Es gibt jetzt Tinder für WG-Suchende

Ob bergeweise versifftes Geschirr oder nervige Mitbewohner – die WG-Suche ist nie einfach. Ein Schweizer Startup will dich nun mittels App mit deiner Traum-WG matchen.

Absolut egal in welcher Stadt du lebst – eine Wohnung oder ein WG-Zimmer suchen zu müssen ist meistens furchtbar stressig: Man wird mit Anfragen bombardiert, findet nicht die passende Person oder muss sich mit horrenden Preisen rumschlagen. