständig ist. «Es braucht einen achtenswerten Grund.» Wenn du deinen Namen tatsächlich ändern lassen möchtest, musst du im Gesuchsformular detailiert deine Überlegungen beschreiben. Anhand dieser entscheidet dann ein Team, ob die Änderung bewilligt wird. Im vergangenen Jahr untersuchten Wunderli und sein Team rund 700 Anträge auf Änderungen des Nachnamens und 420, die den Vornamen betreffen. 87 Gesuche wurden abgelehnt.

Doch was genau ist ein «achtenswerter» Grund? Wunderli gibt keine allgemeingültige Regel an – es ginge genau um die individuelle Prüfung. Historische Vorbelastung sei aber meist ein legitimes Anliegen: Wenn du Adolf heisst, ist es verständlich, dass du dich eventuell unwohl fühlst. «Es kommt auch häufig vor, dass man im privaten Umfeld unter einem anderen Vornamen bekannt ist und das auch offiziell durchsetzen möchte», sagt Wunderli weiter. Ein Klassiker seien auch komplizierte Namen von eingebürgerten Personen. «Vor allem wenn der Name anders ausgesprochen als geschrieben wird – dann kann man das anpassen.»

Ein Streit mit den Eltern reicht nicht

Der Prozess ist grundsätzlich relativ einfach, wie du hier nachlesen kannst: Du stellst ein Gesuch und wartest, ob es bewilligt wird. Für 600 Stutz bist du dabei. Dass du als Kind wegen deines Namens gemobbt wurdest, ist allerdings meist kein achtenswerter Grund. «Dass Namen wie Kevin vorbelastet sind, ist uns nicht bekannt», sagt der Experte. Leidet jemand tatsächlich unter einem eigentlich normalen Namen, könne aber eventuell ein psychiatrisches Gutachten beim Gesuch hilfreich sein.

Angenommen du hasst deinen Vater – wären Streitereien mit deiner Familie Grund genug, einen neuen Namen anzunehmen? Meist nicht, findet Wunderli. «Sonst bekämen wir wohl viele Gesuche von Pubertierenden, die Probleme mit ihren Eltern haben und ihren Namen deshalb ändern wollen. Das ist nicht der Sinn und Zweck.»

Kinderschänder mit neuem Namen

Solche Hürden sind nötig. Sonst würden wir wohl alle täglich anders heissen. Ausserdem soll die Möglichkeit auf eine Namensänderung nicht missbraucht werden – etwa von Menschen mit vielen Betreibungen: «Manche Leute versuchen, ihren Namen zu ändern, um so ihre Schulden loszuwerden», sagt Wunderli.

Das Zivilstandswesen kann deshalb auch einen Auszug aus dem Strafregister verlangen. Schliesslich sei nicht auszuschliessen, dass Kriminelle mit einer Namensänderung untertauchen wollen: «Wenn man sich auf diesem Weg eine neue Identität aufbaut, hätte das möglicherweise katastrophale Folgen: Ich denke beispielsweise an einen Kinderschänder, der ein Berufsverbot hat und sich dann plötzlich mit neuem Namen bei Arbeitgebern vorstellt.»


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52 Kommentare

Klaus vor 3 Monate
wirklich toller Artikel, ich habe bereits Erfahrungen mit dem Thema machen können und musste damals einige Hürden überwinden... die wichtigsten Infos habe ich damals hier gefunden.... tinyurl.com/name-aendern
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Kevin Fickentscher vor 4 Monate
Ich habe gerade Halbzeit. Meine Billanz, Gefangene Bälle: 0 Fliegen 2
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Bald Vater vor 4 Monate
Meine beiden Zwillingsbuebe bekommen die Nordischen namen: Odder und Aso
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brro vor 4 Monate
Da heute wegen des Genderwahns und den Postmodernisten alles relativ ist, kann Karl bald sagen, heute fühl ich mich wie Karline und den Namen ändern lassen. Hat die Karline dann einen Testosteronschub, irgendwann, fühlt sie sich wieder wie Karl und will wieder Karl heissen. Tja, wir sind multiple Persönlichkeiten und wissen deshalb oft selbst nicht mehr wer wir sind, nicht zu unserem Vorteil, aber Genderwahn und Schizophrenie sind halt Zwillinge 😉
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