M.I.A. – eine letzte Provokation mit Stinkefinger

Die britische Rapperin M.I.A. ist eine Meisterin der Provokation. Auch mit ihrem fünften – und angeblich letztem – Album geht sie da hin, wo es weh tut.

Mathangi Maya Arulpragasam, wie M.I.A. richtig heisst, war noch nie bekannt dafür, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. In Sachen Attitüde könnte sich so manche junge Künstlerin eine Scheibe von ihr Abschneiden. Und für ihre Ideale riskiert M.I.A. gerne auch einen Shitstorm.

Letzte Woche ist mit «AIM» das fünfte M.I.A.-Album erschienen. Wie die 41-Jährige im Interview mit der BBC verraten hat, könnte es ihr letztes sein. Auch wenn die «Bad Girls»-Sängerin früher schon derber drauf gehauen hat, ist «AIM» musikalisch immer noch unbequem und gerade deshalb ein Statement.

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Mit der Single «Borders» hat Arulpragasam dem Mainstream schon einmal in gewohnter M.I.A.-Manier ans Bein gepinkelt. Darin stellte die Britin mit tamilischen Wurzeln lächerliche First-World-Problems der Flüchtlingskrise gegenüber: «Breaking the internet – What’s up with that?», fragt sie über einen orientalisch angehauchten Beat, der sofort ins Ohr geht. Die aktuelle Weltsituation beschäftigt sie auf ihrem fünften Langspieler «AIM» auch in Songs wie «Visa» oder «Jump In».

Trotzdem forciert die Rapperin ihre politische Botschaft im Vergleich zu früheren Werken nicht mehr ganz so derb: In leichter verdaulichen Songs, wie dem Zayn-Featuring «Freedun», lässt die 41-Jährige auch einfach mal ihren Swag spielen.

Musikalisch ist «AIM» herrlich zerstreut mit hell-klimpernden («Finally») aber auch tonnenschweren Beats («Fly Pirate»). Mitgearbeitet hat, neben Arulpragasam selbst, unter anderem Skrillex. Und sogar ihr Ex-Produzent und -Freund Diplo taucht wieder einmal in den Credits auf. M.I.A. klingt aber kantiger als deren übliche radiofreundlichen Produktionen.

Sie kann es eh nicht lassen

Hinter «AIM» steckt eine klar erkennbare Vision. Und wenn man hört, wie viel Feuer noch in M.I.A. lodert, will man nicht so richtig glauben, dass so eine Künstlerin jemals still halten könnte. Als würde sich die Meisterin der Provokation jemals selber einen Maulkorb verschreiben.

Die Bemerkung, dass dies ihr letztes Album sein könnte, hat M.I.A. damals zudem gleich selber wieder mit einem aussagekräftigen «Vielleicht» relativiert. Sollte «AIM» trotzdem tatsächlich ihr letztes Album sein, würde uns Arulpragasam immerhin erhobenen Hauptes und Mittelfingers verlassen.


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3 Kommentare

Zombie vor 1 Jahr
Also da war die Mia Martini um einiges besser!
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Andi vor 1 Jahr
Das wort swag stempelt den schreiberling direkt als vollidiot ab. Ein soab.
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Antwort
Don vor 1 Jahr
Die ist selber n Riesenfascho
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