Krasse Botschaften auf Modelkörpern

Eine aufrüttelnde brasilianische Kampagne sagt Sexismus den Kampf an: An der Fashion Week wurden die Körper von Models mit Farbe und heftigen Botschaften beschmiert.

In Brasilien, dem Land der Miss Boom-Boom-Wahl und der Stringbikinis, findet jährlich die «São Paulo Fashion Week» statt. Eine Woche, die Sexisten und Feministen dieses Jahr gleichermassen in Erinnerung bleiben wird: Die brasilianische Zeitung «O Estado de São Paulo» initiierte nämlich eine Kampagne, um auf den tief verwurzelten Sexismus im Land aufmerksam zu machen.

Zusammen mit der Agentur «FCB Brasil» entwickelten sie das Projekt «Invisible Sexism»: Sie liessen Models auf dem Laufsteg laufen, die antisexistische Botschaften auf ihren Körpern trugen, die erst im Blitzlichtgewitter und auf Fotos zu erkennen waren. Sprüche wie «Ich ziehe an, was ich will», «Mein Rock ist keine Erlaubnis» und «Haut zeigen ist nicht reizen» wurden aber nicht einfach auf die Körper gepinselt – der Designer Amir Slama sprühte sie mit unsichtbarer Farbe auf.

Modelkörper als Projektionsfläche

Die Sprüche stehen für sich allein und die Message ist klar. Die Körper der Models als Projektionsfläche für die Botschaften zu nutzen, macht die Aktion so einzigartig. Das sieht auch Joanna Monteiro so, CCO von «FCB Brasil». Unsichtbarer Sexismus müsse gesehen werden, damit wir ihn mit der nötigen Ernsthaftigkeit besprechen können, wie sie im offiziellen Statement sagt. «Die Farbe ist mit blossem Auge nicht zu sehen, genau wie die Vorurteile und Gewalt nicht immer sofort erkennbar sind.»


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60 Kommentare

Spassbremse vor 6 Monate
Hahaha. Was für ein Witz. Die grösste Sexisten-Branche überhaupt setzt sich "gegen Sexismus" ein. Hahaha.
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Antwort von Klugscheisserin :) vor 6 Monate
Sie sagen es.Das Ganze hat ja auch überhaupt nichts mit Feminismus zu tun,oder damit,den Sexismus zu bekämpfen (im Gegenteil).Das Problem sind die Medien,ganz einfach.Leute nutzen Sexismus (egal in welche Richtung) um Aufmerksamkeit bzw. Kohle zu kriegen.Und die kriegen sie ja dann auch,es wird ja immer über Dinge berichtet,die eigentlich keinen interessieren uns sonst auch keiner mitkriegen würde.Und um dafür nicht verurteilt zu werden,wird gerne Feminismus verwendet:Viele Promis strecken Arsch und Titten in die Kamera und wer etwas dagegen sagt,ist ein Slut-Shamer,oder hat etwas gegen Gleichberechtigung oder was weiss ich.Diese Menschen wollen einfach tun und lassen können,was sie wollen,ohne dafür kritisiert zu werden.Dass viele Frauen (und auch viele Männer) jahrhundertelang dafür gekämpft haben,nicht mehr nur als Objekte angesehen zu werden (sexuell UND sozial,in Abhängigkeit vom Mann),auch ihr Leben gelassen haben,das wird ignoriert und die Bewegung für die eigenen Zwecke benutzt.All diese Leute sind KEINE Feministen,sondern das pure Gegenteil davon.
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Antwort von Spassbremse vor 6 Monate
Die jenigen die heute "gegen Sexismus" und "feministisch" unterwegs sind, sind entweder naiv die darauf reingefallen sind oder es sind Marketing-Kampagnen und Zielgruppen-Anheuchelei. Echte Feministinnen würden sich für Frauen in Saudi-Arabien und Co einsetzen und nicht noch zusätzliche sexistische Privilegien für Frauen fordern in Ländern in denen Gleichberechtigung längst erreicht ist.
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Antwort von Merlin vor 6 Monate
@ Spassbremse: Google mal den Begriff Gleichberechtigung,du scheinst ihn nämlich nicht mehr zu verstehen.Auch in der Schweiz herrscht noch LANGE keine Gleichberechtigung.Männer werden rechtlich oft benachteiligt (Wehrdienst,Thema Vaterschaftstest usw.) und Frauen gesellschaftlich (Prostitution).Erstens kann ich in Saudi Arabien REIN GAR NICHTS bewirken und wie gesagt,gibt es auch bei uns noch genügend Baustellen.Ausserdem:Nur weil Sie sich nicht auf beide Dinge gleichzeitig konzentrieren können,müssen längst noch nicht alle Menschen so beschränkt sein (beschränkt meine ich nicht gemein,mehr von der Handlung her,mehrere Dinge gleichzeitig zu machen).Zu sagen😀a und da ist es noch viel schlimmer ist nichts weiter als eine Ausrede dafür,nur auf dem Hintern zu sitzen und für sich selbst zu schauen.Nur mal so zur Info:Länder wie Schweden oder Norwegen,sind am Weitesten fortgeschritten in Sachen Gleichberechtigung,aber auch da gibt es noch Baustellen.Erkundigt euch doch einfach,statt hier einfach der Hetze zu folgen,ohne eine Ahnung zu haben,was Feminismus eigentlich bedeutet.Man sollte sich seine Meinung nicht nur über solche Medien bilden,sich objektiv erkundigen und sonst besser mal die Klappe halten.
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