Ganz viel Geld für ein Porno-Stipendium

Eine Porno-Produzentin verschenkt derzeit über eine Viertelmillion Franken. Wer das Geld abstauben will, muss mit einem abgefahrenen Erotikstreifen herausstechen.

Erika Lust macht Pornos wie niemand sonst. Ganz ohne Männer mit Penissen in Elefantenrüsselausmassen und Frauen mit Silikonbrüsten, die jeden Moment zu platzen drohen. Die 39-jährige Regisseurin aus Schweden, die wohl als Pionierin in Sachen feministischer Pornografie bezeichnet werden kann, dreht realistische Sexfilme. Mit Szenen, wie wir sie aus dem echten und eigenen Sexleben kennen.

Um die Männerdomäne aufzumischen, vergibt sie jetzt Stipendien an junge, vorwiegend weibliche Nachfolger. Im Wert von über einer Viertelmillion Franken – damit würden wir 5400 Mal in den Europa Park reisen, fast 54'000 Bierchen kippen oder könnten uns und unserer Familie 350 neue iPhones kaufen.

Langweilig und ausgelutscht

«Mainstream-Produktionsfirmen zeigen uns ständig das gleiche Szenario: Ein weisser, heterosexueller Mann, der die weibliche Pornodarstellerin zu seiner eigenen Befriedigung nutzt», erzählt Lust 20 Minuten Tilllate. Das sei langweilig, eigentlich echt ausgelutscht. Mainstream-Erotikfilme präsentieren uns eine einseitige, negative und vor allem extrem unrealistische Version von Sex. Und genau dieses Bild versucht die Indie-Filmemacherin zu ändern.

«Ich will, dass Frauen die Qualität von Erwachsenenfilmen verändern und aufwerten», sagt Lust. Und zwar durch sex-positive Pornos, die ein angenehmes Gefühl verbreiten und Schlafzimmer-getreu sind statt den kühnsten Fantasien von männlichen Hardcore-Pornoregisseuren zu entstammen. «Wenn es Geld ist, was es dazu braucht, steuere ich das sehr gerne bei», so Lust. Und das stammt aus ihrer eigenen Tasche. Beziehungsweise aus derjenigen ihrer Firma.

Keine gefakten Orgasmen, sondern echtes Vergnügen

Um einen Teil des Stutz für den eigens fabrizierten Porno abzusahnen, sind einige wenige Bedingungen zu erfüllen: «Die angehenden Sex-Regisseurinnen müssen kreative Köpfe sein, Kenntnisse übers Filmemachen und vor allem fantastische Ideen haben», so Lust. Hiermit ein kurzes Sorry für diejenigen unter euch, die sich schon mit der iPhone-Kamera bewaffnet an ein Skript gesetzt haben.

Erotikbusiness-Jungfrauen, die es bisher nicht in Betracht gezogen haben, erotische Kunst zu produzieren, seien der schwedischen Filmemacherin sogar am liebsten. Das wichtigste Merkmal der feministischen Erotika ist aber wohl, den Zuschauern ein natürliches Paar beim Sex zu zeigen. Genau so, wie sich die schönste Nebensache der Welt hinter unseren eigenen verschlossenen Türen abspielt. «Ach ja, und die Darsteller verspüren echten Sexgenuss. Ganz ohne diese lauten, gefakten Orgasmen», ergänzt Lust.

Frauen wissen, was sie brauchen

Die Frage nach Stipendien für männliche Regisseure – die können sehr wohl auch feministisch veranlagt sein – ignoriert Erika Lust. Soll wohl heissen, dass Männer in diesem Fall ausnahmsweise mal die Finger vom Pornobusiness lassen sollen. Dazu Meisterin Lust: «Woher sollen die bitte besser wissen, was uns gefällt, als wir Frauen selber?!» Wo sie recht hat, hat sie recht.


