«Ich bin es gewohnt, eine Abnormität zu sein»

Ein Topmodel mit den Zügen einer ausserirdischen Katze: Caitin Stickels leidet an einer seltenen Erbkrankheit, die ihr Gesicht wie nicht von dieser Welt erscheinen lässt. Wir haben mit dem neuen Star der Fashionwelt geredet.

Die glamouröse Modewelt hat ein neues Gesicht, das zurzeit weltweit viral geht und klassische Schönheitsstandards vollkommen auf den Kopf stellt. Aus den Reihen der gewöhnlichen Supermodels und Laufstegschönheiten sticht Caitin Stickels nicht nur durch ihre Tattoos und ihren alternativen Style, sondern vor allem durch ihr beinahe schon unmenschliches Gesicht heraus.

Ihre neueste Modestrecke für das «V Magazine», fotografiert vom international gefeierten Startfotografen Nick Knight – der auch schon Musikvideos für Kanye, Gaga und Björk gedreht hat – erobert seit einigen Tagen Social-Media-Kanäle, Newsportale und Herzen rund um die Welt. Die ungewöhnliche Schönheit wirkt wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Caitin wurde quasi über Nacht zum Star.

Hallo Caitin! Wie gehst du damit um, plötzlich berühmt zu sein?
Es ist ein bisschen lustig, weil ich nur ein paar Stunden vor Veröffentlichung der Bilder von Facebook blockiert wurde. Ich kann nichts mehr posten, teilen oder kommentieren, bis sie diese Sperre aufheben. Irgendjemand hat wohl eines meiner älteren Fotos gemeldet, weil es ihm zu freizügig erschien. Die Resonanz auf Nick [Knights] Bilder ist jedenfalls wahnsinnig und ich kann es gar nicht verstehen. Noch lache ich darüber.


Hast du einen normalen 08/15-Job? Wovon lebst du?

Ich modle, ich singe, ich schauspielere. Momentan werde ich vor allem von Magazinen als Model gebucht, gelegentlich auch für Musikvideos. Ausserdem haben wir gerade die Dreharbeiten für einen grossen Film mit Crispin Glover abgeschlossen, in dem ich eine tragende Rolle innehabe. Ganz allgemein würde ich mich einfach als Künstlerin bezeichnen – ich möchte mich da nicht einschränken.


Wie kamst du zum Modeln?
Viele Leute, Künstler, denen ich begegne sagen mir, sie hätten schon lange nach jemandem gesucht, der so surreal, «unecht» aussieht, wie ich. Lange Zeit wusste ich nicht, was ich aus mir machen sollte. Aber dann kamen eben diese Menschen in mein Leben und ich merkte, dass mein Äusseres kein Hindernis darstellte – im Gegenteil. Mit den ersten Projekten kamen auch gleich die Anfragen für weitere Zusammenarbeiten.


Du hast kein Problem damit, im Rampenlicht zu stehen. Viele deiner Arbeiten zeigen dich freizügig oder auch ganz nackt.
Haut ist Haut. Ich wünschte, mehr Leute wären mit dieser simplen Antwort zufrieden und könnten damit leben. Ich selbst konnte es lange nicht. Meine Tattoos haben mir dabei geholfen, mich in meiner eigenen Haut wohl zu fühlen. Sie sind ein Symbol für meine Reise. Vielleicht schäme ich mich deshalb nicht – weil ich so hart um mich selbst gekämpft habe.

Es gibt dennoch bestimmte Schönheitsideale und Standards. Wie gehst du damit um?
Diese Standards werden wohl in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Aber ich merke, es gibt ein Streben nach Änderung und Alternativen. Ich bin hier, um das voranzutreiben. Damit werde ich nie aufhören können, selbst wenn ich wollte.


Viele – vor allem junge – Leute sind sehr unsicher und haben ein negatives Körperbild. Was rätst du?
Jeder Mensch hat Unsicherheiten. Damit meine ich wirklich jeder. Wer etwas anderes behauptet, ist ein Lügner. Sogar unsere grössten Idole und Superstars. Aber hey – hinter all dem Glitzer sind wie alle nur Menschen. Und wir wollen alle einfach nur überleben. Sich über Unsicherheiten und Äusserlichkeiten selbst zurückzuhalten ist keine gute Idee. Versuch, dein bestes Selbst zu sein – das ist alles was du machen kannst. Und musst.


Du bist mit dem Katzenaugen-Syndrom zur Welt gekommen. Heute stehst du voll dahinter und hast es mehr oder weniger zu deinem Markenzeichen gemacht. Warst du immer so selbstbewusst?
Als kleines Mädchen war ich sehr schüchtern. So richtig wahnsinnig schüchtern. Aber ganz ehrlich? Ich glaube, das hatte mehr mit meiner introvertierten Persönlichkeit zu tun, als mit meinem Aussehen. Ich bin und war es gewohnt, eine Abnormität zu sein.

Wenn du etwas an deinem Körper oder deinem Aussehen ändern könntest…
… dann wäre das mein Bauch. Also der Magen. Würde ihn mit etwas ersetzen, das stärker ist. Mir ist ständig übel, ich vertrage kaum etwas. Das hasse ich.


Kommentar schreiben

63 Kommentare

Harley vor 1 Monat
Unglaublich diese negativ kommentare... alle schreien nach offenheit gleich berechtigung Akzeptanz usw.. diese frau macht was ihr spass macht hat glück das sie ein model sein darf, wo andere aus irgend einem grund scheittern wo möglich noch am laufmeter dazu... und man sieht wie immer die meisten nur auf äusserlichkeiten achten dabei hat diese frau einen wundervollen tollen charakter nicht wie andere die nur oberflächich künstlich aufgezogenen sind. Ich finde es sehr traurig und armselig von anderen menschen nach dem aussehen verurteilt zu werden die einen nichtmal kennen...
1
1
Antwort
de ueli vor 1 Monat
Musste alle Bilder anschauen und habe nicht einmal diese speziellen Augen gesehen. Nur wieder einen ausgebeuteten Körper.
18
1
Antwort
Hamid vor 1 Monat
Das find ich voll scheisse was bringt das eigentlich? Kranken menschen
7
26
Antwort
Phil H. vor 1 Monat
Sorry nur hässlich, aber die Nacktaufnahmen und Tattoo's sind wahrscheinlich der Renner. Da gefallen mir meine beiden "Heilige Birma" Katzen tausend Mal besser, die sind wirklich schön!
13
32
Antwort
«Siri macht mich geil»

«Siri macht mich geil»

Weisst du, was schwule Bären sind?

Weisst du, was schwule Bären sind?

Rettet diese Frau den Deutschrap?

Rettet diese Frau den Deutschrap?

«Myspace Tom» ist jetzt insta-famous

«Myspace Tom» ist jetzt insta-famous