Eine Insta-Challenge vereint Make-up und Depressionen

Die #insideoutchallenge will mit Schminke auf psychische Krankheiten aufmerksam machen. Ins Leben gerufen hat sie eine Makeup-Künstlerin, die selbst betroffen ist. Das Netz feiert sie dafür.

Es gibt so einige Dinge in unserem Leben, über die wir einfach nicht sprechen – wie beispielsweise über unsere psychische Gesundheit. Das Stigma, das mentale Krankheiten wie Depressionen, Angst- und Bipolare Störungen umgibt, lässt Betroffene oft mit geknebeltem Mund zurück. Die Scham, offen und ehrlich über Probleme zu reden, ist einfach zu gross.

Auch die 27-jährige Yasaman Geheidi aus Kanada kennt dieses Gefühl. Die Beauty-Bloggerin und Makeup-Künstlerin leidet seit ihrer Pubertät unter Depressionen, Angstattacken und PTBS, wie sie «The Mighty» erzählte. Weil sie mit dem Stigma und all den Vorurteilen bezüglich ihrer Krankheiten endlich aufräumen wollte, rief sie via Social Media die #insideoutchallenge ins Leben – und fordert andere Betroffene auf, ihre Krankheiten mit Makeup zu visualisieren und so wortwörtlich nach aussen zu tragen.

«Ich wollte psychischen Krankheiten ein Gesicht geben»

«Um das Stigma loszuwerden, müssen wir endlich anfangen, über unsere mentale Gesundheit zu reden», sagt Yasaman. «Psychische Krankheiten kann man von aussen nicht direkt erkennen, deshalb werden sie oft nicht ernst genommen – ich wollte ihnen ein echtes Gesicht geben, um sie verständlicher zu machen.»

Inspiriert wurde die Kanadierin mit iranischen Wurzeln dabei vom gleichnamigen Disneyfilm (Deutsch: «Alles steht Kopf»). Auf Youtube filmte sie sich dabei, wie sie sich auf einer Gesichtshälfte mit blauer Grundierung und schwarzer Farbe austobte und so durchscheinen liess, wie sie sich im inneren fühlt.

Auch auf Instagram veröffentlichte sie Fotos des Looks und erntete haufenweise positives Feedback – rund 16'000 Herzchen sammelte ihr Video. «Danke, dass du das mit uns geteilt hast. Du solltest wirklich stolz auf dich sein», schreibt eine Userin. «Makeup ist eines meiner grössten Ventile, wenn ich mich depressiv fühle. Das Video hat mich zum Weinen gebracht, weil ich so berührt war. Ich bin nicht alleine mit dieser Krankheit», schreibt eine andere.

Die Challenge war erst der Anfang

Die 27-Jährige fühle sich jetzt erleichtert: «Mir ist ein Stein von der Brust gefallen. Ich fühle mich nicht mehr als ob ich ein Geheimnis zu verstecken hätte», sagt Yasaman. Für sie sei die Challenge aber erst der Anfang gewesen – auch in Zukunft wolle sie sich auf ihren Social-Media-Kanälen für den offenen Umgang mit psychischen Krankheiten einsetzen.

In der Diashow kannst du dir ansehen, wie andere ihre Krankheiten auf der Haut tragen. Unter dem Hashtag #insideoutchallenge kannst du selbst mitmachen.


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12 Kommentare

Lisa vor 9 Monate
Make up und Depressionen? Make up und Depressionen? Make up und Depressionen?.... Das habe ich jetzt etwa 20 Mal zu mir selbst gesagt während ich die Bilder angeschaut habe. Das ist echt skurril. Darauf muss man auch erst einmal kommen. Das ist etwa so wie "Mango und Milo Moiré" und ich bin sicher die Milo wäre sehr wohl in der Lage die Mango irgendwie in ihre "Kunst" zu integrieren. Zurück zum Thema. Die Bilder sind auf jeden Fall grandios. Grosse Klasse diese Umsetzung. Depressionen und Make up lassen sich offenbar hervorragend kombinieren.
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thomas gross vor 9 Monate
Ich finde die meisten bilder interessant. Seelische zustände werden gekonnt in kunst umgesetzt. Dies hilft die "kranken" intuitiv zu verstehen. Diagnosen und gutachten sind oft schwer verständlich. Die kunst vermittelt den inhalt auf einer ganz anderen ebene. Aber könnte es nicht auch sein, dass diese bilder zu einem trend werden und sich eigentlich gesunde jugendliche dafür interessieren und sich so erst in eine kranheit hineinsteigern?
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Antwort von Carollchen vor 9 Monate
Wenn du schon so intelligent bist wie du sagst, dann erklär doch bitte mal, wieso du das Wort "Kranke" in Gänsefüsschen setzt. Sind psychisch Kranke deiner Meinung nach nicht krank?
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Antwort von thomas gross vor 9 Monate
Ich glaube du würdest die Erklärung nicht verstehen.
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