Eltern dürfen von ihren Kindern Geld verlangen

Wer noch zu Hause lebt und schon verdient, kann das Leben richtig geniessen. Oder doch nicht? Wir haben abgeklärt, ob dein Geld wirklich dir gehört.

Die meisten von uns können es kaum erwarten, wenn sie mit der Lehre endlich den ersten Lohn bekommen. Endlich Shoppen so viel wir wollen, sich jeden tollen Film im Kino reinziehen oder mal mit den Kumpels ausgiebig Znacht essen. Nach der ersten Euphorie landen wir aber meist wieder auf dem Boden der Tatsachen. Denn viele von uns leben während der Lehrzeit noch im Hotel Mami und Papi und – wenn wir mal ehrlich sind – haben wir noch keine Ahnung, wie viel das Leben tatsächlich kostet.

Kaum verwunderlich, führen wir mit unseren Eltern oft stundenlang unangenehme Gespräche über unseren Umgang mit Geld und ob wir sie mit unserem Lohn unterstützen sollten. Der ein oder andere von uns gibt zuhause monatlich einen ganzen Batzen ab – freiwillig oder weil er es muss. Aber ist das wirklich fair? Und können uns die Eltern wirklich zwingen, unser hartverdientes Geld auszuhändigen?

Das Leben kostet mehr als du denkst

Ursula Grimm weiss, wie schwierig dieses Thema sein kann. Sie arbeitet als Budgetberaterin und kennt die Diskussionen rund um die Abgaben im Elternhaus. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: «Einige Eltern sind einfach darauf angewiesen, dass sie von ihren Kindern finanziell unterstützt werden, weil sie selbst sehr wenig verdienen. Andere wollen ihren Kindern aufzeigen, was das Leben kostet», meint die Expertin.

Aber können uns Mama und Papa wirklich zwingen, unser Geld abzugeben? «Ja, können sie. Im Zivilbuch steht zwar, dass die Kinder ihr Geld selbst verwalten, allerdings dürfen die Eltern einen angemessenen Betrag für den Unterhalt verlangen, wenn der Sohn oder die Tochter noch zuhause lebt», meint die Expertin. Die Kinder sollten mit ihrem Lohn ihre Fixkosten wie Freizeit, Handy, Abos, Mittagessen und Krankenkasse selbst bezahlen – was dann noch übrig bleibt, dürfen die Eltern also einfordern.

Wer mehr verdient, gibt mehr ab

Klingt eigentlich ganz fair. Doch streiten sich viele Elternpaare mit ihrem Nachwuchs über die Freizeitkosten wie Kino, Party oder Kleidung. Grimm rät deshalb: «Die Eltern müssen ihren Kindern aufzeigen, dass ihnen selbst gar nicht so viel übrig bleibt für die eigene Freizeit. Die Lernenden überrascht das oft, weil sie noch nicht einschätzen können, wie teuer das Leben ist.»

Die Budgetberaterin ist sich jedoch bewusst, dass es generell keinen Einheitswert gibt und dass es in der Verantwortung der Erzeuger liegt, nicht zu viel zu verlangen: «Wer einen Lohn von 400 Franken hat, deckt damit knapp Kosten für Freizeit, Handy, Kleider und Körperpflege. Vielleicht liegt sogar noch das Bahn-Abo oder ein Sparbetrag drin.» Wichtig sei es, dass die Lernenden wissen, wie sie mit ihrem Geld am besten umgehen.

Wir wollten von euch wissen, ob und was ihr zu Hause bezahlen müsst. Die Antworten seht ihr im Video.


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61 Kommentare

Mardith vor 4 Monate
Ich selber will ich von meine Tochter kein Geld verlangen, wennn Sie erst Lehre machen. Da meine Tochter hat noch zu wenig Geld verdienen. Ich bin total happy wenn meine Tochter immer noch bei mir lebte. Da stört mich nicht.
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Leidgeprüfter Grossvater vor 7 Monate
Raus, und zwar direkt nach der Schule: nur so lernt Jael, dass man im Leben nicht fremdfinanziert wird und, dass ihre unverschämte Erwartungshaltung falsch und unangemessen ist. Ebenso wie es eine Frechheit ist, Fremde (Grosseltern oder "Göttis/Gotten") mit Geschenk- oder "Erlebnis"wunschlisten zu belästigen.
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Nonsense vor 9 Monate
Kinder dürfen von ihrem Geld Eltern verlangen.
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vor 9 Monate
Ich muss nichts zahlen, da meine Geschwisster Studieren und somit von meinen Eltern Finanziel auch unterstüzt werden. Somit finden sie es nicht Fair wenn ich auch noch zahlen müsste allerdings wäre ich auch einverstanden etwas ab zugeben wenn sie mich darum bitten würden.
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