Deutschland hat jetzt eine Hip-Hop Partei

Seit Mai gibt es in Deutschland eine neue Partei. Bestehend aus ein paar Hip-Hop-Aktivisten, die über Liebe, Frieden und Gleichheit sprechen. Klingt cool. Aber bis sie wirklich kandidieren dürfen, braucht es noch ein paar Stimmen.

Gerade feiert eine frisch gegründete Partei in Deutschland mediale Aufmerksamkeit: Die Urbane. Eine Hip-Hop-Partei, wie es auf ihrer offiziellen Facebookseite heisst. Doch worum geht es eigentlich? «Wir im Vorstand leben die Hip-Hop-Kultur schon seit den 70er- und 80er-Jahren und wollen die positiven Werte, die wir aus der Szene mitgenommen und erlebt haben, endlich in die offizielle Politik einfliessen lassen», erklärt uns Parteimitgründer Fabian Blume.

«Der Ursprung des Hip Hops war schon immer hochpolitisch. Es ging darum, Probleme gewaltfrei zu lösen und stattdessen durch kreative Wettbewerbe wie Rap- und Breakdance-Battles zu bewältigen», erzählt Blume weiter.

Gewaltverherrlichend und Frauenfeindlich oder etwa nicht?

Klingt eigentlich sehr friedlich, trotzdem hat Hip-Hop durch gewaltverherrlichende und frauenfeindliche Raptexte nicht unbedingt den besten Ruf. Dazu meint Blume: «Unser Programm ist ganz klar antirassistisch, antidiskriminierend und für Gleichberechtigung. Wir wollen und müssen uns allerdings von solchen Texten nicht abgrenzen, da sie Missstände in der Bevölkerung und Bildungsdefizite aufzeigen – und genau darum sollte sich die Politik ja kümmern.»

Das Parteiprogramm der Urbanen, die sich als Zeitgeist-Partei sieht, unterscheidet sich in vielen Punkten kaum von anderen linken und humanistischen Parteien. Sie wollen sich etwa für eine bessere Vernetzung von Stadt und Land, soziale Wohnungen, bedingungsloses Grundeinkommen und effizientere Ressourcennutzung einsetzen.

Näher, moderner, menschlicher

«Was uns von anderen Parteien unterscheidet, ist, dass wir viel näher an den Menschen dran sind und mit ihnen zusammenarbeiten. Offizielle Poltikererfahrungen haben wir nicht wirklich, aber viele von uns haben schon Tanz-Workshops für sozialbenachteiligte Kinder und andere Projekte geleitet und das sind auch politische Aktivitäten», erzählt uns Blume. Eben eine Partei, die sich aus der Hip-Hop-Szene gebildet hat – aus der Perspektive des Volkes: «Das ist unsere grösste Stärke».

Kritische Stimmen halten die Urbane allerdings für wenig bundestagtauglich. Ihrer Meinung nach passt die Sprache der Hip Hopper und das generelle Auftreten der Szene nicht in die Politik. Auf solche Meinungen entgegnet Blume: «Wir betonen, dass es uns um die Werte der Musik und das Menschennahe geht.» Gerappt und getanzt wird nur bei Veranstaltungen für potentielle Wähler. Vor seinen Politikerkollegen wird dann wohl auch Fabian Blume Anzug und Krawatte tragen, damit seine Forderungen ernst genommen werden.

Wird schon klappen

Bis die Urbane aber tatsächlich für den Bundestag im Herbst kandidieren darf, braucht sie mindestens einen Landesverband. In diesem Fall haben sie für den Verband Berlin schon die Hälfte von zweitausend Stimmen. «Alleine an unserem Gründungs-Jam, an dem wir auch Tanzshows und Musik organisiert haben, kamen alleine 300 Stimmen zusammen. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich.»


