«Ein Traum aus Bier – und ich mittendrin!»

Praktikant in einer Brauerei – ein Traumjob? Unser Autor wagte den Test und besuchte einen Tag lang das Werk von Feldschlösschen.

Ich bin zwar kein Freund von Klischees, aber als Student, Journalist und Musiker gehört Bier genauso fest zu meinem Alltag, wie Trash-TV zu einem gelungenen Abendessen. Als mir Feldschlösschen ein Bierpraktikum anbot, nahm ich also sofort an, packte mir ein paar Salzstangen (für die Elektrolyten) in den Rucksack – gute Vorbereitung ist die halbe Miete – und fuhr nach Rheinfelden zum Hauptsitz des Getränkegiganten.

400 Hektoliter in der Stunde

Bis zu 400 Hektoliter werden hier stündlich gebraut – das heisst in rund vier Stunden wird hier genug Bier produziert, um den Bedarf des Openairs St. Gallen zu decken. Neben den Brauern – ausgebildete Lebensmitteltechnologen – arbeiten hier Chemiker, Biologen, Logistiker und selbst Pferdeführer und professionelle «Biertester». Habe ich endlich meinen Traumjob gefunden?

Trinken bei der Arbeit ist ein No-Go

Mein Enthusiasmus wird etwas gebremst, als mir die Mitarbeiter mitteilen, dass der Bierkonsum während der Arbeitszeit leider nicht (mehr) zum Alltag gehört. Schuld ist nicht nur die SUVA, sondern auch der technische Fortschritt: Das Brauen an sich ist bereits dermassen automatisiert, dass an einem durchschnittlichen Tag nur eine Hand voll Menschen mit dem Herstellen von Flüssiggold beschäftigt ist.

Fürs Brauen zuständig sind ausgebildete Lebensmitteltechnologen mit Schwerpunkt Bier – ein Job, der immer noch mit vielen Traditionen verbunden ist, beispielsweise mit einem epischen Fassanstich bei der Abschlussfeier. Ansonsten ist der Job heutzutage – wie so vieles anderes – ziemlich computerlastig: Man überwacht diverse Kenn- und Messzahlen am Bildschirm und betreibt ein wenig Feintuning. Alles andere erledigen Maschinen. Mein Traumbild von angetrunkenen Bierbrauern in Latzhosen, die mit grossen Holzrudern in Bottichen Bier umrühren, zerbricht. Schade.

Degustation: Immerhin besoffen

Dennoch ist das Praktikum ein voller Erfolg: Mich begeistern die komplexen Maschinen, die hunderttausende Flaschen pro Tag befüllen – und vor allem begeistert mich die Verköstigung am Ende. Regelmässig werden hier neue Geschmacksrichtungen entwickelt und getestet – mehrheitlich bei internen Mitarbeitern, unter denen sich selbst eine kleine Profiriege herausgebildet hat. 

Mit der Hoffnung, ich könne ebenfalls ein professioneller Biertester werden, stürze ich mich in die Arbeit. Beziehungsweise: Ich stürze Bier. Mein Lieblingsbier («Braufrisch») erkenne ich tatsächlich in einem Blindtest. Aber danach ist mein Latein ziemlich rasch am Ende. Während mein Gegenüber zwei Minuten über die Farbe eines Dunkelbiers referiert, kann ich abschliessend nur feststellen, dass ich etwas besoffener bin als zuvor. Immerhin: Alleine für diese Erkenntnis hat sich der Ausflug schon gelohnt.  


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12 Kommentare

Rechnen kann ich Schreiben naja vor 5 Monate
Badewanne hat ca. 140l Füllmenge. Für 1l Bier werden 200g Weizen gebraucht. Ergiebt ca 28kg Weizenverbrauch für ein einziges Bad. Jeder der das macht ist ein dekadenter Vollidiot.
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Bierliebhaber vor 5 Monate
Feldschlösschen als Bier zu bezeichnen grenzt ja fast schon an Ironie... selten so eine Pfütze getrunken- Halt eben Heineken und Carlsberg - genau der gleiche Mist
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Ich vor 5 Monate
Feldschlässchen = Heinecken
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Antwort
Antwort von Kurt vor 5 Monate
Feldschlösschen gehört Carlsberg, nicht Heineken.
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