So wohnen die Cosplay-Stars der Schweiz

Der Luzerner Fotograf Severin Pomsel lichtet Cosplayer in voller Montur ab – und zwar in deren Wohnungen. Wir haben den kreativen 23-Jährigen bei einem seiner Shootings begleitet.

Severin Pomsel ist selbstständiger Fotograf mit den Spezialgebieten Tourismus, Landschaftsfotografie und Werbung. Ganz nebenbei studiert der Fleissige im zweiten Semester «Camera Arts» an der Hochschule Luzern. In diesem Zusammenhang entsteht auch das Projekt «Cosplayers at Home», das sich mit Cosplay, LARP, Steampunk und anderen Trends und Subkulturen auseinandersetzt.

Verbissenheit und Perfektion

Heute besucht er Sara G. aus Ebikon. Die 20-jährige Katzenmami arbeitet als Assistentin des Direktors einer bekannten Privatuni, studiert «Internationales Management» und ist seit ihrem 14. Lebensjahr in der Cosplay- und Lolita-Szene unterwegs. Für Severins Projekt dürfen wir ihre superkitschige Wohnung bestaunen, beim Shooting dabei sein und ein bisschen mehr erfahren.

«Dass sich erwachsene Menschen kostümieren und in neuen Charakteren und Rollen völlig aufgehen – das ist spannend», erklärt der junge Künstler seine Idee. «Das Spiel mit der Identität ist sehr interessant für mich. Andererseits natürlich auch der gewaltige kreative und oft auch finanzielle Aufwand, der hinter diesen Outfits steckt. Die Verbissenheit und die Perfektion dahinter finde ich so faszinierend.»

Intime und private Atmosphäre

Für sein Projekt war es Pomsel besonders wichtig, eine andere Seite der Cosplayer zu zeigen. Sie aus dem Kontext der Conventions und Events herauszunehmen und sie dort zu portraitieren, wo sie ihren Alltag verbringen und wirklich sie selbst sind: Zuhause. «Eine Wohnung sagt viel über ihre Bewohner aus. Es ist eine sehr intime, private Atmosphäre und zeigt, wer wirklich hinter den aufwändigen Kostümen steckt.»

Er persönlich könne sich mit der Cosplay-Szene nicht definieren. Der Anreiz dafür fehle Severin, den nötigen Enthusiasmus dafür aufzubringen. Seine Freundin wiederum sei durch seine Recherchen für das Projekt selbst intensiver mit dem Thema in Kontakt gekommen und bastle derzeit schon an ihrem zweiten Kostüm. So ist es ganz klar, dass sie natürlich auch Teil der Fotostrecke geworden ist.

Nerdig, mittelalterlich, spiessig – alles dabei

Bisher haben – neben Sara – rund zehn Menschen zwischen 18 und 41 Jahren aus der ganzen Schweiz Severin und seiner Kamera ihre Türen geöffnet. «Man kann kein Muster erkennen, da sind Versicherungssachbearbeiter, junge Leute in Ausbildung und Studenten dabei. Auch die Wohnungen gleichen einander wenig.» Von richtig nerdigen Einrichtungen voller Poster, Figuren und Kostümen, über mittelalterliche Deko bis hin zu typischen Schweizer Einfamilienhäusern, fast schon ein bisschen spiessig sei alles dabei gewesen, erfahren wir.

Die entstandenen Portraits sollen Teil eines Gemeinschaftsprojektes des gesamten Jahrgangs der Hochschule werden. In einer grossen Gruppenausstellung präsentieren alle Mitwirkenden ihre Arbeiten von 31. März bis 9. April am Nylsuisseplatz 1 in 6020 Emmen. Zudem produzieren die Künstler in Eigenregie ein begleitendes Buch mit Erläuterungen und allen Sujets.


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29 Kommentare

Andreas vor 2 Monate
Schade dass nicht alle berücksichtig worden sind. Es gibt weitere Cosplay in der Schweiz.
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Dario87 anime fan vor 2 Monate
Was heisst kitsch im fall von sahra das sind einfach ganz normale Anime fan artikel die habe auch ich zuhause
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Mio vor 2 Monate
Wie kann man nur? Fiktiv verkleiden als Manga-/Comic-/Gamefigur??
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Gischel vor 2 Monate
Mega cool Sevi!! ☺ wiiters soooo! Guido und Mischi
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