Kontroverse Serie tötet Minderheiten

Das Serien-Remake des 80er-Jahre-Kultfilms «Heathers» ist mindestens so bösartig wie das Original. Die tiefschwarze Satire nimmt dabei keine Rücksicht auf Political Correctness – und das gefällt nicht allen.

Die coolste – und gleichzeitig gefürchtetste – Clique der der «Westerburg High» ist zurück: Heather, Heather, Heather und – Veronica. Der US-Sender «Paramount Network» (Viacom; MTV) schickt ab 7. März mit dem Remake der schwarzen Komödie «Heathers» aus dem Jahr 1988 die namensgebenden Antiheldinnen wieder auf eine Mission: Der Welt zu zeigen, wer die wahren Boss-Bitches sind.

Aber hey! Wir haben 2018 und das bedeutet: Plot-Twist! Die privilegierten, weissen, durchwegs bösartigen Charaktere aus dem Original sind in der neuen Serie zwar nicht weniger bösartig, dafür aber umso bunter. Die Milllennial-Heathers bestehen nämlich aus einer schwarzen, lesbischen Heather, einer genderqueeren Heather und nicht zuletzt der übergewichtigen, «körper-positiven» Queen-Bee-Heather, die das Zepter fest in der Hand zu halten scheint.

Wenn Instagram dein Leben zerstört

Regina George aus «Mean Girls» wirkt wie ein zahmes Lämmchen neben dem glamourösen Trio Infernale, das mit perfekt gesetzten Lidstrichen nicht nur Instagram dominiert, sondern auch über die Schule mit eiserner Faust und unerbittlicher Political-Correctness-Härte regiert. Nur ein negativer Insta-Post der Heathers kann das Leben eines jeden noch so männlichen und ach so heterosexuellen Muskelpakets zerstören.

Obwohl die Heathers ganz klar als Antagonistinnen dargestellt werden, baut die gesamte Serie zum grossen Teil auf dem Witz, Charme und boshaften Egotrip der drei Glamazonen auf. Und genau hier setzten viele Kritiker schon vor der Ausstrahlung der ersten Folge an: Während die Erstverfilmung als satirische und sozialkritische Darstellung die weissen, reichen Bösewichtinnen der Reihe nach qualvoll umkommen liess, geht es nun den Minderheiten an den Kragen:

Showrunner Jason Micallef erklärt hierzu im Interview mit «Entertainment Weekly»: «Ich sehe die Heathers nicht als Bösewichte. Die drei sind unglaublich mächtig und regieren die Schule – sie sind die Personen, die wir alle gerne sein würden.» Dem können wir nur beistimmen – auch wenn die Kritiken diesmal (im Gegensatz zu manch anderen Kleinigkeiten, die einen mächtigen Aufschrei hervorbeschwören) sogar recht nachvollziehbar sind.

Wir haben uns im Vorfeld die erste Folge reingezogen, um uns ein Bild zu machen. Und ganz ehrlich – die Bedenken, dass hierdurch ein falsches Zeichen über die Position von Minderheiten gesetzt werden könnte, können wir nicht teilen. «Die Idee ist, dass zu viel Macht jeden korrumpiert und wir alle eigentlich nur Arschlöcher sind, die nur an sich selbst denken», sagt Schauspieler Brendan Scannell, der die männliche/genderqueere Heather verkörpert. Und dieser Ansatz kommt auch rüber.

Makabrer Trash und deepe Selbstironie

Abgesehen davon ist die Serie ein Feuerwerk an Makaberismen, popkulturellen und tagesaktuellen Referenzen und tiefschwarzem Humor. Ohne die Fähigkeit zur Selbstironie zu verlieren, scheut das Remake weder vor trashigen Jokes, noch vor tiefergehenden politischen und philosophischen Ansätzen zu Themen wie Moral, Gerechtigkeit und sozialer Klassifizierung nicht zurück. Dieser Mix – und der unglaublich tolle Cast – macht «Heathers» definitiv zu einem der Serienhighlights des Jahres.


 

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5 Kommentare

marko 33 vor 4 Monate
Lustig! Linksgrünen Idioten auf die Fresse hauen!
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0
Antwort
Mensch vor 4 Monate
Political Correctness ist das überbewerteste Wort unseres Jahrhundert.
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Patalux vor 4 Monate
Und ab wann und wo kann man das sehen??
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Antwort
Patrick vor 4 Monate
Das ist nur die Antwort auf diesen verquert ideologischen Genderirrsinn!
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