Schweizer will Flipperkästen wieder hip machen

Ein Aargauer Grafiker erobert mit seinem stylischen Flipperkasten unsere Retroherzen. Jetzt sammelt er mittels Kickstarter Geld, um in Produktion zu gehen.

Weisst du noch was ein Flipperkasten ist? Die bunten lauten Spielkästen aus den 80ern, bei denen du ein kleines Bällchen immer wieder nach oben schiesst und dabei möglichst viele Punkte erzielen musst? Auch wenn die Kästen damals einen richtigen Boom erlebt haben, heute sind sie aus den Lokalen und Bars – zusammen mit der Dauerwelle – verschwunden.

Schade eigentlich, dachte sich der Schweizer Grafiker und Künstler Alain Schibli aka Lain. Für seine Masterarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste musste er sich letztes Jahr dem Spielen widmen. Dabei kreierte er den Makerball zum Selberbasteln: «Heute ist unsere Gesellschaft so leistungsorientiert, dass das Spielen an sich kein Thema mehr ist. Computergames ausgeschlossen. Ich wollte zurück zum realen Spielen», erklärt er uns.

«Heute beeindruckst du keinen mehr mit blinkenden Monsteraugen»

Eineinhalb Jahre tüftelte Lain an seinem Flipperkasten, der so gar nicht aussieht wie die hippen Teile aus den 80ern. Kein buntes Geblinke, keine nervigen Soundgeräusche. Dazu meint der 35-Jährige: «Heutzutage kannst du damit keinen mehr beeindrucken, weil unser ganzer Alltag eine Reizüberflutung ist. Die Menschen sehnen sich eher nach was Ruhigem und Meditativem. Das Rollen des Balles ist durchaus meditativ.» Passend dazu hat der Schweizer das Design des Makerballs so schlicht wie möglich gehalten.

Erfahrung im Produktdesign hat der Kreativkopf allerdings genug. Als Freelance-Grafiker konnte er sich die letzten zehn Jahre beweisen und mit grossen Firmen wie Carhartt, Diesel oder auch Gnu Snowboards zusammenarbeiten. Gerade deshalb wollte er wieder ein eigenes Projekt starten und versucht jetzt über Kickstarter 35‘000 Franken zu sammeln, um hundert Stück seines Flipperkastens zu produzieren.

Beine gibts auch dazu

Wer sein Projekt mit mindestens 239 Franken unterstützt, bekommt im November einen Baukasten zugeschickt mit fertig geschnittenen Holzteilen und ein paar kleinen Hindernissen, die man dann individuell platzieren kann. «Ausserdem möchte ich, dass der Spieler kreativ wird und eigene Hindernisse aufbaut», fügt Lain an. Für hundert Franken mehr gibt es auch die Beine dazu.

Lain weiss, dass das nicht sehr billig ist: «Der Preis liegt vor allem an der Arbeit, die im Makerball steckt. Ich möchte sie unbedingt in der Schweiz produzieren lassen und hier sind gute Schreiner einfach teurer als irgendwo in Asien. Ausserdem bekommt man für sein Geld wirklich gute Qualität zugeschickt.»

Noch 23 Tage bis zum Ziel

Bis jetzt hat der Grafiker schon einen Drittel des Geldes zusammen und ist täglich mal mehr, mal weniger zuversichtlich, dass er sein Ziel in den nächsten 23 Tagen erreichen wird. Falls es aber nicht klappen sollte, hat er einen Plan B bereit: «Dann lasse ich einfach nur 50 Stück von meinem eigenen Geld produzieren und verkaufe sie so.» Wir hoffen allerdings, dass er es beim ersten Versuch schafft, denn beim Anblick des Makerballs fangen unsere Finger an zu zucken und wir würden gerne das kleine Bällchen so oft es geht nach oben spicken lassen.

Diejenigen, die trotzdem nicht ohne digitalen Touch auskommen, können den Flipperkasten durch einen Micro Controller zum Selberanbringen und einer dazu passenden App erweitern, um damit ihre Spielpunkte zu zählen. Den Controller müsste man sich allerdings selber besorgen. Kostenpunkt etwa 20 bis 50 Franken.


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7 Kommentare

Flipflipflop vor 10 Tagen
Mir sind Flipper lieber als Spinner *lol*.
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Zombie vor 11 Tagen
Interessanter Artikel, Danke Laura!! Dieser Mann ist Klasse und zwar absolute Klasse, mein grösstes Kompliment Alain!! In der Tat, die Flipperautomaten gibt es schon sehr lange, soweit ich mich noch an die Geschichte daran erinnern kann, kamen die ersten Kästen gegen 1870 oder 1871 auf dem Markt und Diese waren überhaupt nicht anderst hergestellt, wie seine Kästen, die Er selber erbaut hat, KLASSEEEEE mein Freund, bravissimo! Dieser Mann ist ein Visionair und Künstler der obersten Stufe. Stellt Euch vor, während andere in seinem Alter schon längstens irgendwelche IT Experten oder sonstige Computerexperten sind, so hat Er wohl nicht viel Acht darauf gegeben und bevorzugt viel lieber etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, DAS IST ES was manchen des heutigen Mainstream fehlt, alle nur noch am PC oder Playstation oder Smarties.....oh Verzeihung, ich meinte natürlich Smartphones online gamen und noch das Gefühl haben zu müssen, dabei völlig gesund zu bleiben. Es ist leider ein weitverbreitender Fakt und brutale Tatsache, das heute selbst Kindern mehrheitlich vor den Pc` s gestellt werden, ich habe gehört, dass es die Computern schon in den Primatschulen gibt, ich finde das einfach traurig. Manchmal habe ich das Gefühl, das die Umerziehungspolitik und die Globalisierung daran arbeitet, den Menschen das handwerkliche arbeiten und selbstständiges Denken wegzaubern zu wollen, ich hoffe das ich mich täusche!! Persöhnlicher Kommentar für Alain : Lieber Alain, Du bist einzigartige Spitze, mach unbedingt weiter so und wenn Du tatsächlich das Gefühl hast, niemanden mit Deiner Arbeit beeindrucken zu können so hast Du Dich jetzt total getäuscht, weil Du mich sehr beeindruckt hast. Wenn ich reich wäre, dann würde ich alle Deine Kästen abkaufen, dass kannst Du mir glauben. Sogar meine Dame und ich, haben seit immer die Angewohnheit, immernoch alte Brettspiele und mit den vintage Flippern zu spielen, ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Glück, dass Du weiterhin mit Deiner Arbeit auch ohne viel Geld darin glücklich sein kannst und widme Dir eines meiner absoluten Lieblingsliedern weltweit, Dankeschön und alles Gute!!!!!
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Lisa vor 11 Tagen
Es ist absolut totaler Blödsinn, dass Spielen in der Zwischenzeit out wäre ausser am TV. Die ganzen Spielwarenhersteller haben überhaupt keine nennenswerten Einbussen. Und ich kenne mindestens 20 Pubs wo auch immer noch Flipper stehen die rege genutzt werden.
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boerny vor 12 Tagen
So ein absoluter Schrott...die Welt geht definitiv unter...Ich als Flippermeister hätte dem eine 1 (Schweiz) gegeben.
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