Als Transsexueller in der Ragga-Szene

Ein Interview mit direkten Fragen und ehrlichen Antworten.

Weiblich geboren, als Mann angekommen: Der in der Schweiz als Frau geborene Musiker Msoke machte schon früh als Ragga-Queen Karriere. Vor 15 Jahren dann der Wendepunkt: Der 34-Jährige outete sich als homosexuell und stiess auf heftigen Widerstand. Vor zwei Jahren entschied sich der Musiker mit tansanischen Wurzeln für den Weg als Transsexueller. Nun führt er seinen Werdegang als Mann fort und präsentiert das Lied «Human».

Wie war das Echo in der Ragga-Szene nach deinem Outing?

Ich bin seit 22 Jahren in der Hip-Hop- und Ragga-Szene. Als ich mich vor 15 Jahren als Homosexueller outete, wurde ich bei vielen Projekten ausgeschlossen. Heute muss man ja alles benennen. Das Wort Lesbe hat für mich irgendwann aber auch nicht mehr gestimmt. Mich schliesslich als Transsexueller zu erkennen, hat mich befreit.

Vor zwei Jahren begann deine Hormonbehandlung. Wie kann man sich das vorstellen?

Als erstes hat sich meine Periode eingestellt und der Haarwuchs verstärkt. Weiter haben sich meine Gesichtsstrukturen und Hüften verändert. Und die Brüste wurden kleiner. Richtig weg gehen sie aber nur mit einem operativen Eingriff. Das hat für mich Priorität: Ich will im Träger-Shirt herumlaufen können, ohne dass man merkt, dass ich eine Frau war.

Wie wichtig ist dir die Veränderung der Genitalien?

Bei einem solchen Eingriff muss man seelisch bereit sein. Ich habe es nicht pressant, weil man mir das im Gegensatz zu den Brüsten nicht anmerkt.

Was steht auf deinem Ausweis?

Im Moment noch mein weiblicher Name. Für die Anmeldung als Mann müsste ich mir meine Gebärmutter entfernen lassen. Ich will mir meinen gesunden Körper eigentlich nicht ausschlachten lassen, aber ich will mich auch nicht mehr länger erklären müssen.

Was ist besser als Mann, was war besser als Frau?

Ich habe schon gemerkt, dass man als Mann teilweise mehr Achtung kriegt. Frauen müssen oftmals untendurch. Dafür kann man den Charme der Frau gut einsetzen.

Wie hat sich deine Karriere verändert?

Meine Stimme ist tiefer geworden; ein paar Songs muss ich anders performen. Mein Publikum ist mir aber treu geblieben. Viele fragen mich, ob ich nicht lieber normal wäre. Ich hätte vielleicht weniger Hürden – aber ich fühle mich nicht benachteiligt.

Führst du eine Beziehung?

Ich habe seit längerer Zeit eine Freundin, die bisexuell ist. Aber das läuft auf einer lockeren Basis. Ich weiss nicht, inwiefern mich die Hormonbehandlung emotional beeinflussen wird und brauche viel Zeit für mich.

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