In Lebensgefahr für das perfekte Insta-Foto

Ein 20-jähriger Londoner erklimmt die höchsten Wolkenkratzer und springt dem Tod regelmässig von der Schippe. Das alles für den Kick und den Fame auf Instagram.

Dominic Chentrens aus London, Grossbritannien, gehört seit zwei Jahren der Urbex- und Rooftopping-Community an. Urbex steht für Urban Exploration, also Stadterkundung, während Rooftopping (oder auch Roofing) die Praxis bezeichnet, bei der Leute ungesichert möglichst hohe Gebäude erklimmen, um von ganz weit oben Fotos und Selfies zu schiessen.

Mit gerade mal 18 klettert Dominic mit drei Kollegen das erste Mal ohne Sicherung auf einen Kran. 120 Meter Luftlinie trennen ihn und sein Leben vom Asphalt unter ihm. «Das Gefühl, das mich erfasste, werde ich nie vergessen. Es war, als könnte ich fühlen, wie meine Höhenangst meinen Körper verlässt und sich in Höhensucht verwandelt», erzählt er im Interview mit «The Tab».

Niemals mit Sicherung

Neben der Suche nach ständigem Nervenkitzel in schwindelerregenden Höhen, gehört auch die Entdeckung neuer, unerforschter Ecken und aussergewöhnlicher Perspektiven seiner Heimatstadt London zu Dominics Passion. Auf Sicherheitsgurte und anderes Equipment, das die Chance eines möglichen (und gar nicht mal so unwahrscheinlichen) Unfalltodes verringern könnte, verzichtet er prinzipiell: «Es geht nur um mich und meine Hände. Es wäre sonst nicht derselbe Nervenkitzel. Dieses Gefühl, am Abgrund zu stehen – es lässt mich das Leben erst so richtig wertschätzen.»

Das bisher höchste Gebäude, das der wagemutige Abenteurer bisher erklettert hat, sei «The Scalpel», ein noch nicht ganz fertiges Gebäude im Bankenviertel. Der Rohbau beeindruckt mit einer Höhe von rund 190 Metern. «Seit meinem letzten Besuch wurde das Haus noch viel höher gebaut. Ich will unbedingt wieder hin!», schwärmt er.

Die rechtliche Lage ist uninteressant

Für seine besten Instagram-Fotos treibt es den jungen Mann aber nicht nur gen Himmel, sondern auch ganz tief unter die Erde. Er habe genauso ein Faible für verlassene Tunnelsysteme des Londoner Undergrounds. Auch hier lauert ständig die Gefahr: Gross ist die Chance, sich in den dunklen Gängen zu verirren oder durch einstürzendes Gebälk lebendig begraben zu werden.

Mal ganz abgesehen von den körperlichen Gefahren, sei sein Hobby auch nicht ganz legal. «Widerrechtliches Betreten gewisser Gebäude oder Bereiche wird im Vereinigten Königreich einfach nur als unerlaubte Handlung bezeichnet und kaum rechtlich belangt. Darüber mache ich mir die wenigsten Sorgen.»

Wir wünschen dem Guten jedenfalls Hals- und Beinbruch (oder lieber nicht) und natürlich eine gesunde, glückliche Zukunft. Ob mit oder ohne waghalsige Fotos auf Wolkenkratzern.


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26 Kommentare

Fritz the cat vor 8 Monate
Wenn der bei sowas stirbt, habe ich kein Bedauern. Die Familie kann dann Photos von seinem zerschmetterten Körper zeigen.
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Brigitte vor 8 Monate
Bilder von solch verantwortungslosen, kindischen Kicksucher sollten nicht veröffentlich werden.
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Kletterer vor 8 Monate
Hört doch auf mit diesen bescheuerten Titeln bei Artikeln über Leute, die schwindelfrei sind! Jedes Kind kann auf einen Kranklettern, und solange man nicht runterfällt, ist das nicht gefährlich. Schon mal als Kind auf einen 5 Meter hohen Baum geklettert? Wenn man da runterfällt und blöd landet, ist man genauso tot wie wenn man von 100 Metern runterfällt. Ob ich nun auf einer Kante in 100 Metern Höhe sitze oder auf einer Parkbank - die Wahrscheinlichkeit, dass ich runterfalle ist Null. Oder sind Sie schon mal von einer Parkbank runtergefallen?
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Antwort von Chris vor 8 Monate
Nur können das die heutigen Goofen in ihrem vorauseilendem Gehorsam, ihrer Angepasstheit und Technologiegläubigkeit gar nicht mehr nachvollziehen. Zu was ein trainierter Körper fähig ist - sofern man ihn effektiv spürt und nicht nur über Smartwatches kontrollieren lässt - haben sie keine Ahnung. Aber im Motzen und Neiden über Menschen, die noch Leben statt nur zu existieren, da sind sie dabei.
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