Aladdin ist zu braun – bekommt hellhäutige Konkurrenz

Die Realverfilmung des Disney-Klassikers hat einen neuen Charakter: Einen blonden, blauäugigen Prinzen, der den übrigen Cast des Films nicht zu dunkelhäutig erscheinen lassen soll.

Seit bekannt wurde, dass Disney seinen Zeichentrickklassiker «Aladdin» neu verfilmen will, reiht sich ein Skandälchen an das nächste. Wie kaum ein anderer Hollywoodfilm der letzten Jahre schaffte es diese familienfreundliche Story über die Liebe zwischen einer Prinzessin und einem Taschendieb schon vor Produktionsbeginn, die Gemüter zu erregen.

Rassistischer Aufschrei

Angelehnt an die «Geschichten aus 1001 Nacht» spielt die Story spielt in der fiktiven Stadt Agrabah, irgendwo in einem fiktiven arabischen Land. In Zeiten des Terrors, der Internet-Trolle und Trumps Präsidentschaft ist allein die Besetzung der Verfilmung einen Aufschrei wert.

Nach heftigen Diskussionen und Spekulationen über die Herkunft der Darsteller-Riege stand schliesslich fest, dass – passend zum Setting im Mittleren Osten – nur nicht-weisse Schauspielerinnen und Schauspieler gecastet wurden. So übernimmt Will Smith die Rolle des Dschinni und der ägyptisch-stämmige Mena Massoud spielt Aladdin höchstpersönlich.

Zur Rettung: Prinz Anders

Der rassistische (und absurde) Backlash liess natürlich nicht lange auf sich warten – die Realverfilmung würde ein Flop werden, «niemand» wolle sich einen Kinderfilm voller dunkelhäutiger Charaktere ansehen. Erst schien es tatsächlich, als würden das Produzententeam und Regisseur Guy Ritchie nichts auf derartige Drohungen geben.

Aber Whitewashing und Rassismus sind noch lange nicht vorbei. Disney gab jetzt bekannt, dass die Rolle des «Prinz Anders» von keinem geringeren als Billy Magnussen gespielt werden soll. Du fragst dich jetzt wahrscheinlich: Prinz Wer? Und das fragst du dich zurecht.

Basic White Guy

Wohl um das Ensemble an tollen farbigen Künstlern ein bisschen «aufzuhellen» und massentauglicher zu machen, kreierten die Leute von Disney mal eben eine vollkommen irrelevante neue Rolle, die der Originalstory absolut nichts beizutragen hat. Besagter Prinz Anders soll als Aladdins schöner, blonder, blauäugiger Gegenspieler um die Gunst von Prinzessin Jasmin fungieren. WTF?

Aber hey – wozu eine wunderbare Geschichte einfach so belassen wie sie ist, wenn man sie umdichten und mit Müh und Not noch einen langweiligen Basic White Guy reindrängen kann? Hollywood lässt grüssen.


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82 Kommentare

Andy K. vor 2 Monate
Gut, und jetzt bitte noch eine unwichtige Nebenrolle für Halbwüchsige, Behinderte, Homosexuelle, Transgender, Asiaten und am besten noch eine richtig feministische Jasmin... Oder einfach was mir am liebsten wäre. Lasst einen Aladin Film einen Aladin Film sein und nicht in einem politisch überkorrekten Wirrwar zu einer Lachnummer werden.
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Marco vor 2 Monate
Wieder mal nur Halbwahrheiten. Der erste grosse Aufstand kam von Links, weil die Schauspielerin Naomie Scott (Jasmin), als Halbinderin und Halbweisse, keine Araberin ist und dies als Whitewashing gesehen wurde. Man kann es ihnen nie recht machen. Absurd, vor allem weil in der Originalgeschichte, Aladdin eigentlich ein Chinese ist, der Jasmin am Ende gar nicht kriegt. Und wenn dann Blackwashing betrieben wird, stört es die Leute wieder nicht. Comicadaptionen mit klaren Vorgaben scheinen besonders betroffen zu sein. Idris Elba (Heimdall/"Dark Tower"), Will Smith (Deadshot/"I am legend"/"Men in Black"/"Wild wild west"/"I, Robot"), Jason Momoa (Aquaman), Morgan Freeman("Shawshank Redemption"), Omar Sharif("Doctor Zhivago "), Naomie Harris (Ms. Moneypenny ), Gal Gadot (Wonder Woman), Dwayne Johnson ("Hercules"), Michael B. Jordan (Human Torch), Samuel L Jackson(N. Fury), Halle Berry (Catwoman), M. Clarke Duncan(Kingpin), Jamie Fox (Electro/"Annie"), Chiewetel Ejiofor (Mordo) Laurence Fishburne ("Man of Steel"/"Hannibal"), Mos Def ("Hitchhiker t.t. Galaxy"), Denzel Washington("Manchurian Candidate"), Ludacris("Max Payne"), Peter Mensah("Spartacus") und viele viele mehr.
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Antwort von Dani B. vor 2 Monate
Liebevoll Geschrieben! Bravo! ...aber was ist "links"'?
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Antwort von Marco vor 2 Monate
Sollte doch eigentlich klar sein. Im Artikel werden zurecht rechte weisse Rassisten kritisiert. Ignoriert aber, dass es genauso linke und "nicht-weisse" Rassisten gibt, die sich gar zuerst über genau dieselbe Idiotie beschwert haben. Und es sind genau jene, die dann kein Problem mit Blackwashing haben und auch für Diversität sind, ausser wenn es ein Quotenweisser sein soll. Solche einseitigen Berichte machen dann die Kluft nur grösser, dank auch dem üblichen Seitenhieb an Trump und Trollen. Was man jetzt Tillate zugute halten kann, ist dass Kritik bis jetzt dem Anschein nach nicht zensiert wird. Da sind andere Medien ja komplett auf dem Kreuzzug. p.s. im Trickfilm, gab es ja einen anderen Prinzen. Den machen sie halt jetzt weiss und geben ihm eine grössere Rolle, was vielleicht eine grössere Dynamik und Tiefe erschaffen könnte, die eine Realverfilmung definitiv braucht.
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