Ehrlich gesagt pfeife ich auf Mülltrennung

Gewisse Sachen sollte man nicht im Hausmüll entsorgen. Unser Redaktor tut es trotzdem – und wünscht sich eine Tracht Prügel.

Meine Eltern werden mich töten, wenn sie diesen Text lesen. Da haben sie mir jahrelang beigebracht, den Müll sauber zu trennen und jetzt, wo ich alleine wohne, ist es mir ziemlich egal.

Eigentlich fühle ich mich manchmal schlecht dabei – so etwa drei Sekunden lang. In den eigenen vier Wänden, so ganz ohne Mitbewohner, die mich anschnauzen könnten, habe ich anständiges Recycling aber tatsächlich verlernt.

Ich weiss, wie falsch das ist

Ich bin einer dieser notorischen Energy-Drink-Konsumenten. Ist die Dose einmal leer, landet sie aber nicht feinsäuberlich im Büchsen-Abfall, sondern einfach im normalen Hausmüll – rezykliert wird sie höchstens als DIY-Aschenbecher. Das Gleiche gilt für Tuben und diese Alu-Dinger, in denen Essen geliefert wird. Die alten Batterien aus der Fernbedienung? In den Müll. Tetra und PET? Weg damit. Pizzaschachteln? Zerreissen und in den Abfallsack stopfen. Immerhin mit Glas gebe ich mir Mühe: Wenn sich die Weinflaschen stapeln, wage ich manchmal tatsächlich den Gang zur Recycling-Stelle.

Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, wie uncool das eigentlich ist. In einer Welt, deren Rohstoffe knapp werden, ist Mülltrennung eigentlich verdammt wichtig. Bei Dosen zum Beispiel kann mit Recycling etwa 95 Prozent der Energie gespart werden. Es gibt kein einziges objektives Argument gegen Mülltrennung. Mir ist vollkommen klar, wie falsch ich mich verhalte – und trotzdem tue ich es. Wie Falschparken. Oder Kiffen. Aber das ist eine andere Diskussion.

Wahrscheinlich bin ich einfach zu faul. Wenn ich nämlich unterwegs bin und am Bahnhof diese Mülltrennungs-Behälter rumstehen, achte ich mit Freude darauf, meine Dosen im richtigen Fach zu entsorgen. Find ich super. Aber mir zuhause die Mühe machen, das Zeug zu sammeln und anderthalb Kilometer zur nächsten Sammelstelle zu schleppen? Boah, nai merci.

Der soziale Druck fehlt

Was mir allerdings auffällt: Bevor ich alleine gewohnt habe, war ich in Sachen Mülltrennung nicht annähernd so schluderig. Bei Mama und Papa eh nicht. Aber auch in der ersten WG habe ich noch alles nach Vorschrift entsorgt. Vielleicht fehlt in der Ego-Bude einfach die Überwachung: Wenn dir deine Mitbewohner wegen einer nicht-recycleten Dose böse Blicke zuwerfen, wirst du es dir beim nächsten Mal genauer überlegen. Seit ich eine Bude für mich habe, pfeif ich ehrlich gesagt aber auf Mülltrennung. Ist ja keiner da, der mich dafür verurteilen könnte. Höchstens der Müllmann – und der hat bestimmt schon Schlimmeres gesehen.

In meinem Umfeld ticken viele junge Menschen ähnlich. Zwar ist es momentan hip, möglichst ressourcenschonend zu leben. Wenn niemand hinschaut, nehmen es aber auch meine umweltbewussten Kollegen mit der Mülltrennung nicht ganz so genau. Sogar meine Ex-Freundin, die vegan lebt und so ziemlich alles tut, um den Regenwald, unser Klima und die ganze Welt zu retten, enstorgt ab und zu heimlich eine Konservendose im Gebührensack. Wer ohne Sünde ist, der werfe die erste PET-Flasche.

Okay, dann legt mal los. Ich will hier einen anständigen Shitstorm sehen. #Aufschrei und so. Wenn ich eine Tracht Prügel bekomme, bessere ich mich vielleicht irgendwann.


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176 Kommentare

alter Sack vor 7 Monate
Es gibt nichts was unnötiger ist als den Müll zu trennen. Nichts, absolut nichts steht in Relation. Aufwand für Abtransport, Vorsortierung, Nachsortierung Weiterverarbeitung und Restverbrennung weil zu teuer zum sortieren. Es wurde ein Industriezweig erschaffen mit Zertifizierung zur Befriedigung des ökologischen Gewissens. Dies ist seit über 15 Jahren erwiesen. Lesen und Informieren!!
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The crow vor 10 Monate
Keine Panik, ich schmeisse alles in den Müllsack, ohne schlechtes Gewissen. Der Sack ist auch super teuer, so das soll das ganze gelabber?
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Dash vor 1 Jahr
Hallo, Sorry ich schmeiss auch alles in den Hausmüll. Ich wohne alleine, hab kein balkon wo ich den stinkenden "Güselsack" rausstellen könnte. Aus dem Grund landet bei mir alles im Müll um ca alle 7-10Tage einen Sack voll zu bekommen. Nach spätestens 10Tagen stinkt der Müll so schlimm und mich reuts dann einen halb vollen Sack weg zu werfen. Ist keine Ausrede, bin ehrlich.
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Ruedi vor 1 Jahr
Wer zu faul ist, seinen Abfall zu trennen und zur Sammelstelle zu tragen muss heute nicht mehr auf Recycling verzichten! Einfach ein Abo bei Pinkbag lösen und den Rest übernehmen sie.
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