Kiffer sind also doch keine Idioten

Endlich haben es auch die Forscher begriffen! Die Intelligenz leidet nicht unter Cannabis-Konsum, belegt eine neue Studie. Das böse Gras ist – fast – harmlos.

Wir hören unsere Mütter schreien: «Teufelszeug!» Die Furcht, ihr Kind könnte wegen ein paar Joints verblöden oder im Drogensumpf versinken, ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Zumindest im ersten Punkt können wir ihr endlich Paroli bieten.

Englische Forscher wollten herausfinden, ob IQ und die schulischen Leistungen von Jugendlichen im Zusammenhang mit ihrem Cannabis-Konsum stehen. Spoiler: Tun sie nicht. 2235 britische Schüler zwischen 8 und 16 wurden gefragt, wie oft sie vor ihrem 15. Lebensjahr Marihuana konsumiert hatten. Teilnehmer, die mindestens 50 Mal kifften, unterschieden sich weder in ihrem IQ noch in den Ausbildungsergebnissen von den Nicht-Kiffern.

Zwillinge als Beweis

Wem das Resultat noch zu wischiwaschi ist, dem haben die Amerikaner was zu sagen. Die Universität von Südkalifornien hat nämlich 789 Zwillingspaare von ihrem neunten Lebensjahr an zehn Jahre lang begleitet. Einer der Zwillinge kiffte, der andere nicht. Da ihr Erbgut fast identisch ist und sie im gleichen Umfeld gross werden, waren eineiige Zwillinge hervorragend für diese Studie geeignet.

Die Marihuana konsumierenden Zwillinge verloren im Lauf der Studie zwar vier IQ-Punkte, so aber auch ihr enthaltsames Geschwister. Die Intelligenzeinbusse müsse also von einem äusseren Umstand beeinflusst worden sein, meint der Autor der Studie, Nicholas Jackson.

Zuviel des Guten

Die Resultate von Jacksons Studie lassen darauf schliessen, dass der Marihuana-Konsum nicht dumm macht. Aber: «Kinder, die in der Mittelstufe intellektuell stagnieren, neigen dazu, irgendwann in ihrem Leben Marihuana zu konsumieren.» Als hätten sie mit den schlechten Noten nicht schon genug Probleme.

Wer denkt, er könne sich jetzt gemütlich und ohne schlechtes Gewissen zudröhnen, der wird enttäuscht. Denn: exzessiver und dauerhafter Cannabis-Konsum lässt die Gehirnleistung abnehmen. Ausserdem haben «einige Untersuchungen gezeigt, dass bei übermässigem Kiffen das Risiko steigt, an einer Psychose zu erkranken oder Selbstmord zu begehen», wie die «Washington Post» schreibt.

Und so landen wir einmal mehr bei einer allgemein bekannten Weisheit: Alles soll in Massen genossen werden. Wie langweilig.

(Foto: flickr.com/Rafael Castillo)


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52 Kommentare

K.A. vor 2 Jahre
Also ich habe 18 Jahre täglich mehrere Joints geraucht... Seit einem Monat habe ich vom einen auf den anderen Tag aufgehört, da mir langsam die Unsicherheit wegen des Führerausweisesentzuges zu hoch war... Man fährt halt immer illegal, obwohl man bestimmt nicht schlechter unterwegs ist, als wenn man am Vorabend das eine oder andere Bier trinkt! Ich habe zwei gesunde Kinder, bin Selbstständig und führe ein nahtloses Leben! Man darf nur nicht an die Unsummen denken, welche man teils in dubiosen Läden ausgegeben hat!
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Ernst vor 2 Jahre
Studien sind irtümer auf dem neusten stand. Im algemeinen solche studien nerven das hat nichts mit realität zu tun alles bullshit!
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. vor 2 Jahre
Es gibt auch zahlreiche Studien, die das Gegenteil beweisen...
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Biologe der lesen kann. vor 2 Jahre
Lernt lesen verdammt. Die Studie beweist nicht, dass es harmlos ist, es hat nur keinen hinwesw auf Schädlichkeit bewiesen. Ist nicht das selbe. Auch sind die kiffenden Zwillinge dümmer, als die Zwillinge, bei denen beide nicht kiffen. Und die Menge und wie regelmäßig gekifft wird. Wurde auch nicht untersucht
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