Schweizer rappt mit Samy Deluxe

Laurin Buser ist ein alter Hase im Bühnen-Business. Mittlerweile arbeitet der junge Basler mit Rap-Grösse Samy Deluxe zusammen. Wir haben den Künstler auf einen Kaffee getroffen.

Der 25-jährige Laurin Buser steht schon seit mehr als zehn Jahren auf deutschsprachigen Bühnen. Mal tritt er als Slam-Poet auf, mal als Rapper, Moderator oder Schauspieler. Der Basler gibt «einen Fick auf die Genres», wie er uns beim Kaffee erklärt und eckt mit seiner Kunst auch gern mal an. Mit uns spricht er über seine neue EP «Schmuck», die gerade rausgekommen ist.

Laurin, du tobst dich in verschiedenen kreativen Bereichen aus. Bist du eher Slam-Poet oder Rapper?

Ich muss mich nicht einordnen. Ich mixe die Sachen gerne und rappe zum Beispiel auch, wenn ich im Kleintheater auftrete. Eine Bühne ist eine Bühne und da kann man schlussendlich machen, was man will. Das kommt bei mir immer phasenweise.

Die wenigsten Teenies stehen auf Gedichte und Lyrik. Wieso hast du damals mit Slam-Poetry angefangen?

Meine ganze Teenagerzeit habe ich mit Schreiben verbracht. Angefangen habe ich mit Rap-Zeug, aber keine Freunde gehabt, die das auch mochten. Meine Eltern erzählten mir dann vom Poetry-Slam-Format und bin einfach mal hingegangen. Ich war voll überzeugt davon, dass ich sicher mega gut sein werde, habe aber eher abgekackt. Trotzdem war ich sofort angefixt.

Kommst du allein mit deiner Kunst über die Runden?

Ja, ich habe noch keine Familie und muss ja nur mich selbst durchfüttern, ich habe alles was ich brauche. Aber man hat halt keinen fixen Lohn, es hängt immer von den Gagen ab: Mal verdiene ich an einem Tag so viel, wie jemand, der wochenlang dafür arbeitet, dann ist wieder ein paar Wochen Dürre. Meine Kollegen in Deutschland sind da eher am Struggeln.

Wie sieht ein Tag in deinem Leben aus?

Der Luxus ist, dass ich es nicht sagen kann, weil jeder Tag anders ist. Momentan bin ich im Zivildienst, also ist alles ziemlich geregelt. Nebenher organisiere ich alles, was noch ansteht und schreibe nach der Arbeit Texte oder mache Auftritte.

Vor kurzem ist deine neue EP «Schmuck» bei Samy Deluxe’ Label erschienen und ihr habt bereits zusammen getourt. Wie war das für dich?

Aufregend! Das Auftreten an sich war aber eigentlich wie immer: Sobald ich auf der Bühne stehe, ist es scheissegal, ob das jetzt die Bühne von Samy Deluxe oder die Schauspielhausbühne in Zürich ist. Das ist dann einfach mein Job, mein Alltag.

Dein neuer Track «Hot» wird als Sommerhit gefeiert. Welche Idee steckt hinter dem Song?

Meine Freundin und ich waren im Urlaub. Dort war es unfassbar heiss. Wir haben getropft vor Hitze, aber waren eben auch frisch verliebt und dauerrollig. Die Hitze kombiniert mit der Erinnerung an das alte Lied «Sex in der Wüste» von Ideal hat die Songidee inspiriert.

Hat das Musikvideo eine tiefere Bedeutung?

Im Video zu «Hot» findet man auf jeden Fall humorvolle Anspielungen auf den Klimawandel. Natürlich hätten wir auch ein typisches Beachgirl zeigen können, aber ich hatte einfach keinen Bock auf dieses aalglatte Zeug. Das Reproduzieren von immer demselben Scheiss ist nicht der Spirit des Hip-Hop, finde ich.

Und wie gehts jetzt weiter für dich?
Mich zieht es in die Grossstadt. Hamburg ruft. Aber ich werde weiterhin ein bisschen überall sein, so wie jetzt. Das nächste grosse Projekt ist eine richtige Album-Produktion. Diesen Sommer moderiere ich ausserdem den «Grand Poetry Slam» in der Augusta Raurica und gehe danach nach Brasilien, um Slam- und Rap-Workshops zu geben und aufzutreten. 


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2 Kommentare

TheRock vor 5 Monate
Liebe Jungen, hört doch endlich mal mit dieser Affen-Dschungel Musik auf und hört wieder mal ein bisschen guten Rock !! würde euch gut tun.
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Antwort von Selma vor 5 Monate
Und dir würde es gut tun ein bisschen offener zu sein 😉
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