Hilfe, meine Mitbewohner betreiben eine Hanfplantage!

Anna* wohnt in Zürich, mietet ein Haus am See und hat Untermieter, mit denen sie sich super versteht. Einziges Problem: Ebendiese Mieter bauen seit Kurzem im gemeinsamen Garten Hanf zum Eigengebrauch an. 20 Minuten Tilllate erzählt sie von ihrem Dilemma.

Mein Garten ist gross, schön, grün und voller Gras. Gras wie Marihuana, nicht Rasen. Mit Eintrudeln der ersten Frühlingssonnenstrahlen begannen meine Mitbewohner, genau wie alle unserer Nachbarn, den Garten aus dem Winterschlaf zu wecken. Der grösste Unterschied: Im Gegensatz zu den Familien von nebenan, pflanzten meine Untermieter statt Tulpenzwiebeln Hanfpflanzen.

Ich liebe die verrückten Typen, mit denen ich mein Haus teile. Wir gehen respektvoll miteinander um, kochen oft zusammen und haben die lustigsten Spieleabende der Welt. Dass die anderen alle gerne mal kiffen, hat mich bisher nie gestört. Mich persönlich hat es einfach nie wirklich gereizt.

Die Kollegen sind gelassen, ich mache mir Sorgen

Bisher wucherten allerdings auch keine hüfthohen Hanfpflanzen in meinem Garten. Eine Hecke schützt zwar vor ungewollten Blicken, den charakteristischen Duft hält diese jedoch nicht davor ab, auf die Strasse und in die umliegenden Gärten zu gelangen. Unsere Nachbarn sind auch ganz cool drauf, trotzdem habe ich irgendwie keinen Bock auf ein Schreiben der Staatsanwaltschaft oder einen Besuch von der Polizei.

Auf geäusserte Bedenken reagieren meine werten Kollegen ziemlich gelassen und für meinen Geschmack etwas zu sorglos und abwehrend. Es würde schon nichts passieren und wenn doch, dann solle ich eben sagen, ich hätte damit nichts zu tun. Und sie würden ja nicht dealen, sei ja alles nur für sie selbst. Alles easy. Oder?

Geht es mir wirklich an den Kragen?

«Als nicht kiffende Hauptmieterin mit dem Wissen, dass illegale Substanzen auf von dir zur Verfügung gestellten Plätzen angebaut werden, machst du dich theoretisch auch strafbar», widerlegt Anwalt Pablo Bünger die Aussagen. Hierfür können mir bis zu 30 Tagessätze Geldstrafe und ein Eintrag ins Strafregister drohen.

Für meine Gras anbauenden Kollegen verhält es sich anders. Überraschenderweise könnten sie sogar glimpflicher davonkommen als ich. Hält sich die angebaute Menge nämlich in Grenzen und kann glaubhaft dargelegt werden, dass das Gras wirklich nur für den Eigengebrauch verwendet wird und nicht zum Weiterverkauf gedacht ist, muss man nicht gleich mit drakonischen Strafen rechnen.

Mein Motto: No risk, more fun!

Bünger erklärt: «Bei Cannabisanbau zum Eigengebrauch kommt man mit einer Busse von rund 100 Franken weg und hat auch keinen Strafregistereintrag.» Interessant ist: «Macht man Eigenkonsum im Umfang der ganzen potentiellen Ernte geltend, leitet die Polizei diese Information an das Strassenverkehrsamt weiter. Dieses ordnet dann einen Führerausweisentzug an, bis mittels verkehrsmedizinischem Test belegt werden kann, dass man keinem regelmässigen Cannabiskonsum mehr nachgeht und so kein Risiko für den Strassenverkehr darstellt.»

Na gut. Ich bin ein Weichei und habe Angst vor düsteren Gefängniszellen. Darum gehe ich wohl auf Nummer sicher und degradiere mich selbst zur langweiligen Spielverderberin. «No risk, more fun» lautet mein Motto. Den Traum von botanischen Selbstversorgerprojekt muss ich wohl platzen lassen. Sorry, Leute.

