«Wir diskutieren und masturbieren gern»

Frittiertes statt Abnehmtipps, Glitzer und Sex statt zertrampeltem Ego – das neue «F Mag» beweist, wie dringend wir ein weiteres Frauenmagazin brauchen.

«Wir diskutieren gern, wir masturbieren gern und wir lassen uns gern inspirieren. Wir halten nichts von Tabuthemen und noch weniger von Must-haves. Wir wollen nicht mehr lesen, was junge Frauen müssen, sondern zeigen, was sie draufhaben», lesen wir im Editorial des neuen «F Mags», das letzte Woche sein Debüt feierte – viel Glitzer inklusive.

Das Frauenmagazin steht für Politik, Sex und Lametta – und grenzt sich damit von vielen verstaubten und klischeebeladenen Themen ab, die sich sonst auf den Seiten grosser Magazine finden. Mit der 28-jährigen Mitherausgeberin Gina Nicolini sprechen wir über Karrieretipps, Selbstzweifel und Otterbilder.

Vergangene Woche hast du mit fünf anderen Powerfrauen das «F Mag» herausgebracht. Wie kam das Projekt überhaupt zustande?

F Mag ist aus einem Gefühl der Unzufriedenheit entstanden. Keine von uns fühlte sich vom Angebot der klassischen Frauenmagazine überzeugt. Uns war schnell klar: Wir machen jetzt was Neues! Nämlich ein Magazin, das wir mit ruhigem Gewissen unseren Freundinnen geben würden.

Politik, Sex & Lametta – euer Leitspruch klingt so gar nicht nach dem typischen Frauenmagazin. Was macht F Mag einzigartig?

Das F Mag soll seine Leserinnen nicht mit dem Gefühl zurücklassen, sich verbessern, abnehmen oder besser im Bett sein zu müssen. Außerdem scheinen viele andere Magazine ihren Leserinnen nicht besonders viel zuzutrauen. Uns wurde mal gesagt, Frauen wollen Zerstreuung, Männer Informationen. Das ist Quatsch.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Meistens finden wir uns am Vormittag im Büro ein und dann sitzen wir am Computer, schreiben, telefonieren, korrigieren, diskutieren miteinander und teilen die neuesten Memes und Otterbilder in unserem Chatprogramm.

Deine journalistische Ausbildung hast du an der renommierten Henri-Nannen-Schule in Hamburg absolviert. Welches Erlebnis hat dich dort am meisten geprägt?

Ich habe mich ständig mit den anderen verglichen und in meiner Wahrnehmung komplett abgestunken neben ihnen. Irgendwann haben wir alle zusammengesessen und ich habe dann von diesem Gefühl erzählt. Die Antwort? «Oh, so geht es mir auch!» Das hat mir noch mal mehr gezeigt, wie sehr einen unsere leistungsorientierte Gesellschaft verunsichern oder sogar kaputt machen kann.

Welche konkreten Tipps hast du für Jugendliche, die in deine Fussstapfen treten wollen?

Ganz konkret kann ich allen nahelegen erst mal ein Praktikum zu machen. Wenn ihr merkt, dass es dieser Job sein soll, dann schreibt was das Zeug hält: Macht einen Blog, nutzt Twitter, Facebook und Instagram. Lest die Zeitung, informiert euch darüber, was in der Welt passiert, seid kritisch, entwickelt eine Haltung. Ein Spezialgebiet zu haben ist immer gut, um sich von den anderen abzugrenzen.

Wie geht es jetzt mit F Mag weiter? Welche Projekte sind noch geplant?

Das wissen wir leider noch nicht so genau. Wir hoffen natürlich, dass sich das Heft so gut verkauft, dass wir vom Verlag das Go bekommen, viele weitere Ausgaben zu machen. Ich selbst arbeite gerade an einem Blog, der voraussichtlich im Mai online gehen wird. Dazu verrate ich dann gerne mehr, wenn es so weit ist.


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14 Kommentare

Zombie vor 2 Monate
Hmmmm? Ja warum denn nicht? Ist doch eine tolle Idee, endlich mal aus dem Frauenklischee anderer Magazine rauskommen zu wollen und mal zu probieren, dass zu schreiben was man eigentlich selber will und sowie ich die Fotos hier gesehen habe, sind die Damen auch künstlerisch begabt, was die Fotomontagen angeht und der ganze Outfit des Magazins angeht! Ich kann als Mann den Damen hier, nur das Beste wünschen!
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ou an vor 2 Monate
ja weil es ja vieeeel zu wenige Frauenzeitschriften gibt....und davon redet auch noch keine von sex oder wie stark frauen sind...nene..
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Gilla vor 2 Monate
Ein Frauenmagazin für Frauen unter 30 und sie machen ein Print-Heft draus? Naja.
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Ruedi vor 2 Monate
Gute Ideen, reicht das Die Aussage, dass sie nicht wissen was als Nächstes ansteht, ist aber typisch für diese Generation. Gut ausgebildet (?) aber keinen Pfupf zum Durchziehen?
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Nein, das sind keine Fotografien

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