Für die «grosse Liebe» gehen Minderjährige anschaffen

Immer mehr junge deutsche Mädchen und Frauen fallen einer neuen Art von Menschenhändlern zum Opfer – den Loverboys. Eine erschreckende Doku klärt auf.

Eine Doku der ARD, die vor Kurzem unter dem Titel «Skrupellose Loverboys» ausgestrahlt wurde, taucht momentan immer wieder als «Verliebt, verführt, ausgenutzt – Das Leben der Fuckboys» in unseren sozialen Netzwerken auf. So blöd der Titel auch klingen mag, umso erschreckender ist der Inhalt des Films.

Der Begriff der sogenannten Loverboys kam vor einigen Jahren im Zusammenhang mit der Zwangsprostitution osteuropäischer Frauen auf, die sich in der Hoffnung auf Liebe und ein besseres Leben mit dubiosen Typen einliessen. Heute machen diese Männer, die man getrost als moderne Zuhälter bezeichnen kann, auch vor gutsituierten und einheimischen Schülerinnen und jungen Studentinnen nicht mehr Halt. Durch Charme, Lügen, Abschottung und psychische Manipulation machen Loverboys ihre Opfer emotional und sozial von sich abhängig.

Für die grosse Liebe tut man alles

In besagter Dokumentation kommen sowohl Opfer zu Wort, als werden auch heimlich aufgenommene Telefongespräche von Tätern veröffentlicht. Einer der Loverboys prahlt etwa bei seinem Kumpel stolz, dass er gleich zwei Minderjährige emotional von sich so abhängig gemacht hat, dass sie ihm nun absolut hörig seien und sie sich sogar für ihn prostituierten: «Sag ihr einfach: Baby, wir bauen uns was auf zusammen! Die glauben dir das! Weisst du, wie viel Geld da rausspringt, bei dem Scheiss?» Umgerechnet fast 290'000 Franken sollen so jährlich allein für ihn zusammenkommen.

Die Erzählungen der 16-jährigen N. bestätigen die Masche. «Ich war damals sehr pummelig, eher unattraktiv. Er hat mir das Gefühl gegeben, etwas Besonderes zu sein und hat mir immer Komplimente für mein Aussehen gemacht», berichtet sie stockend. Sie sei unglaublich verliebt gewesen und hätte alles für den Mann getan, der ihr als Erstes all das versprochen hatte, wonach sie sich immer gesehnt hat.

Lügen, Erpressung, Gewalt

Erst, als der Loverboy sich vollkommen sicher sein kann, dass das Mädchen ihm hörig ist – inzwischen hat sich N. von all ihren Freunden und ihrer Familie abgewandt – zeigt er sein wahres Gesicht. Er habe Schulden und der einzige Ausweg wäre: Anschaffen. Wenn N. ihn wirklich lieben würde, würde sie es sofort für ihn tun. Es folgen weitere Lügen, Erpressung und auch Gewalt.

Die halbstündige Doku zeigt auf sehr eindrückliche Weise die Gefahren auf, die von dieser neuen Riege von Zuhältern und Menschenhändlern ausgehen und die Maschen, mit denen sie arbeiten. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen schmierige, zwielichtige Typen mit rumänischen oder bulgarischen Zwangsprostituierten das Rotlichtmilieu alleine regierten. Heute kann es auch gut der schöne junge Mann von nebenan sein, der dir Blumen bringt, dir die schönsten Komplimente macht und dir ewige Treue schwört.


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48 Kommentare

Briur vor 26 Tagen
Das gibts auch bei anderen. Mein Kollege ist in der BDSM Szene und auch er braucht junge Mädchen, die er dann so manipuliert, dass sie abhängig sind und alles aushalten. Wenn sie nicht mehr genügen, lässt er sie einfach fallen von einem Tag auf den anderen. Sie sind dann völlig verzwrifelt
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Tilo vor 26 Tagen
Nach dem Strafgesetzbuch der Schweiz ist es verboten entgeltlichen Sex mit einer Minderjährigen Person zu haben, da es sich um sich un Ausnützung eines Abhängigkeitsverhältnis handelt, ansonsten ist Sex mit Personen ab 16 uneingeschränkt erlaubt, fallls einvernehmlich. Rechtslage in DE kann jedoch eine andere sein.
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Peter vor 26 Tagen
Auch viele hier. Es gibt viele bordelle wo 16 jährige freiwillig arbeiten. So lange das schutzalter bei 16 ist und es nixht illergal ist wird das so bleiben
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Sonia vor 26 Tagen
Filmtipp: Ich habe gerade den Film "Ich gehöre ihm" gesehen, wurde mal auf ARD ausgestrahlt und ich war schockiert und betroffen, wie manipulativ der Typ mit dem Mädchen umgeht. Sie hat scheinbar keinen andern Ausweg gesehen, als immer wieder zu ihm zurückzukehren, da er sie ja "liebt". Obwohl sie merkt, dass alles ein falsches Spiel ist, entkommt sie ihm nicht, da er nicht nur ihr mit Gewalt droht, sondern auch gegenüber ihrer Familie. Der Film ist erschreckend, aber wohl total realistisch und es wird nichts verschönt.
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