*Name von der Redaktion geändert
(Bild: flickr.com / Symbolbild)



 


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34 Kommentare

Paradigm vor 12 Monate
No risk, more fun... Ist ja ein schöner Grundsatz. Nur sieht das unser Gesetzgeber leider anders. Es stimmt auch, dass keine drakonischen Strafen bei (Nachweislichem Eigenbedarf und keiner Weitergabe, auch nicht unentgeltlich...) Eigenanbau drohen. Ich würde mich aber trotzdem auf eher auf den Spruch "Wo kein Kläger, da kei Richter" folgendermaßen verlassen: Ich selbst rauche auch gern. Habe einen großen Garten >1000m2 der auch von der Straße über keinerlei Einsicht verfügt. Ich habe aber auch viee Gäste von denen einige nicht kiffen bzw. ich mir nicht sicher bin, wie sie ticken. Auch Beziehungen können sich verändern. Warum soll ich riskieren, das dass jemand sieht und aus Versehen plappert. Ich könnte mich mit Pflanzen im Garten auch nicht entspannen, aucch nicht wenn es meine Nachbarn machen würden. Warum? Weil es Growboxen gibt die unter anderem nicht umsonst solche Namen wie "Secret Garden" 😉 usw. tragen. Also: Growbox her und - ganz wichtig - Klappe halten (Ich hatte ein Tächtelmächtel, wollte aber nicht mehr. Das Mädel schon - sie ließ nicht locker bis ichs ihr eben klar gesagt hab - 2 Wochen später stehen die Gschmierten bei mir vor der Tür mit nem Durchsuchungsbefehl auf anonyme Anzeige hin - Wer das wohl war??? (Die Hölle kennt keine Wut wie die einer verschmähten Frau...) Ich habs aber gerochen und vorher schon alles abgebaut. Schwein gehabt. Hätte mich €100 nd ne Nachschulung gekostet. Auch wenn ichs im Garten gehhabt hätte. Nicht schlimm, wäre aber vermeidbar gewesen hätte sie nichts mitbekommen weil die Tür zur Growbox offen stand. Und der Ärger darüber tut weit mehr und länger weh als die kleine Bestrafung dafür, dass man Pflanzen wachsen lässt, die eigentlich ohnehin natürlich vorkommen....Also nochmal: Indoorgrowen und NIEMANDEM, ich kanns gar nicht oft genug sagen, NIEMANDEM NIEMANDEM NIEMANDEM davon erzählen. Dann chillt sichs auch besser vor, während und nach dem Ernte-Dank-Fest.... 😉 Ich selbst wohne in einem Haus, growe wieder und nichtmal meine Lebenspartnerin weiß davon (oder sie gibts nicht zu... :-D ) Ok; Bißchen Eigenlob muss sein: ich habs auch saugeil versteckt... 😉 Aber der Punkt ist, dadurch ich hab weder Mitwisser die sich strafbar machen oder sich verplappern können. Ich hab einfach immer wie von Zauberhand ein paar Spaßbrösel rumliegen und da wird nicht nachgefragt weil man die schließlich auch ganz gerne konsumiert. Ich kenne weit mehr als 20 Indoorgrower die seit über 15 Jahren dass so zu Hause machen. Wurde noch keiner erwischt. Warum ich sie kenne? Ich bin mit ihnen aufgewachsen... :-D
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Josef vor 1 Jahr
Schwach..
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OCB's finest vor 1 Jahr
Wo fange ich am besten an... ich hab mir den artikel nicht komplett antun können... schon in den ersten 2 oder 3 abschnitten des artikels war mir klar das die gute dame wohl keine ahnung vom anbau hat... erstens... die pflanzen, so stark sie auch riechen mögen, werden durch den geruch nicht gross bis gar nicht auffallen. Warum? Solange die mitbewohner eine 3 meter zone rund um das anbagebiet gezogen haben, wird der geruch kein thema sein, da dieser sich schneller verflüchtigt als man seilbinde sagen kann... ich entnahm den kommentaren folgendes, nämlich, dass kiffer sich verändern wenn sie gekifft haben... ja das stimmt sogar... wir werden träge und eventuell auch unser empfinden ein wenig gleichgültiger. Das kommt aber auf die sorte gras an. Wenn ich den text komplett gelesen hätte, fände ich bestimmt noch zig tausend andere gründe um ihre argumente oder ängste ( wie auch immer[hallo gleichgültigkeit] ) wiederlegen zu können. Also leutze, stay high, go fly
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oiOio vor 1 Jahr
Ich kifffe seit bald 15 Jahren und bin egal ob breit oder nicht immer ich selbst. So einen Stuss, dass sich die Menschen verändern..... Wenn man sich selbst einredet, dass der Konsum einen verändert, dann liegt das nicht an der Droge sondern an deinem Kopf. Kenne sogar genug Beispiele mit LSD und anderen Halluzinogenen, denen ihr den Konsum nicht einmal anmerken würdet, wenn ihr die riesen Pupillen nicht sehen würdet....
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