Deutscher Rapper scheisst auf Geschlechter

Jahmica startet mit seinem Track «Deine Bitch» gerade durch. Im Interview verrät uns der Rapper, wieso er sich weder als Mann noch als Frau fühlt.

Wir wussten bisher nicht viel über Jahmica, den mysteriösen Rapper mit der heftigsten ~*Aesthetic*~ seit es Tumblr und Vaporwave gibt. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen David heisst, haut seit rund sechs Jahren mit ausgetüftelten Punchlines um sich. Wir wollten den Künstler, der sich in seinem neusten Video als «deine persönliche Schlampe» vorstellt, etwas genauer kennenlernen und haben ihm deshalb auf den Zahn gefühlt.

Drogen und Hip-Hop als Ausweg aus der Einöde

David kommt aus dem dreckigen Osten Deutschlands und wohnt mittlerweile in Leipzig. «Ich komme aus einer Gegend, in der du als Teenager nicht viele Möglichkeiten hast ausser Drogen zu konsumieren und dir von älteren Leuten mit überkommenen Werten einen Mix aus konservativ-religiösen, homophoben, frauen- und fremdenfeindlichen Verhaltensweisen abzuholen», erzählt uns das Rap-Talent.

Die konservative Einöde nervte ihn. So sehr, dass er sich Drogen und Hip-Hop zuwandte – «als Ausweg aus dem Nichts», wie Jahmica sagt. Seit 2011 veröffentlicht er nun hin und wieder EPs und Mixtapes im Netz, so auch sein neustes Meisterwerk «Deine Bitch». Die Optik des Videos samt ungelenker Moves wirkt wie eine Hommage (oder Parodie) an den kanadischen Rapper Drake.

Lines wie «Ich bin ein Mann im Körper einer Frau, ruf mich einfach an sobald du mich brauchst» scheinen bei einigen Hörern für Verwirrung zu sorgen, wie die Kommentarspalte auf Youtube zeigt. Ist an der Aussage was dran? «Ich teile die Auffassung, dass im Universum alles in allem enthalten ist. Somit glaube ich nicht daran, dass eine Person zu 100% Mann oder zu 100% Frau sein kann. Ich benutze den Begriff genderfluid mit der Tendenz, so etwas wie Gender als soziale Konstruktion generell eigentlich abzulehnen», erklärt der Musiker und beweist damit, dass sich deftige Punchlines und Gesellschaftskritik sehr gut vereinen lassen.

Fürs Debüt reicht’s - wortwörtlich

Wer mehr von Jahmica hören will, kann sich bisher veröffentlichte Tracks und Mixtapes auf seinem Youtube- und Soundcloud-Kanal anhören, oder beisst einfach noch ein bisschen die Zähne zusammen: Am 12. Mai erscheint sein Album «Fürs Debüt reicht’s», das der Rapper selbst als Experiment bezeichnet: «Nach dem Release ist alles offen und die Karten werden neu gemischt. Ich arbeite da in verschiedene Richtungen, möchte aber noch nichts weiter dazu sagen.» 


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49 Kommentare

kanre vor 1 Monat
der inbegriff von: scheisse. 😀
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Zeus187 vor 1 Monat
Was sich heute alles Rapper schimpft... bähhh
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Und Tschüss vor 1 Monat
"Wer mehr von Jahmica hören will...." Danke. Mir reicht das hier Gelesene.
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Hurter vor 1 Monat
Als ob es noch eines weiteren Beweises dafür bedurft hätte, dass Drogenkonsum das Hirn zerstört.....
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