«Die Homoehe ist eine dumme Idee»

Die «Ehe für alle» wurde in Deutschland beschlossen und das finden nicht alle gut. So auch der schwule Fabian. Er erzählt uns, warum er ein erklärter Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe ist.

 

Als vierzehntes Land in Europa hat Deutschland die Tore zur Eheschliessung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren geöffnet. Die Freude ist in grossen Teilen der Bevölkerung gross: Von einem lange überfälligen Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Humanität ist die Rede, von einem Sieg für die Liebe zwischen zwei Menschen.

Doch nicht jeder teilt diese Meinung. Kritische Stimmen – vor allem aus konservativen und religiösen Lagern – halten dagegen und bestehen auf die Definition der Ehe als einen Bund zwischen Mann und Frau. Dass ältere, heterosexuelle Damen und Herren und ein paar Christen Aufstand machen, sollte eigentlich niemanden verwundern. Irgendjemand ist ja schliesslich immer dagegen. Viel interessanter ist doch, dass selbst in LGBTQ-Kreisen nicht alle Freudensprünge machen.

Der 23-jährige Fabian lebt in Berlin und studiert Tanz und Theaterwissenschaften. Obwohl er selbst seit rund drei Jahren in einer schwulen Beziehung lebt, sagt er: Nein zur Homoehe! Wir haben mal nachgefragt.

Hallo Fabian, was sagst du zum Beschluss über die «Ehe für alle» in Deutschland?
Finde ich ehrlich gesagt eine dumme Idee. Total unnötig.

Das ist überraschend. Du bist selbst offen schwul, oder?
Das stimmt schon. Aber deswegen muss ich nicht alles befürworten, nur weil ein paar andere Schwuchteln ihre Regenbogenflaggen schwenken und bescheuerte Dinge fordern.

Gleichberechtigung und Liebe sind bescheuert?
(lacht) Natürlich nicht! Aber wir leben hier in Europa in einer Gesellschaft, die es zum Glück allen Menschen möglich macht, mehr oder weniger so frei und selbstbestimmt zu existieren, wie nur möglich. Mit der eingetragenen Partnerschaft besteht schon lange auch für Lesben und Schwule ein Modell, das der Ehe eigentlich so gut wie gleichgestellt ist.

Aber eben nicht ganz.
So what? Wozu sich an Begrifflichkeiten aufhängen? Sorry, aber ich find das einfach nur peinlich. Für mich bedeutet Gleichberechtigung nicht immer mehr zu fordern, sondern die Gesamtgesellschaft zusammenzubringen und eine fortschrittliche, gemeinsame Zukunft aufzubauen. Die Ehe im Allgemeinen halte ich für veraltet und nicht erstrebenswert – unabhängig von Geschlecht und Sexualität.

Wieso das?
Sie ist ein uraltes Konstrukt, das in erster Linie dazu gedient hat, Nachwuchs zu sichern, Kinderaufzucht zu stabilisieren und ein schon lange nicht mehr aktuelles Familienmodell zu schaffen. Vater arbeitet, Mutter kümmert sich um Haushalt und Kids. Come on – diese Zeiten sind längst vorbei. Zum Glück!

Also wärst du dafür, die Ehe ganz abzuschaffen?
Schau – ich bin kein Traditionalist. Aber der Spruch «Don't fix it, if it's not broken» trifft es eigentlich ganz gut. Ich bin auch kein fanatischer Homoehe-Gegner. Soll sich doch jeder ins eigene Unglück stürzen, wenn er das möchte. Aber hey – die Heteros haben doch eh nichts mehr für sich selbst. Lasst ihnen doch das einzige, was ihnen noch geblieben ist.

Warum so zynisch?
Was mich im Grunde an der ganzen Sache wirklich stört, ist dieses aufgesetzte «Gay Pride»-Getue. First World Problems, really. Homosexualität ist nichts, worauf man stolz sein müsste. Entweder man ist ein Homo oder eben nicht. Ist genauso wie mit Nationalstolz – völlig daneben. Man kann nur auf etwas stolz sein, das man selbst geleistet hat. Ich bin eher so der Typ für gelebtes Selbstverständnis.

Was hältst du von Adoptionen durch Homosexuelle?
Schwierig. Klar – wenn ein Kind liebende Eltern hat und ein behütetes Zuhause, in dem es aufwachsen kann und nicht in einem schrecklichen Heim untergebracht ist, ist das natürlich zu befürworten. Aber Kinder können grausam sein. Und wenn der kleine Robert als einziger in der Klasse zwei Mamis hat, dann wird ihn das höchstwahrscheinlich zu einer guten Zielscheibe für die Nachwuchs-Arschlöcher machen, die es eben immer geben wird. Aber wie gesagt: Schwieriges Thema.

Wie steht eigentlich dein Freund zu deiner Einstellung?
Der plant schon seit unserem dritten Date unsere Hochzeit und gibt bis heute die Hoffnung nicht auf. Mal sehen, wer zuerst einknickt.


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250 Kommentare

einige Klarstellungen vor 16 Tagen
Christen gehen Atheisten nichts an und umgekehrt. Solange ein Christ Christ ist solange warnt ihn seine Schwester und sein Bruder vor den Konsequenzen von Sodomie. Denn das Ziel eines Christen ist es in den Himmel zu Gott zu gehen. Wenn wir sündigen dann verbauen wir uns selbst durch unsere Sünden den Zugang zu Gott. Wenn wir unsere Brüder und Schwestern vor Sünden warnen die Gott als Todsünden bezeichnet dann nicht aus Bosheit oder Verachtung. Wenn ein Christ Gott und den Himmel und das Ewige Leben eintauschen will und dafür Sodomie tun will dann ist das seine Sache und dann ist er auch kein Christ mehr. Atheisten sind nie angesprochen beim Thema Sodomie. Das ist eine Familienangelegenheit. Aber eins ist klar .. eine Ehe hat Gott nur zwischen Mann und Frau angeboten. Es spielt keine Rolle wie sehr dafür gekämpft wird eine Ehe zu erhalten - vor Gott gibt es keine legale Ehe zwischen Mann und Mann oder Frau und Frau. Eine Ehe vor Gott zwischen 2 Männern oder 2 Frauen ist im Kern nichtig. Man kann sie erstürmen und erzwingen und täubelen. Gott ignoriert das Gestürme und akzeptiert diese Ehen nicht. 2 Christen Männer können nicht heiraten und sind gar keine Christen mehr. Christ sein heisst Christus nachzufolgen. Und Jesus Christus der Sohn Gottes hätte es nicht mal gewagt Gott eine ungültige Ehe andrehen zu wollen. Man kann nicht Christ sein und dasselbe Geschlecht heiraten wollen. Erzwingt man es trotzdem dann kommt die Strafe Gottes. Was erzwungen ist ist ungü¨ltig. Wenn ihr Priester zwingen wollt dann begeht ihr ein Verbrechen gegen einen Diener Gottes und gegen Gott. Dann wird Gott über euch das Zorngericht entfachen.
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Antwort
Antwort von Pete vor 16 Tagen
Märchenstunde ist vorbei, werd erwachsen.
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Antwort von Rick Sanchez vor 11 Tagen
Und dem Rest der Menschheit ist es egal, an was du glaubst. Also verschon uns mit deinem religiösen Geschwafel.
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Antwort von Thefuture vor 7 Tagen
Das hier ist Tillate, keine Online-Predigt. Ich finde jeder soll glauben was er will, aber andere zu verurteilen weil sie nicht dasselbe glauben ist sicher auch nicht "christlich".
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