Mit bizarren Videos und Pimmelkäse zum Ruhm

Bonnie Strange war gestern – die neue Ikone der Instagram-Generation heisst Mia Morgan und spielt mit Tabubrüchen. Wir haben versucht herauszufinden, wer hinter dem Hype steckt und sind nicht viel schlauer als zuvor.

Die Videos einer 22-jährigen jungen Frau aus Kassel spalten die Facebook-Community zurzeit in zwei Lager. Während die Einen Mia Morgan als neuen Shootingstar der Kunst- und Popfeminismus-Szene feiern und in ihr sowohl eine geniale Künstlerin und Satirikerin, als auch ein Vorbild für Individualismus, Freiheit und Inklusion sehen, zweifeln Andere nicht nur an ihrer Authentizität, sondern kreiden ihr auch fehlendes Talent, verzerrte Selbstwahrnehmung und sogar psychische Probleme an.  

Wobei die Kritiker und Hater mit dem letzten Punkt gar nicht mal so falsch liegen. Mit ihrer Persönlichkeitsstörung geht die diagnostizierte Borderlinerin nämlich ebenso offen um wie mit ihrer Sexualität und ihrem Körperbewusstsein. Aber was – oder besser: wer – steckt denn jetzt hinter der merkwürdigen Göre, die mit selbstironischen, lustigen, emotionalen Texten, semi-professionellen Songs und unverkennbarer «I don't give a fuck»-Attitüde das Netz erobert? Wir wollten es herausfinden.

Hallo du! Wer bist du und was machst du eigentlich?
Ichbin die Mia und ich bin aus Kassel. Ich bin 22. Und ich mach sehr viel auf einmal, aber noch lange nicht genug.

Was heisst denn das?
Also alles was ich mache, lässt sich eigentlich unter dem Überbegriff Kunst und Selbstinszenierung, vielleicht auch Unterhaltung zusammenfassen. Primär schreibe ich. Über das Leben als psychisch gestörte Frühzwanzigerin und all die Themen, die mich beschäftigen. Ausserdem mache ich Musik. Ganz offensichtlich noch sehr unprofessionell, aber unglaublich gern.

Du gehst sehr offen mit deiner Borderline-Persönlichkeitsstörung um.
Ich schreibe oft selbstironische Texte, die sich mit meiner psychischen Krankheit befassen. Ich denke, dass man ernste Themen mit Humor am besten vermitteln kann.

Wärst du gern berühmt?
Schon. Aber nicht im grossen Stil. Ich hab eine relativ realistische Vorstellung von dem, was ich erreichen kann. Von den richtigen Leuten für das, was ich mache und für das, wofür ich einstehe geschätzt zu werden, würde mir vollends reichen.

Du hast in den letzten Tagen zwei Musikvideos auf Youtube gestellt. Die Reaktionen auf beide Clips sind sehr gespalten. Wir waren uns auch nicht ganz sicher, was denn davon jetzt ernstgemeint ist und was satirisch.
Der Diss-Rap ist natürlich nicht ernst gemeint. Ich glaube, das merkt man. Der ist um vier Uhr morgens entstanden, ich war nicht nüchtern und hatte einfach Bock. «Wiedergänger» ist aber vollends mein Ernst.



Aber was davon bist du persönlich und welcher Teil ist die Kunstfigur «Mia Morgan»?
Alles, was ich mache, bin ich. Ich mache sowohl Satire als auch ernstes Zeug, rappe zum Spass und singe aus vollem Ernst, schreibe mal was unglaublich Persönliches und dann poste ich einfach «Pimmelkäse». Ich erlaube mir, alles auf einmal zu sein: Künstlerin, Clown und Psycho. Das hilft mir, mit meiner Krankheit umzugehen.

Ich kann mir vorstellen, dass das für viele Leute, die dich nicht kennen, auf den ersten Blick nicht so einfach ersichtlich ist. Es gibt ja offenbar auch viele negative Reaktionen zu dem Bild, das du von dir öffentlich machst.
Natürlich macht es mich traurig, wenn die Leute mich scheisse finden. Ich will von allen gemocht werden! Ich weiss aber, dass ich eine Person bin, die man entweder total toll findet oder einfach nur kacke. Ich werde wohl lernen, damit umzugehen, dass, je mehr Leute mich kennen, auch mehr Leute scheisse finden, was ich mache, oder wie ich aussehe und so. Mein Gesicht lädt eben zum Fischrassen-Raten ein.

Haha, darf ich das so schreiben?
Klar. Ich finde eigentlich, dass man das bei mir ganz gut erkennt, was jetzt ernst ist und was nicht. Zumindest, wenn man sich länger als zwei Minuten mit mir beschäftigt. Manchmal finde ich es witzig, dass die Leute von mir verwirrt sind und nicht einschätzen können, wo der Witz aufhört.

