Wieso liebt ihr alle diesen schlechten Nerd-Porno?

Kein Anime wird derzeit so gehypt wie «Devilman Crybaby». Zwischen unglaublich blutigen Gewaltszenen und einer Menge animierter Brüste findet man jedoch kaum mehr, als vorhersehbaren Plot und eine bestenfalls flache Story.

Seit einigen Tagen ejakulieren Kritiker und Anime-Fans regelmässig vor Geilheit brüllend in ihre Unterhosen. Metaphorisch gesprochen zumindest (vielleicht auch nicht). Der Grund dafür heisst «Devilman Crybaby» und ist die neueste Netflix-Adaption des Devilman-Klassikers von Kult-Manga-Zeichner Gō Nagai. Ist eventuell noch wichtig. Keine Ahnung.

Zwei Folgen, dann kennst du alles

Um nämlich einen wichtigen Punkt gleich mal vorwegzunehmen: Ich bin kein Anime-Kenner und habe bis auf ein paar Folgen «Sailor Moon» (mit etwa acht Jahren) und «Chihiros Reise ins Zauberland» (fand ich nicht so besonders) keinerlei Erfahrung oder Zugang zu diesem Genre. Nachdem ich aber eine Reihe unglaublich enthusiastischer Kritiken gelesen habe und mir flammende Lobeshymnen von vielen Kollegen zu der Serie anhören durfte, gab ich mich geschlagen.

Und ich habe tatsächlich die zehnteilige Staffel durchgezogen. Bin zwar zwischendurch mal aufgestanden, um mir die Beine zu vertreten, die eine oder andere Packung Zigaretten zu rauchen oder mit meiner Mutter zu telefonieren – aber den Grossteil von «Devilman Crybaby» habe ich dann doch noch mitbekommen. Und das hätte ich auch getan, wenn ich nach der ersten Folge eingeschlafen und zur zehnten wieder aufgewacht wäre.

Dünne Storyline, dafür viele Nippel

Ganz ehrlich. Ich wüsste gerne, welche Serie die Schreiber der ganzen Reviews gesehen haben, die von atemberaubender Animation, völlig neuartigem Plot und einem so unerwarteten, besonderen Staffelfinale reden, das dich dein gesamtes Leben in Frage stellen lässt. Ohne jetzt grossartig spoilern zu wollen: Nach fünf Minuten der ersten Folge kennt man schon den ach so überraschenden und beeindruckenden Plot-Twist am Ende. «Plot-Twist». 

Auch der Rest von «Devilman Crybaby» mit seiner mehr als flachen Storyline – 16-Jähriger Nerd besucht Sexparty, die in Todesorgie ausartet, verschmilzt mit einer Art Teufel und versucht nun, die Welt vor bösen Dämonen zu befreien, während er die Höhen und Tiefen der ersten Liebe erkundet und zu viel Mascara trägt – ist wahrlich keine intellektuell schwere Kost. Selbst die vielgerühmten und sich inflationär wiederholenden Sex- und Gewaltszenen werden schnell langweilig. Da können noch so viele Brüste wippen, Dämonen-Nippel abgebissen und Gedärme herumgeschleudert werden.

Pubertäre Teenie-Träume

Das ganze Gemetzel, die ständigen, völlig unpassenden Sex- und Masturbationsszenen und die teils ziemlich unangenehmen, beinahe peinlichen Dialoge (kann natürlich an der Übersetzung liegen – ich verstehe leider kein Japanisch) kommt mir so vor, als hätte eine Gruppe 14-Jähriger versucht, ihre Vorstellung einer Zeichentrickserie «für Erwachsene» umzusetzen.

Was die allgemeine Bildsprache und den hochgelobten Zeichen- und Animationsstil angeht, wage ich es nicht, mich zu ausufernd zu äussern. Dazu habe ich – wie gesagt – nicht genug Zugang und Erfahrung mit Animes und Mangas. Mein Ding ist dieses minimalistische Chaos jedenfalls nicht.


 


Kommentar schreiben

66 Kommentare

Mega-Jürgen 3000 dlx vor 6 Tagen
Es wirkt, als wärst du, Verfasser dieses Artikels, irgendwo psychisch sehr stark an diesem Anime angeeckt. Es tut nicht gut, sich durch etwas zu quälen, was man nicht mag. Und hör auf zu rauchen - deine Mentalität scheint unharmonisch genug zu sein.
0
0
Antwort
vor 17 Tagen
Wenn ihr mal nen echten "Nerd-Porno" sehen wollt, gönnt euch Hentaihaven xD
2
0
Antwort
n00b vor 23 Tagen
Was ist das Problem? Splatter-Filme werden Jahr für Jahr gefeiert. Immer wieder. Aber Gewalt in etwas gezeichnetem? Nee.
23
3
Antwort
Julian Hoegger vor 24 Tagen
Alles klar, du hast von nichts eine Ahnung und schreibst eine Rezension dazu. Geiler Journalismus, echt interessant.
65
4
Antwort
video
Du datest wahrscheinlich keine Jungfrau

Du datest wahrscheinlich keine Jungfrau

Typ verdient monatlich 6000 CHF dank virtuellen Drogen

Typ verdient monatlich 6000 CHF dank virtuellen Drogen

Unsere schönsten Leser waren mal «hässliche Entlein»

Unsere schönsten Leser waren mal «hässliche Entlein»

Touristen schänden gestrandeten Wal

Touristen schänden gestrandeten Wal