Wissen Games bald, wann Frauen ihre Tage haben?

Eine geleakte Präsentation zeigt neue Strategien von Game-Entwicklern, um dir Kohle aus der Tasche zu ziehen. Und sie sind verdammt schräg.

Dass wir für die grossen Unternehmen der Welt ein offenes Buch sind, sollte uns allen bewusst sein. Klar, du kannst deine Webcam abkleben und keine Produkte von Facebook, Google oder Apple nutzen. Aber um wirklich safe vor Überwachung zu sein, müsstest du dich erstmal ein Jahr tief in Nerdkram vergraben, bevor du überhaupt begreifst, wo und wie du überwacht wirst.

Kürzlich machte im Netz eine angeblich geleakte Powerpoint-Präsentation des Datenhandelsunternehmens Data Broker die Runde. Darin wird erklärt, wie man Gamern am besten die Kohle aus der Tasche ziehen könnte. Und die Methoden sind gar noch um einiges verwerflicher als das Fiasko rund um «Star Wars: Battlefront», das dem Gamehersteller den Reddit-Kommentar mit den meisten Downvotes jemals einbrachte.

Big Data trifft Games

Die zündende Idee: Mit Hilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz soll die «Werbeerfahrung» möglichst präzise auf jeden einzelnen Spieler zugeschnitten werden. Anhand deiner Spielweise, deiner Spielzeiten, deines Geschlechts, deines Alters, deines Einkommens oder deines Aufenthaltsorts verändert sich das Spiel so, dass du möglichst wahrscheinlich In-Game-Käufe tätigst.

Die Präsentation erläutert gar, anhand von Veränderungen in der weiblichen Stimme das Ende der weiblichen Periode erkennen zu können und dementsprechend Werbung auszuspielen – weil man dann tendenziell empfänglicher für Käufe ist. Auch wenn man derzeit nicht auf die Schnelle passende Algorithmen finden kann – die Möglichkeit, dies mit genügend Daten und Rechenpower erkennen zu können, besteht.

«Eines der mächtigsten Werkzeuge der Welt»

In der Game-Welt ist das Thema rund um die personalisierte Bubble noch jungfräulich, aber dank Facebook und Google wissen wir: Die Daten dazu sind zumindest in vielen Fällen bereits vorhanden. Wenn du nicht gerade Edward Snowden bist, weiss dein Handy – und somit auch viele Apps –, wo du wohnst, wann du schlafen gehst und wer deine engsten Freunde sind. Oder um es mit den Worten des Unternehmens hinter der geleakten Präsentation zu sagen: «Daten sind eines der mächtigsten Werkzeuge der Welt. Wenn du sie hast, solltest du daraus Geld machen. Viel Geld.»

Das Resultat dieser Entwicklung könnte die verhassten Microtransaktionen in Games noch verbreiterter machen. Und wenn keine entsprechenden Gesetze erlassen werden, werden Game-Unternehmen zu Datenkraken und kaufen sich unsere Facebook-Likes ein – wenn sie die nicht eh schon haben. Danach werden sie uns genau dann zum Kauf eines witzigen «GTA»-Outfits überreden, wenn wir unseren Lohn bekommen, statistisch gesehen wahrscheinlich noch zwei Stunden am PC sitzen und unser Handy gerade nicht in Greifnähe liegt.

Ist der Leak real?

Wie bei vielen Leaks, die im Netz auftauchen, ist es natürlich schwierig, den Dokumenten vollständig zu trauen. Dass genügend Fachwortschatz und Detailtiefe vorhanden ist, liefert aber bereits einen ersten Hinweis. Ausserdem sind die technologischen Möglichkeiten für eine Umsetzung dieses Modells bereits gegeben. Ob die Powerpoint-Präsentation tatsächlich so gehalten wurde oder nicht, spielt demnach gar nicht so eine grosse Rolle – wir müssen so oder so lernen, mit dieser Zukunft klarzukommen.


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12 Kommentare

Lea vor 3 Monate
Verhüte mit dem Hormonstäbchen und habe seit dem Einsetzen zum Glück keine Mens mehr.Und jetzt Games Entwickler?
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Fox vor 3 Monate
Big Data ist ein Kartenhaus. Es braucht ein Sonnenwindchen und es bricht zusammen. Fertig Digitalisierung.
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Markus vor 3 Monate
Wieso immer alles so negativ sehen? Vielleicht kann man sich an "seinen Tagen" ein Damagebuff kaufen und sich an den Spielern im Internet abreagieren. Damit wäre allen geholfen - der Person selber, ihren Arbeitskollegen und sogar auch all den schlechten Verlierern die ständig behaupten, dass die anderen alle cheaten würden.
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vor 3 Monate
Ich entwickle auch an Games, aber soetwas würde ich nie und nimmer einbauen. Finde das unfair. Ein Game soll Spass machen, und wenn's geht, währe es natürlich schön, wenn all die tausend entwicklungs Stunden bezahlt würden. Aber dafür muss man die Spieler nicht "Abzocken".
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