Das Hakenkreuz ist jetzt ein Fashion-Statement

Jahrtausendelang stand die Swastika für Sonne, Glück oder Wohlbefinden – dann kam Hitler. Jetzt will ein Modelabel das Hakenkreuz strassentauglich machen.

Als Adolf Hitler 1920 die Swastika in ein Naziemblem umwandelte, war er ein frustrierter Künstler, der mit dem urreligiösen Sonnen- und Glückssymbol der sterbenden nationalsozialistischen Partei zum Aufschwung verhelfen wollte. Heute ist das Symbol in diversen europäischen Ländern zu gewissen Teilen verboten und zu sehen ist es vor allem bei Nazidemos oder Kostümpartys des britischen Königshauses.

Eine erschlagende Mehrheit der Menschen verbindet die Swastika heute untrennbar mit dem deutschen Nationalsozialismus. In Europa sehen nur wenige das Symbol noch in seinem religiösen Kontext. Für Hinduisten ist das Hakenkreuz gleich nach dem Om eines der wichtigsten Symbole und steht für den ewigen Kreislauf von Geburt und Tod und bedeutet Freude, Licht oder Leben.

Love, Peace und Hakenkreuz

Das europäische Modelabel «KA design» ist der Meinung, es sei idiotisch, die Swastika den Nazis zu überlassen. Das Hakenkreuz soll den Rechtsextremen entrissen und wieder als Symbol der Sonne und der Liebe gefeiert werden. Zumindest wünscht sich dies das Label, wie es in einem Interview mit «Dazed» verrät. Dabei ginge es weniger um Profit, sondern eher um das Umdeuten des Symbols. Und um «Friede, Liebe und Freiheit».

Deshalb produziert «KA design» jetzt Shirts und Hoodies mit einer Swastika drauf. In Regenbogenfarben. Und mit Schriftzügen wie «Love», «Peace» oder «Zen».

«Degenerierte Idioten»

Was die Welt davon hält, bekommen die Designer auf ihrer Facebook-Page zu spüren. Bisher ist das Feedback … naja, «negativ» ist ein eher diplomatisches Wort für «degenerierte Idioten» oder «Fuck you very much». Da ist es auch verständlich, dass sich die Macher der Shirts nicht unbedingt in den Vordergrund rücken und bewusst nicht kommunizieren, aus welchem Land die Designer stammen oder wie viele Shirts bisher verkauft wurden.

Momentan ist die Shop-Seite gerade  offline. Ob das daran liegt, dass ihr Sortiment bereits ausverkauft ist oder ob die Designer mit den Hass-Rückmeldungen auf ihr umgedeutetes Hasssymbol nicht klarkommen, konnten wir nicht herausfinden.

Was haltet ihr von der Idee? Ist das ignorant und respektlos oder sind die Shirts die langerwartete Methode, um den Nazis das Symbol zu entreissen und sie aufs (Haken-)Kreuz zu legen? Sagt es uns in den Kommentaren!


Kommentar schreiben

108 Kommentare

Maya vor 12 Tagen
Natürlich kann dieses Zeichen nichts dafür, dass es zu dem gemacht wurde, als was wir es heute wahrnehmen. Doch auch wenn es ursprünglich eine andere Bedeutung hatte: Wir interpetieren es nun einmal nicht besonders positiv. Die Idee, einem eigentlich grossartigen Zeichen seine ursprüngliche Botschaft zurückzugeben ist grundsätzlich nicht verkehrt. Allerdings wird sie hier einfach an einem zu verrufenen Beispiel ausprobiert. Auch wenn das natürlich nicht die Absicht ist, wird hier für längst vergangene Gräueltaten geworben, welche kein differenziert denkender Mensch wieder aufleben lassen möchte.
3
2
Antwort
August Forell vor 12 Tagen
NS Zeichen/Hätten die Nazis ihre Ideen über den Weg der Verhütung/Sterilisationen durchgesetzt,keine Menschen umgebracht ,kein Mensch hätte sich empört.Bevor Ihr Euch unnötig aufregt;in der Schweiz/USA/Schweden wurden die Vasektomien schon in den 1920 ziger grossräumig durchgeführt.
3
1
Antwort
Ggh vor 12 Tagen
Lekt mich doch am A
0
2
Antwort
H.H vor 12 Tagen
Der Dolf würde sich über diese Entwicklung freuen. Wenn wir schon beim Hinduismuss sind, lohnt es sich fileicht die Situation aus deren Augen zu betrachten. Die Hindus glauben ja an die Wiedergeburt. Demnach könnte es ja sein, dass der Führer wider unter uns weilt.
3
2
Antwort
Soll Spotify Nazi-Musik sperren?

Soll Spotify Nazi-Musik sperren?

Er pisst Insta-Fitness-Stars ans Bein

Er pisst Insta-Fitness-Stars ans Bein

Würdest du diese Pille schlucken?

Würdest du diese Pille schlucken?

Diese App vereinfacht das Cyber-Mobbing

Diese App vereinfacht das Cyber-Mobbing