«Mit 17 Jahren ist man quasi manisch depressiv»

Wir haben mit der Regisseurin des Jugenddramas «Siebzehn» über verliebte Mädchen, Eifersucht und Sehnsucht gesprochen und sie gefragt, was den Film so einzigartig macht.

Monja Art kommt aus Niederösterreich, ist 33 Jahre alt und ist Regisseurin. Ihr erster Spielfilm «Siebzehn» lief letzte Woche in den Kinos an. Darin geht es um die erste Liebe, Herzschmerz, Freundschaften und die üblichen Zickereien, die man während der Pubertät erleben darf.

Der Film spielt im Hochsommer in Lanzenkirchen, dem Heimatdorf der Regisseurin. Ein kleiner Ort in dem es ein Internat gibt, eine Dorfdisco und ziemlich viele Felder rundherum. Die 17-jährige Paula lebt dort mit ihrer Schwester und ihrem hilfsbedürftigen Vater. In der Schule ist sie Klassenbeste und auch sonst recht beliebt. Doch sie ist heimlich in ihre Mitschülerin Charlotte verliebt, die wiederum einen Freund hat. Eine unerfüllte Sehnsucht, die an ihr nagt.

«Ich würde nicht wieder 17 sein wollen»

Monja hat uns im Interview verraten, was sie an der Jugend mit all ihren Problemen faszinierend findet und ob sie gerne wieder 17 wäre: «Nein. Zwar hab ich immer noch einen Hang zum Drama, glaube aber, dass diese Zeit eine emotional doch sehr fordernde Zeit ist – manisch depressiv quasi. Das ist doch sehr anstrengend. Und aufwühlend. Eine sehr intensive Phase.»

Der Film lebt von stillen Momenten, in denen sich die Teenager anschweigen und dabei trotzdem viel sagen. Dazu meint die junge Filmemacherin: «In der Jugend weiss man ja oft nicht, was man will, man kann es auch schwer artikulieren. Auch die Figuren im Film können das oft nicht. Sie sind überfordert mit dieser Fülle an so unterschiedlichen Gefühlen.»

«Wir wollen immer das, was wir nicht haben können»

Das Gefühl der Sehnsucht war ihr besonders wichtig und dass die sehr jungen Akteure authentisch rüberkommen. Deshalb dauerte alleine das Casting ganze eineinhalb Jahre, bis alle Schauspieler beisammen waren. Vor allem der Charakter der Paula sticht heraus. Sie spricht kaum und trotzdem verlieben sich so ziemlich alle in sie. Warum eigentlich? «Sie ist stark und selbstbewusst. Und wirkt doch auch unerreichbar, was einfach etwas Geheimnisvolles hat. Wir wollen doch immer die am liebsten, die wir nicht haben können», erklärt uns Monja das Paula-Phänomen.

Alles andere als gewöhnlich

Das Ende des Dramas wird seinem Genre gerecht und lässt uns mit einem Gefühl der Ungewissheit zurück. Denn Monja mag keine Happy Ends: «Wenn am Schluss alles gut ausgegangen wäre, hätte uns das im Moment glücklich gemacht, aber wir hätten den Film sofort wieder vergessen.» Doch Siebzehn ist eben kein Film, den man schnell wieder hinter sich lässt und aus den Gedanken verliert.

Als Zuschauer können wir Paulas Gefühle verdammt gut nachvollziehen und selbst diejenigen unter uns, die die Pubertät schon hinter sich haben, fühlen sich wieder wie 17. Bis jetzt lief der Film allerdings erst in den deutschen und österreichischen Kinos an. Ob er auch in der Schweiz ausgestrahlt wird, ist noch unklar. Dazu meint Monja: «Darüber ist mir aktuell nichts bekannt, aber ich würde mich natürlich darüber freuen und werde das sogleich an unseren Weltvertrieb weitergeben».


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6 Kommentare

Anonym vor 7 Monate
Hört auf zu jammern, Jael und Nico, eure Probleme interessieren niemanden, und ea wird auch niemand die Kosten für euer zum-Psychologen-Rennen übernehmen.
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Reto vor 7 Monate
Warum nicht? Homosexuelle haben oft das Problem, dass ihre Liebe unerreichbar ist das nagt sehr stark an der Psyche, denn man muss sich verstecken, darf die Gefühle nicht aussprechen, muss sich dafür sogar noch schämen und sorry es gibt doch wirklich Haufenweise Hetero Liebesgeschichten.
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Peter Vogel vor 7 Monate
Muss sich eigentlich jede neue Serie oder Film nur noch um Lesben oder Schwule drehen? Ist ja nicht so, dass die Mehrheit auf der Welt homosexuell ist und daher nur noch solche Inhalte sehen will. Praktisch jede Beschreibung eines Filmplots aus dem Jahr 2017 beginnt mit "Der schwule Charakter xy hat...blah blah"....Gääääähn.
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Antwort von LoveTheSame vor 7 Monate
Genau wegen solchen Menschen wie dir muss es so sein. Wir leben im Jahr 2017 und es sollte normal sein aber nein es gibt soviele die etwas gegen Homosexuelle haben! Wir sind auch nur Menschen, sollen wir uns verstecken weil wir auf das gleiche Geschlecht stehen? Ich finde es muss noch einiges gemacht werden bis es normal ist und wir in der Öffentlichkeit nicht fertig gemacht werden. Diese Filme sind ein grossartiger schritt in diese Richtung! PS: Du musst diese Filme ja nicht schauen😉
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