«Wir bekommen Sexfilme aus aller Welt zugeschickt»

Cindy Gallop will unser Sexleben verbessern. Deshalb gründete die selbsternannte Aufklärerin das Portal «MakeLoveNotPorn». Warum die Plattform nichts mit einem Schmuddelfilmseite gemeinsam hat, erklärt sie uns im Interview.

Cindy Gallop ist eine echte Powerfrau. Die Engländerin mit chinesischen Wurzeln ist bekannt für ihre energiegeladenen Reden und ihren Spruch: «I’d like to blow shit up – I am the Michael Bay of Business». Und das glauben wir ihr sofort. Nur wenige treten so selbstbewusst auf die Bühne wie die 57-Jährige, wenn sie mit ihren Visionen unser aller Sexleben revolutionieren will. Als erfolgreiche Werberin und Rednerin berät sie Firmen auf der ganzen Welt. Dies in den Gebieten Werbung, Markenaufbau und Unternehmensstrategie.

Auch ihre eigenen Unternehmen weiss sie zu führen. Etwa das Sexportal «MakeLoveNotPorn». Die Seite hat es zum Ziel, den Unterschied zwischen Sex in Pornos und echtem Geschlechtsverkehr zu erklären. Und die Geschäftsfrau geht noch einen Schritt weiter. Auf «MakeLoveNotPorn.TV» können wir uns gegen eine monatliche Gebühr, Videos von echten Pärchen beim Sex anschauen. Dabei ist es Cindy besonders wichtig, dass ihre Webseite nicht mit einem Pornoportal verwechselt wird.

«Jeder mag was anderes im Bett»

Der Unterschied zwischen Pornos und «echtem Sex» sei ganz deutlich zu sehen, sagt uns die Sexpertin: «Unsere Videos fokussieren nicht andauernd auf die Geschlechtsteile, sondern zeigen auch das Drumherum. Ausserdem bleibt die Kamera auch nach dem Sex an, so dass man die Gespräche und das Kuscheln danach sieht.» Damit verfolgt sie eine klares Ziel: Kommunikation ist das Wichtigste für richtig guten Sex. Pärchen müssen deutlich sagen, was sie mögen und was nicht.

Um die Authentizität der Videos zu garantieren, schauen sich die Gründerin und ihr Team jeden hochgelandenen Clip von Anfang bis Ende an. «Wir bekommen die Videos aus der ganzen Welt zugesendet und halten mit unseren Darstellern engen Kontakt.» Für die MakeLoveNotPorn-Stars, wie Cindy sie nennt, können die Videos richtig viel Geld einbringen. Laut der Gründerin verdiene ein Paar in 18 Monaten rund 10‘000 Dollar.

Wo ist das sextaugliche Auto?

«Nichts gegen Pornos, aber sie verfälschen unser Sexualleben», meint Cindy. «In Pornos wird der Frau stets eine bestimmte Rolle zugeteilt, bei uns können sie selbst bestimmen, wie sie sich geben wollen», meint die 57-Jährige. Sie weiss etwa auch, dass der weibliche Blick auf die Sexualität noch zu wenig beachtet werde.

Die clevere Geschäftsfrau ist sich sicher, dass Sex endlich gesellschaftstauglich werden sollte, denn damit lasse sich noch viel Geld verdienen. «Die grossen Firmen untersuchen alles, nur nicht wie wir Sex haben. Wo ist das Auto, in dem man bequem miteinander schlafen kann? Wo die Matratze, die deine Stossbewegungen abfedert?»

Scheiss auf gesellschaftliche Normen

Um ihre Ideen zu verwirklichen, fehlen ihr aber bisher die Sponsoren. Ganz grossen Unternehmen ode Sponsoren würden das Gebiet von Erwachsenenfilmen meiden. Auch dann, wenn es dabei um Aufklärung gehe, ärgert sich Cindy: «Wir müssen aufhören, uns unser Sexualleben von dem alten, weissen Mann diktieren zu lassen.» Von gesellschaftlichen Normen hält sie nichts: «Ich lebe meine Sexualität bewusst offen aus. Ich will ein Vorbild für junge Frauen sein. Wir können selbst entscheiden, was wir wollen und was uns glücklich macht. Das sollen wir ausleben.»


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13 Kommentare

Lauren vor 3 Monate
Sponsoren;Kondomfirmen(in ihren Filme werden zum Teil Kondome verwendet),Bayer(Verhütungsimplantat,Esure-Steri) etc. sollte doch kein Problem sein Sponsoren zu finden.
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Stefan vor 3 Monate
Cindy Gallop ist nicht nur IRGENDEINE, sondern DIE Person, die um die Thematik von Pornokonsum und Sexualleben immer wieder auftaucht. Ganz toll ist auch ihr TED Talk, den sie vor ein paar Jahren hielt, wo sie die Gedanken hinter MLNP genauer erläutert. Ich teile ihre Bedenken und bewundere ihre Stärke. Es sollte wirklich möglich sein, offener über das Sexualleben reden zu können. Dann würden sich einige Klischees im Bett auch recht schnell verpuffen.
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Sissiboy vor 3 Monate
Fehlt; "Sugar Daddys." auch Amateurvideos für Jungs sind selten,(keine Pornos)
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Antwort von Sascha vor 3 Monate
Sissiboy,für Dich und mich perfekt ;Siver Daddys
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