«Eltern wickeln ihre Kinder in Watte ein»

Du brauchst einen Safe Space, fühlst dich bereits von Worten bedroht und würdest die fragwürdige Äusserung deines Gegenübers am liebsten verbieten? Gratuliere, du bist eine einzigartige Schneeflocke.

«Special Little Snowflake» ist ein Begriff, der in den USA schon länger spöttisch für die überempfindliche Jugend verwendet wird. Ein Grossteil von uns fühlt sich ausserordentlich schnell angegriffen und glaubt, dass selbst Worte und Mikro-Aggressionen schweren psychischen Schaden anrichten können.

Diese Dünnhäutigkeit geht so weit, dass sich US-Universitäten mittlerweile genötigt sehen, sogenannte «Safe Spaces» einzurichten. Statt sich dem freien Gedankenaustausch zu widmen, fordern Studenten Zonen, in denen sie sich nicht von kontroversen Meinungen bedroht fühlen. Die britische Autorin Claire Fox befasst sich in ihrem neuen Buch «I Find That Offensive» mit der «Generation Snowflake». Ihre Forderung an die Jugend: «Reisst euch zusammen!»

Aus Political Correctness wird schnell Zensur

«Es geht um die Idee, dass wir eine sehr dünnhäutige Generation haben», sagt Claire Fox im Interview mit 20 Minuten Tilllate. Sie stellt die These auf, dass all die einzigartigen Schneeflöckchen die Meinungsfreiheit bedrohen: «Viele Jugendliche sind nicht mehr bereit für eine offene Debatte und wollen Meinungen, die ihnen widersprechen, einfach verbieten.»

Dass junge Leute mehr Sicherheit fordern anstatt Grenzen auszutesten, bezeichnet Fox als unglaublichen kulturellen Wandel. Und sollten sich die geforderten Safe Spaces tatsächlich durchsetzen, könnte dies auch grössere politische Konsequenzen haben: «Dann führt diese Überempfindlichkeit letzten Endes zu Zensur», befürchtet Fox. So kann zum Beispiel der Begriff «Hatespeech» missbraucht werden, um kontroverse Meinungen zu diffamieren. Wenn du etwas nicht magst, nenn es einfach rassistisch oder sexistisch.

Ein Begriff aus der Alt-Right-Ecke

Das Problem an Fox' These: Das Ganze riecht irgendwie nach Alt-Right-Bewegung und Trump-Supportern die behaupten, es gäbe heutzutage zu viel Political Correctness. «Es stimmt, die neue Rechte hat diese Erkenntnis für ihre Interessen missbraucht», findet die Autorin. «Das Problem wird dadurch aber nicht weniger wahr. Eigentlich müsste es die Linke genauso ansprechen.» Dass dies nicht geschieht, ist ironischerweise wiederum Ausdruck einer gewissen Überempfindlichkeit.

Fremdenfeindliche Bemerkungen werden heutzutage oft mit freier Meinungsäusserung gerechtfertigt. Für Fox ist dies völlig legitim: «Freie Meinungsäusserung darf keine Grenzen haben. Ein extremes Beispiel: Wenn du behauptest, dass es den Holocaust nie gegeben hat, würde ich dich zwar für einen Idioten halten, aber ich würde lieber mit dir diskutieren, als dir das einfach zu verbieten.»

«Eltern wickeln ihre Kinder in Watte ein»

Aber wer trägt überhaupt Schuld daran, dass sich unsere Generation so schnell einschüchtern lässt? Fox glaubt, die Verantwortung liege unter anderem bei den Eltern: «Viele Eltern wickeln ihre Kinder in Watte ein», sagt sie. Viel sinnvoller wäre es, auf die Belastbarkeit der Kleinen zu vertrauen und diese auch Fehler machen zu lassen. Nur so lernen die Kids, später im Erwachsenenleben mit realen Problemen umzugehen.

Sprich: Wenn du bereits mit Mikro-Aggressionen überfordert bist, wie willst du dann damit umgehen können, wenn irgendwann etwas wirklich Schlimmes passiert? Oder in den Worten der «I Find That Offensive»-Autorin: «Wie sollen wir zum Beispiel richtigen Rassismus bekämpfen, wenn wir uns ständig mit Kleinigkeiten befassen?»

«Die Jugend tut sich selbst keinen Gefallen»

Die Dünnhäutigkeit der Jugend schlägt sich bereits in ihrer Gesundheit nieder: «Immer mehr junge Leute denken, sie hätten psychische Probleme. Dann gehen sie allem, was sie herausfordert, aus dem Weg. Denn sie glauben, sie seien nicht fähig, mit gewissen Situationen umzugehen», sagt Fox. «Ich will mich darüber auf keinen Fall lustig machen, aber die Jungen tun sich damit selbst keinen Gefallen. Indem sie alle negativen Gefühle einfach ausblenden oder gar verbieten wollen, lernen sie gar nicht erst damit umzugehen und sich zu wehren.»

Dies wird spätestens dann zum Problem, wenn die Generation Snowflake im Erwachsenenalter auf sich alleine gestellt ist. Irgendwann werden unsere Eltern, die uns vor allem und jedem beschützt haben, nicht mehr da sein. Dann sind wir gezwungen, mit dem Ernst des Lebens klar zu kommen. Der Ratschlag von Fox: «Zeigt Mut – so zerbrechlich seid ihr nicht.»


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60 Kommentare

Monika vor 20 Tagen
Jedes erwachsene Arschloch war mal ein Kind.
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Zombie vor 23 Tagen
Hmmmmm??? Interessanter Artikel!!! Wie ich auch schon in anderen Artikeln erläutert habe, so liegt dieses Problem ganz einfach an der Umerziehungspolitik und Globalisierung! Einfach so zu behaupten, dass NUR Die Eltern daran Schuld seien, genügt mir absolut nicht. Wisst Ihr, heute kann ein Kind sogar noch seine Eltern anzeigen, was zu meiner Zeit niemals möglich gewesen wäre ausser es ging um schwere Misshandlungen, dann ja aber heutzutage kann ein Kind seine Eltern anzeigen, weil es kein Handy oder PC haben darf und genau das ist bescheuert! Danach werden Eltern von irgendwelchen Organisationen oder sogar noch spezialisierte Aemtern per Brief eingeladen und psychologisiert!! Man versucht danach den Eltern reinzureden, dass Diese eventuell psychische Probleme haben und all diesen Quatsch anstatt zu verstehen, dass Eltern es ja nur gut mit Ihrem Kind meinen indem Sie es noch kein Handy geben wollen und somit werden den Eltern dann sozusagen die Hände gebunden. Heutige Eltern sind dazu verpflichtet, Ihr eigenes Kind so zu erziehen, wie es der Mainstream vorschreibt, das nenne ich eine wahre falsche Diskriminierung, Freiheitsberaubung und Hausfriedensbruch!!! Genau das ist einer meiner prinzipiellen Gründen, weshalb ich niemals Kindern auf die Welt setzen wollte und erst im späteren Alter, lernte ich dann endlich die Dame aller Damen kennen, die es genauso wie ich sieht und denkt!! Wir hielten nie etwas von der Ehe und noch weniger Kindern zur erziehen, sind aber keineswegs feindlich gegenüber der Gesellschaft aber wir finden, man kann sich gegenseitig auch immer lieb haben ohne unbedingt Kindern auf die Welt zu setzen oder etwa nicht? Schlussendlich ob man es wahrhaben will oder nicht, so hat die wahre Liebe absolut rein gar nix mit der Ehe und Kindererziehung zu tun!! Paare die aber bevorzugen trotzdem zu heiraten und Kindern auf die Welt zu setzen, können des selbstverständlich tun aber danach jammern ist lächerlich, man muss sich schon vorher sehr genau überlegen für was und für wen man überhaupt das alles machen muss aber viele Paare überlegen sich das vorher nicht wirklich und warum nicht? Weil Diese schon als Kindesbeinen von Ihren Eltern reingeredet worden ist, dass Sie einmal gerne Enkelkindern hätten ansonsten würden Sie sehr traurig sein, tja wie schon gesagt, es ist alllleeesss psychologisch! Ich habe auf diesen Gedanken, wo selbst meine Eltern einmal über mich hatten darauf geschissen und gesagt, ich tu das was mein HERZ will und nicht das was IHR wollt, weil ich nun mal nicht wie Euch bin!!! Danach auch dieser ewige total unrealistischer Gedanke eines Vaters oder Mutter, dass Ihr Kind danach genaugleich wie Sie wird, ist ebenfalls total falsch am Platz. Eine Dame kann 10 Kindern haben, doch keines ist gleich wie die Mutter oder der Vater, es sind alllleee verschieden und denken und handeln danach auch verschieden, weil die Kindern dann in einer völlig anderen Zeit aufwachsen als Ihre Eltern und manche Eltern sind schon selbst mit viele Sachen von heute überfordert und genau DAAAAA passieren dann solche Unangehmigkeiten, dass die Kids danach Snowflakes oder Schwarzfuss Schnemänner / Frauen werden!!! Ich habe Mitleid mit den Kids, ganz ehrlich, Sie tun mir einfach Leid manchmal aber ich bin nun mal kein Politiker, kein Aktivist in sonst solche Sachen und auch kein Stronzolist, ich bin nur Jemand, der grossartig über die Kindererziehung hier kommentiert doch selber keine Kindern jemals gehabt hat also verziehe ich mich lieber wieder weg und gehe auf ein Kornfeld und stehe den ganzen Tag und Nacht lang dort als hübsche männliche langhaarige Vogelscheuche!! Ich lade für Euch noch einer meiner absoluten Lieblingsfilme weltweit von meinem Mentor hoch, wo man darin genau sehen kann, wie man Kindern am besten NICHT als Snowflakes erzieht hehehe 😃 !!!! Besten Dank für die Aufmerksamkeit, weitere Nachrichten folgen dann um 20. Uhr auf ARD 😃 !!!!!!
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Anonym vor 23 Tagen
Danke, dass das Thema endlich einen Weg in die Mainstream-Medien findet und auch dort sachlich diskutiert wird - wie in diesem Artikel. Es gibt übrigens sehr viel Kritik von Links, diese Linken werden aber selbstverständlich als Nazis und Faschisten bezeichnet.
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DaDave79 vor 23 Tagen
Der Sohn einer Bekannten ist 9....er fängt an zu weinen wenn die Schnürsenkel offen sind. Er kann sich die Schuhe nicht binden.
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