Junge Frau tritt Kunstszene in den Arsch

«Curated by Girls» ist ein Berliner Kollektiv, das für mehr Diversität in der Kunstszene kämpft. Wir haben uns mit Mitgründerin Laetitia über Girlpower, Ausstellungen und Weiblichkeit unterhalten.

Eine pinke Drachenfrucht über der Schamhaare rausschauen. Aufgeblasene Ballon-Brüste, die in einem Vogelkäfig gefangen sind. Wilde Collagen aus zerschnipselten Teenie-Zeitschriften – und dazwischen immer wieder viel nackte Haut: Die feministische Kunstplattform «Curated by Girls» ist das Liebeskind von Laetitia Duveau und Ophelie Rondeau. Die bunte Online-Spielwiese soll FotografInnen, FilmemacherInnen und anderen Talenten als Sprungbrett in die Szene dienen.

«Wir glauben an die Gleichberechtigung. Deshalb wollen wir alle Geschlechter, Ethnizitäten, Körpertypen und Generationen in unseren Arbeiten präsentieren», schreiben die beiden 29-jährigen Kuratorinnen in ihrem Statement. Entscheidend sei lediglich die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Vielfalt, wie uns Laetitia im Interview sagt.

«Ich bekomme täglich hunderte Einsendungen»

Die Französin ist eigentlich Musikerin und unter dem Namen «Little Voice» bekannt. Sie sei eher unabsichtlich in das Projekt gestolpert: «Es startete als Kollaboration zwischen Ophelie und mir. Wir wollten ein Kollektiv gründen, das von Diversität geprägt ist und in dem sehr unterschiedliche Arten von Menschen einen Platz finden können.»

Nach einigen Monaten verliess Ophelie das Kollektiv, um sich auf ihre Fotografie zu konzentrieren. Laetitia zog das Projekt alleine durch – mit grossem Erfolg. «Täglich bekomme ich hunderte Einsendungen von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Arbeiten veröffentlichen wollen. Ich schaue mir jede einzelne an.»

Erste Ausstellung in Berlin-Neukölln

Bei so viel Andrang lässt auch der Social-Media-Hype nicht auf sich warten: Rund 14'300 Instagram-Follower feiern die Bilder, die abgedrehte Arbeiten von internationalen KünstlerInnen wie Rachel Rottman, Annique Delphine oder Parker Day zeigen.

Mittlerweile hat es «Curated by Girls» sogar auf die Strassen von Berlin geschafft: Bereits drei Ausstellungen organisierte die Künstlerin in Neukölln. «Meine erste Show war unglaublich stressig. Ich stellte Arbeiten von 26 Künstlerinnen und Künstlern aus, die jeweils ihre eigene Geschichte zum Thema ‹Neue Weiblichkeit› erzählten», sagt Laetitia. Die Vernissage sei ein grosser Erfolg gewesen.

Girlpower statt verstaubter Kunsthallen

Fest steht: Es ist verdammt schwer, sich einen Namen in der Kunstszene zu machen. «Curated by Girls» bläst mit der nötigen Girlpower den Staub aus langweiligen Kunsthallen und schafft somit Platz für Andersartigkeit und Verletzlichkeit in der Kunstszene.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die artsy Girls live in Aktion zu sehen, hat bald die Möglichkeit dazu: Am 22. Februar findet die nächste Vernissage in Berlin statt und auch für den März und Mai sind bereits weitere Ausstellungen und Projekte geplant.


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17 Kommentare

lilalotta vor 7 Monate
uhm ist das nicht eine behaarte achselhöhle, die "dank" der drachenfrucht eine vagina darstellt? sodass die achselhaare erst durch die frucht zum schamhaar wird?
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Antwort
Antwort von Analfeti vor 7 Monate
Genau, jetzt seh ichs auch. Achselhöhle, kei n zweifel. Hab mich schon gewundert warum das schamhaar so komisch aussieht. Nichtsdestotrotz ist aber eine vagina gemeint, kein anus. Das ist schade. Den die ani werden immer noch tabuisiert......ich sehne mich nach dem tag, an dem sich die leute ganz selbstverständlich darüber unterhalten, wie sie sich nusstückchen, welche die verdauung überlebt haben, bei der analsäuberung aus den polochfältchen popeln.
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Antwort
So eine vor 7 Monate
Diversität heisst für mich eigentlich gerade eben NICHT sich nur auf ein Geschlecht zu konzentrieren.....
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So en Saich! vor 7 Monate
Vielleicht sollte ich meinen ungepflegten Bierbauch auch fotografieren und es Kunst schimpfen... Wird es dann auch zu einem alternativen Schönheitsideal?
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