Welche Musik verherrlicht Drogen am meisten?

Hip-Hop, Rock oder Country? Eine Studie untersucht, in welchem Musikgenre am meisten über Drogen gesungen wird. Das Resultat überrascht.

Wenn der US-Rapper Future jeden zweiten Track seiner Liebe zu Drogen widmet, beruft er sich dabei auf eine alte Tradition der Kunstszene. Goethe schrieb angeblich gerne mit mehreren Flaschen Wein intus, der klassische Komponist Hector Berlioz komponierte laut verschiedenen Quellen auf Opium und Stephen King tippte seine Horrorromane acht Jahre lang auf Kokain. Dass Drogen und Kunst genauso zusammengehören wie Pommes und Ketchup ist längst kein Geheimnis mehr.

Songtexte analysiert

Gerade Musikerinnen und Musiker scheinen einen Hang zu exzessivem Drogenkonsum zu haben, den sie – mit ihrer Vorbild- und Repräsentationsfunktion – natürlich in Videos und Texten abfeiern. Die amerikanische Präventionsorganisation Elements Behavioral Health nahm Musik der letzten 80 Jahre unter die Lupe und versuchte der Partnerschaft zwischen Drogen und Musik auf den Grund zu gehen. Die Studie untersuchte Songtexte verschiedener Genres auf Drogenerwähnungen und kam auf ein überraschendes Resultat: Es sind weder Rapper wie Future oder Pop-Sternchen wie Miley Cyrus, die die meisten Songs über Gras, Kokain oder MDMA schreiben. Auf dem Drogenthron sitzen nämlich Country-Stars.

Ganz ehrlich: Das überrascht uns, denn auf der Spitze des Drogentreppchens hätten wir eigentlich die Hip-Hop-Szene vermutet. Die Diskografie von Cypress Hill oder Snoop Dogg könnte man ungekürzt als Marihuana-Manifest veröffentlichen, kaum jemand singt so viel über Xanax wie Chance The Rapper oder Lil Wayne. Und die ganze Cloud-Rap-Szene wäre ohne Lean wahrscheinlich auch nicht die selbe.

Drogenmusik: Jazz und Country

Trotzdem toppt die Country-Musik den Hip-Hop trotzdem ohne mit dem Schnurrbart zu zucken. Der Studie zufolge erwähnen nämlich 1.6 Prozent aller Country-Songs Drogen – in erster Linie Gras, danach folgt Kokain und zuletzt Meth. An zweiter Stelle folgt der Jazz – das lässt sich wohl auf das fulminante Schaffen und den fast noch fulminanteren Heroinkonsum des legendären Saxophonisten Charlie Parker zurückführen. Weiter geht die Liste mit Pop, elektronischer Musik, Rock, «andere» und Folk. Hip-Hop stellt mit Drogenerwähnungen in nur 1.3 Prozent aller Songs das Schlusslicht dar. Da kann man nur sagen: Mama ist stolz auf all die anständigen Gangster-Rapper!

344 Mal über Gras gerappt

Die Studie erfasste noch weitere interessante Details, beispielsweise die Künstler mit den meisten Drogenreferenzen. Immerhin: Hier hat Hip-Hop doch noch das gepulverte Näschen vorne. Konkret haben die Kottonmouth Kings in etwa gleich viele Anspielungen auf Gras in ihren Texten versteckt, wie Lil’ Jon «Yeahs» von sich gibt. Nämlich 344 Stück. Hut ab, Joint rein – das ist eine reife Leistung!

Also liebe Leute: Wenn euch am nächsten Familienfest die CVP-Tante oder der Bünzli-Onkel einen Vortrag über die «böse, drogenverherrlichende Rap-Musik» halten möchte – legt Sidos «Mama ist stolz auf dich» auf und erinnert sie daran, dass ihre Country-Lieblinge wie Johnny Cash mehr Pulver in die Nase gezogen haben, als Kunstschnee in den Schweizer Alpen liegt. Danach wird euch niemand mehr wegen eurer Musikwahl verteufeln. 


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49 Kommentare

Alter Sack vor 8 Monate
Da können die meisten Rockmusiker nur müde lächeln... aber genau wenn man Leute sind wie Ozzy sprechen hört oder weiss, dass Slash seit langem einen Herzschrittmacher har, weiss mannauch warum Drogen scheissgefährlich sind.
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min favorit vor 8 Monate
ganz klar: Ländlermusig!
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Reggea vor 8 Monate
Was ist mit dem Lied "smoke two joints" oder "jamming"?
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Snoop vor 8 Monate
Willie Nelson, ist doch klar!
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