Schreckt dich das ab oder feuert dich das eher noch an?
Ich zeige mich gerne und das, was ich kann. Ich denke vorher nie darüber nach, ob das jemandem nicht gefallen könnte. Weil ich ein bisschen naiv bin und glaube, jeder wird es geil finden oder lustig und so. Wenn dann Kritik kommt, bin ich oft überrascht. Das ist dumm von mir. Aber so bin ich. Ich bin aber froh, dass ich vor dem Posten meiner Texte nie denke: «Oh fuck, das könnten ein paar Leute nicht mögen». Ich denke immer: «Mia, du bist echt ne Marke» und poste es dann einfach.

Du bist auch als feministische Aktivistin bekannt.
Ich bin Feministin, aber ordne mich da auf einer anderen Ebene ein, als die berühmten It-Feminstinnen. Mir liegt viel an Aufklärung und einer offenen Einstellung zu Sex und Sexualität. Ausserdem liebe ich Pornos und würde vielleicht selbst mal Softpornos drehen. Für Mädchen, mit Mädchen, die alle verschieden aussehen, also realistische Pornos.

Pornos, Musik, Texte. Ganz schön viele Pläne.
Ich würde sagen ich bin so was wie eine aufmerksamkeitsgeile, weibliche Version von Goethes Werther, nur dass es für mich nicht die Natur ist, die mich so melancholisch und emotional macht, sondern das Leben an sich. Ich versuche, bei allem was ich mache, so authentisch wie möglich zu sein und mich nicht selbst zu zensieren – egal ob es nun Satire ist oder nicht.


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19 Kommentare

Ischliebedisch vor 7 Monate
bitte hör nicht hin, mach weiter, bleib wie du bist, bring doch bitte weiter das feuer zurück in diesen verschlafenen ort. danke, over out.
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Antwort von vor 7 Monate
Wer bist du?
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Zombie vor 7 Monate
Laacchhhh hehehe PIMMELKÄSE hehehe des passt voll zu den gewissen unanständigen männlichen Kommentarschreibern hier, wo nix besseres zu tun haben als Ihre wöchentliche Periode wo Die im Kopf haben in Form von Hasskommentaren zu posten hehehehe! Die Frau ist Klasse, Sie könnte meine Tochter sein die ich nie hatte hehehe und vorallem hat Sie den besten Horrofilmgeschmack überhaupt, dass Sie zu Ihrem guten Lied dazu gemixt hat : Christopher Lee als Dracula ( Der wahre Mythos ) danach der Exorzist von Meister W. Friedkin dann Tanz der Teufel 1 + 2 mit dem unvergesslichen Bruce Campbell als Ash dann das grosse Meisterwerk von meinem damaligen auch italienischer Mentor L. Fulci ein Zombie hing am Glockenseil hehe dann Szenen aus dem Film : Verdammt, die Zombies kommen danach ein paar weitere Klassikern wie Nächte des Grauens und Frankensteins Braut hehe einfach Klasse und absolut passend zum Lied wo Sie auch gewisse Szenen im Kaleidoskop Format umgewandelt hat, eine wirklich tolle Idee mein Kompliment! Persöhnliche Mitteilung für Mia : Hey Du hast eine absolute beste Einstellung, Selbstironie heilt einfach alles im Leben und wenn man Dir " Psychische Probleme " zureden will, dann halte demjenigen einen Spiegel vor seinem Face und sage Ihm oder Sie, dass die erstensmal selber einen an der Klatsche hat, weil solche absolute vollkommene fehlerfreie Scheinleuten mit aller grösster Sicherheit auch nicht die guten heiligen Bürgern sind und sich im Gegensatz zu Dir niemals so offen und vorallem ehrlich wie Du umgehen wollen, denn Du bist ein kleines Genie worüber andere doch nur neidisch sind, weil die niemals so einfallsreiche Videos gestalten können. Du hast die perfekteste Einstellung für das was Du für Deine Kunst machst, genauso muss es sein, mach es einfach ohne Dir vorher grossartige Gedanken über das Publikum zu machen ob deine Kunst manchen gefallen wird oder nicht, denn es gibt IMMER jemanden dem es gefällt, denn wenn es für Dich stimmt, dann ist das die erste Bereicherung überhaupt für Dich. Das Video wo ich für Dich hochgeladen habe, ist zwar nicht der klassische Rap ( Ist eher Industrial Rap ) aber es könnte Dir eventuell dazu verhelfen, dass Du weitere eigene Klänge komponieren könntest, die noch härter sein könnten vorausgesetzt dass Du das überhaupt willst. Dir noch einen freundschaftlichen Knuddel und einen Ice Tea Lemon reicht, mach nur weiter so, ich bin stolz auf Dich, alles Gute!!!!!!
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Lisa vor 7 Monate
Die Leute verkaufen heute ihre Seele dem Teufel, für 10 Minuten Ruhm im Internet. Sobald die Aufmerksamkeit wieder weg ist, was unweigerlich passiert, kommen die grossen Depressionen und der Selbstmord. Guter Deal für den Teufel.
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