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75 Kommentare

Empörte Feministin!!!!!!!! vor 1 Jahr
Schon das erste Bild entlarvt die Regisseurin als eigentlich männergesteuerte, unselbstständig existierende und unterdrückte Frau. Ganz deutlich sieht man, wie der Mann die Frau körperlich und geistig unterdrückt und in "Besitz" nimmt. Mit seinem ganzen testosterongeschwängerten Körper drückt er die wehrlose Frau gewaltsam auf das Sofa. Seine Hand (die Hand!, sie gilt überall als Zeichen des Inbesitznehmens. Mit der Hand greift man etwas um es zu benutzen!) grabscht gierig und besitzergreifend nach ihrem ungeschützten Busen. Obwohl die Frau sich sichtbar den Kopf von ihm fernhält um sich verzweifelt zu schützen lässt der Aggressor nicht von ihr ab und befriedigt rücksichtslos und egoistisch seine eigenen, aggressiv-männlichen Triebe. Was auf der ersten Darstellung zu sehen ist ist also ganz klar ein männerdominiertes Bild von Geschlechtsverkehr. Auf Bild 14 geht es dann weiter mit der sexuellen Bevormundung der Frau durch den Mann. Nur scheinbar geht das Geschehen von der Frau aus. In Wahrheit befriedigt hier der Mann sein ihm eigenes Bedürfnis nach subtiler Manipulation und Verführung. Er bringt das Unterbewusstsein der Frau mit Mikrokörperzeichen auf subtile Weise dazu, sich zu erregen und sich auf seinen erigierten Penis zu setzen. Dabei überlässt der Mann der Frau die Arbeit, wie ein Herr, der seine Sklavin schuften lässt während er nichts tut. Auf diese Weise übt der Mann subtil eine geistige Gewalt über das Bewusstsein der Frau aus, die letzten Endes nur der Dominanz des Mannes folgt. Diese Bilder sind nach meiner sexualpsychologischen diagnostischen Analyse der Körpersprache alles andere als feministisch. Sie sind bloss als feministisch getarnt, um heimlich die Frauen zu männerdominiertem Sex zu manipulieren. Wieder ist es die Frau und ihre Psyche, die benutzt und rücksichtslos von aussen durch den Mann gesteuert wird.
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Antwort von tobi the man vor 1 Jahr
blablabla. liebe feministinnen bitte haltet euch etwas zurück mit der unterdrückung durch die bösartigen männer. wer ging denn 50 shades of grey schauen 😉? anstatt so zu übertreiben wendet ir euch lieber wichtigeren dingen zu und seid etwas sehr viel flexibler...
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Antwort von A vor 1 Jahr
Liebe Feministin, Es ist uns allen bewusst das der Mangel an Sex bei Mann und Frau eine harte Probe ist. Sex gehört zu den Grundtrieben der Menschen, ist also ein Grundbedürfnis. Es ist ja auch leider oft so das Menschen denen ein Grundbedürfnis verweigert wird oder wegen anderen Gründen nicht erfüllen können oft mit Neid zu kämpfen haben. Deshalb meinen Rat an Dich: Anstatt über die gesunde und ausgelebte Sexualität von anderen Menschen zu Nörgeln und dein Neid hinter dem Vorschein von Feministischen Kampf zu verbergen, versuch doch mal Deine Feindliche Attitüde zur Seite zu setzen und die Unterschiede den einzelnen Bedürfnissen den Menschen zu akzeptieren. Ja wir haben alle den gleichen Wert jedoch ist die Libido und Welt der Menschlichen Beziehungen komplizierter als das. Wenn Du das akzeptieren kannst findest auch Du eine(n) PartnerIn die Dich zu dem allersehnte Höhepunkt führen kann. Bitte aber hör auf ein falsches Weltbild den Menschen die sich selber noch suchen zu unterbreiten. Obwohl ich auch weiss das dies nicht dein Ziel ist wirst Du so mehr Leid auf diese Welt bringen. Herzliche Grüsse, A
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Antwort von pu vor 9 Monate
ehrlich gesagt liest sich das eher wie der kommentar eines mannes der versucht den feminismus der sich in erika lusts arbeit ausdrückt mit dem stilmittel der ironie zu diffamieren. hab ich recht "empörte feministin"?
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