Ich habe versucht, mit Internet-Geld reich zu werden

Angeblich lässt sich mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen ziemlich gut und schnell Geld machen. Unser Redaktor wagte den Test.

Heute existieren über 1000 Kryptowährungen und immer wieder schiessen deren Werte innert Stunden in die Höhe oder versinken im Nichts. Hier kann man rasch Kohle machen – und noch schneller verlieren.

Ich kaufe mir für 500 CHF rund 0.13 Bitcoin. Das Ziel: 2000 CHF. Um dahin zu gelangen, suche ich stundenlang coole Krypto-Channels auf Slack, Telegram, Discord, 4chan und Reddit, chatte mit Entwicklern und Nerds und teste mit einfachen Tools aus Spass eine eigene Kryptowährung. Nach drei Tagen Lektüre starte ich dann meinen Feldzug zum Reichtum.

1. Woche: Potential entdecken

Ich habe vier vielversprechende Coins gefunden – für die Nerds: WTC, OMG, ZRX, XMR – und stecke da mein digitales Geld rein. Die nächsten Tage verbringe ich damit, alle fünf Minuten die Kurse zu checken. Das kostet verdammt viel Nerven, aber immerhin sehe ich beinahe ausschliesslich grüne Zahlen.

Eine Woche später halte ich mich für den grössten Investor seit Jordan Belfort. Die Kurse sind explodiert, mein Portfolio ist jetzt 1500 CHF wert. Nice. Vom Erfolg gepusht versuche ich mich an weiteren Strategien.

2. Woche: Daytrading

Auf dem Papier klingt das easy: Da die Kurse innert eines Tages üblicherweise immer wieder steigen und sinken, soll man schlicht an jeweiligen Tiefpunkten kaufen und an Höchstpunkten verkaufen. Ich versuche mit umgerechnet 300 CHF Bitcoins pünktlich zu kaufen und zu verkaufen und schalte mir Handy-Benachrichtigungen für grobe Kurswechsel ein.

Aber: Ich habe das Gefühl dieser Markt verarscht mich. Wenn ich verkaufe, steigt der Kurs den restlichen Tag, wenn ich kaufe fällt er. Nach zwei Tagen bin ich 200 CHF ärmer, habe aber immerhin verdammt viel über Daytrading gelernt. Beispielsweise: Don’t do it!

3. Woche: Abwarten

Eine Woche später macht die Meldung die Runde, dass China Kryptowährungen verbieten wolle. Und obwohl sich das kurzzeitig später schlicht als Einschränkung für chinesische Trader herausstellt, fallen die Kurse brutal. Auf Slack und Discord schiebt die Szene Panik, was den Preis nur weiter in die Tiefe treibt. Ich bin mittlerweile wieder bei 900 CHF angelangt. Seufz.

Ich lasse mich aber nicht von der Panik anstecken und denke an ein Krypto-Gebot, dass ich auf 4chan gelesen habe: Das Schwierigste, aber oft auch Beste, ist es, nichts zu tun. Ich sehe mir den Bitcoin-Kurs des letzten Jahres an. Er hat sich vervierfacht, ist zwischendrin aber noch extremer gecrasht als diese Tage. Ich atme tief durch, investiere meine Kohle in langfristig vielversprechende Projekte (für die Nerds: ETH, XMR, IOTA) und trete aus diversen Krypto-Chats aus.

An die 2000 CHF komme ich irgendwann eh noch – aber lieber mit ruhigem Kopf als mit halbprofessionellem Trading.

Bevor ihr das Zuhause versucht: Das sind keine Investitionstipps. Also lest euch bitte zuerst tief in die Materie ein (Stichworte: Blockchain, Kryptowährungen, Mt. Gox), bevor ihr euer Erspartes verpulvert.


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107 Kommentare

Virtuelle Währung??? vor 17 Tagen
Ich habe mich auf Anfrage eines Kollegen, ob ich auch bei ihm mitmachen wolle, mir ein paar Infos zu dem Thema gegoogelt. Dabei bin ich für mich zum Schluss gekommen, dass diese virtuelle Währung rein auf der Rechenleistung von Clustern beruht. Je mehr Rechenleistung um so grösser der Ertrag, umso mehr sinnloser Energie- und Resourcenverbrauch. Aus ökologischer Sicht absolut unbrauchbar. Zudem stellt sich die Frage woher die Kursschwankungen herrühren - Angebot und Nachfrage allein können es ja nich sein? Wie siehts mit Kontrollinstanzen aus? Wenn ich mir sogenannte Nodes zum schürfen zulege - verdiene ich mit denen in 4 Jahren immer noch etwas oder muss ich infolge der steigenden Rechenleistung neuerer Nodegenerationen meine bisherige Investition abschreiben und wieder aktuelle Technik anschaffen? Solange diese Fragen im Raum stehen, werde ich mich nicht darauf einlassen.
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Antwort von Crypto Invest vor 16 Tagen
Mining ist nicht mehr rentabel in Zentraleuropa. Die Stromkosten sind zu hoch bei uns. Du kannst allerdings bei cloudmining mitmachen und bei einem Anbieter dich einmieten. Am einfachsten ist aber, direkt über eine Tradingplattform wie z.B. Coinbase/GDax Ether und Bitcoins zu kaufen. Du kannst mit TenX/Visa direkt mit deiner Karte an 36mio POS bezahlen. Cool
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Antwort von Beginner Lukas vor 15 Tagen
Wo kann man chainlink oder auch tronix kaufen? wie gehe ich dabei vor wenn ich investieren möchte? wo kann ich diese währungen kaufen?
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Antwort von vor 14 Tagen
Spannender Bericht aber bevor ich auf Coinbase kaufen würde, hätte ich mich etwas schlau gemacht. Die Bitcoin Kauf Gebühren sind teilweise einfach sehr hoch. Um den besten Preis / tiefsten für den Kauf Deiner Kryptowährung zu finden besser mal vergleichen und erst dann Entscheiden. bestcryptoexchange.com oder eine der vielen Seiten helfen Dir sicherlich weiter. Aufpassen musst Du auch bei Kreditkarten Kosten bei den Bitcoins. Habe bereits diverse Exchanges ausprobiert und bei CEX.IO wie auch Coinbase gekauft, wobei ich bei ersterem bleibe.
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