Vater führt 10-Jährigen im Internet vor

Weil er andere Kinder gemobbt hatte, wurde ein amerikanischer Junge aus dem Schulbus geworfen. Die ungewöhnliche Reaktion des Vaters sorgt nun für Diskussionen im Netz.

Millionen von Menschen haben den zehnjährigen Hayden aus Roanoke, Virginia auf seinem Weg zur Schule begleitet. Zumindest virtuell – nachdem sein Vater Bryan Thornhill das Video, das seinen Sohnemann beim Dauerlauf durch strömenden Regen zeigt, auf Facebook teilte.

Bryan fährt seelenruhig hinter seinem Jungen her, der durchnässt und mit schwerem Rucksack bepackt ganz schön flott in Richtung Schule eilt. Dabei erklärt der strenge Vater den Auslöser für diese doch eher harsch wirkende Strafe: «Mein Sohn wurde für drei Tage von der Busfahrt suspendiert, weil er andere Kinder gemobbt hat. Das toleriere ich nicht.» Deswegen müsse sein Spross jetzt die ganze Woche zur Schule joggen.

Altmodische Kindererziehung

«Das ist ganz simple, altmodische Kindererziehung. Es tötet niemanden. Es ist eine gesunde Methode, ein Kind zu bestrafen, weil es gleichzeitig auch eine sportliche Übung ist», rechtfertigt Papa Thornhill seine Aktion. Gleichzeitig nutzt er die Gelegenheit, um ein weiteres heikles Thema anzusprechen: «Ich bin stolzer Waffen-Supporter, ich liebe Waffen. Aber meine Kinder liebe ich mehr. Und da ich sie nicht in einen Safe sperren kann wie meine Waffen, muss ich die Initiative ergreifen und sie kontrollieren und erziehen.»

Der Clip spaltet seitdem die Lager in den sozialen Netzwerken, wo er innerhalb weniger Tage weit über 25 Millionen Mal angeklickt wurde. Die Frage, ob diese Art von Bestrafung und vor allem die Blossstellung des eigenen Kindes im Internet moralisch, ethisch und pädagogisch der richtige Weg sei, wird heiss diskutiert.

Verweichlichte Schneeflöckchen

Während die einen in enthusiastischen Beifall ausbrechen und Bryans rabiate Erziehungsmethode nicht nur gutheissen, sondern richtiggehend feiern («Herausragender Job! Wir brauchen mehr Eltern wie diesen Typen. Dann gibt es bald nicht mehr so viele Schläger und verweichlichte Schneeflöckchen!»), kritisieren andere sein Verhalten scharf oder unterstellen ihm Geltungsdrang: «Ich bin sehr für disziplinäre Massnahmen. Aber wenn du ein Video davon ins Netz stellst, erkennt man genau, dass du einfach nur aufmerksamkeitsgeil bist! Armer Junge!»

Negativen Kommentaren gegenüber reagiert der Vater, der mit der Bestrafung seines Sohnes (gewollt oder ungewollt) seinen ersten viralen Hit gelandet hat, fast schon zynisch: «Wenn du dir in die Hosen scheisst, weil du ein Kind joggen siehst, dann tust du mir leid. Sollte dich das wirklich so sehr aufregen, dann musst du vielleicht einfach mal selbst eine Runde laufen.»

(Video: Warrior Code | Facebook)


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90 Kommentare

Zulian vor 3 Monate
Total ùbertrieben!
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Schwyzer vor 3 Monate
Der Vergleich mit der Waffe ist gut; die Waffe kann man im Kasten wegsperren, einen Menschen muss man zu sozialem Verhalten erziehen. Die Strafe ist denkwürdig und der Sohn wird sie nicht so schnell vergessen.
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IndoorKamin vor 3 Monate
Ab und zu muss man bestraft werden und vorallem in diesem Falle, vertsehe ich den Vater sehr gut. Lieber so als mit einer Schelle.
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Denker vor 3 Monate
Strafe ist gut aber die Blosstellung finde ich gar nicht gut. Man sollte seine Kinder niemals ins Netz stellen.
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