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6 Kommentare

Zombie vor 5 Monate
Interessanter Artikel, Dankeschön Laura! In der Tat, Rap enstand aus der Armut und wer war an deren Armut daran Schuld? Der Weinachtsmann oder der Schneemann, he? Neeeeeeeeee, die Politik war daran Schuld. Es fing alles an bei den schwarzen Sklaven. Sie entwickelten schon damals eine Art Sprechgesang, weil die Sklaven weder Anrecht auf Musikinstrumenten hatten noch weniger auf eine gute Verpflegung aber den Rhytmus der Musik, haben Sie seit Ihrer Entstehung schon immer im Blut gehabt und in der Tat, kein anderes Volk in der ganzen Welt ist musikalischer als die Blacks, mein grösstes Respekt. Später kam dann Louis Armstrong und andere Kultleuten und ich habe hier noch Schallplatten von Ihm, wo man schon damals in den 30igern eine Art Jazzrap darin hören konnte. Noch später kam dann die Discomusic und genau aus Dieser entstand dann auch der Rap, gemischt mit Funk, Jazz, Soul und R.Blues und da es mich schon in den 70igern gab, kann ich es nur bestätigen, dass die Rapmusik seit Ihrer moderneren Weiterentwicklung in den 70igernm sich praktisch NUR aus der Politik entstanden ist! Es ging um ein Stadtteil in der USA, die Bronx! Die damalige Politik, verfrachteten ganz viele Blacks, Asiaten, Latinos und auch Weisse in diesem kaputten Stadtteil und hatte nicht grosses Interesse daran, dass Diese sich auch in anderen Stadtteilen ausbreiten durften, Bronx / Harlem waren einst mal zwei der ärmsten Stadtteile der USA und genau aus Dieser Armut wurde die Rapmusik revolutioniert. Es handelte sich dabei NUR um die damalige Politik. Später, so gegen Ende der 70iger Jahren und anfangs 80igern, kam der Rap auch nach Europa, speziell erst in Frankreich, danach Deutschland und Schweiz. Rap bedeutet seit immer das Leben und wir leben seit immer in und mit der Politik, ob wir des wollen oder nicht, spielt keine Rolle, es ist nun mal so. Ich wundere mich nur, dass es bis heute keine sogenannte Rappartei jemals gegeben hatte und soweit ich Herr Blum verstanden habe, so muss ich sagen, Er und seine Leuten wagen es tatsächlich, dazu hat Er und sein Volk mein allergrösster Respekt. In der Rappolitik, ging es niemals um Linke, Grüne, Rosas, Violetten oder Pinkige nenene in einer Hip Hop Politik ging es nur um gewisse Ungereimheiten, um Sachen, Die man besser machen könnte, denn wenn man in den 70igern schon dabei war, so ging es tatsächlich nur um das soziale Leben, wo eben genau das Gegenteil war also Asozial! Es soll mir mal Einer sagen, dass heute, egal wo in der gesamten Welt, in der Politik alles bestens, fehlerfrei und sehr gut läuft, na WO BITTE? Nirgends!!! Der Deutsche ist mit der Politik in seinem Land nicht zufrieden, der Italiener ist auch nicht mit der Politik in seinem Land zufrieden, der Spanier ebenfalls nicht und was ist mit dem Schweizer hmmm? Ist etwa der Eidgenosse vollkommen zufrieden mit der Politik in seinem Lande he? Ich glaube das wisst Ihr alle als wahre Eidgenossen besser als sonst jemand! Und genau da liegt der Punkt aller Punkte, da haben sich ein paar Oldschoolboys aus den 70igern zusammen getan in Deutschland und denken dass Sie die ungeraden Fakten in der Politik mit den damaligen Rap nicht nur Songs und Texte verfassen zu wollen sondern auch eine Partei daraus zu gründen, warum nicht? Die tun wenigstens etwas richtiges, denn wenn man heutzutage in den grossartigen Hip Hop Videos darin sieht, wie diese sich vollsaufen oder vollkiffen und vollkoksen und die frauen alle als Huren darstellen und auch so behandeln und dauernd versuchen, die Gangstern hochzupreisen etc dann wähle ich aber sicher viel lieber Herr Blume und sein Volk!!! Noch eine persöhnliche Mitteilung für Blume und sein Volk : Hey mein Bester, Danke das es noch solche wie Du gibt, ich bin stolz auf Dich, mach nur weiter so denn mein Segen und Wille hast Du absolut dazu, ich widme Dir noch ein altes Video, wo zu unserer Zeit ein absoluter Knaller war, Peace my Brother!!! Besten Dank für die Aufmerksamkeit!!!
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Stefan vor 5 Monate
Ein Zeichen dass diese Leute noch nicht in der Realität angekommen sind. Aber gut, vielleicht verlieren so Grüne, Linke und SPD ein paar Stimmen an diese Träumer. Mit Liebe und Gleichheit gegen Terror und massive Kriminalität auf den Strassen Deutschlands. Kein Tag an dem nicht mehrer Frauen von Migranten sexuell attackiert werden. Das löst man nicht mit Blablabla über Liebe und Gleichheit.
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Träumen erlaubt. vor 5 Monate
Och je, das hatten wir doch alles schon. Hippie, Hip Hop, wo ist der Unterschied? Gut gemeint, realitätsfremd und mehr oder weniger nutzlos. Träumt weiter aber bitte dann auch mal erwachen.
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Jojo Was Noch vor 5 Monate
Erst 300 Unterschriften von 2000........ Das wird Knochenhart die restlichen 1700 zusammen zu bekommen. Ich glaube da ehrlich gesagt nicht so recht dran das es gelingen wird die fehlenden Unterschriften zu finden. Menschen sind sowas von träge wenn es darum geht für etwas mit der Unterschrift hinzustehen.
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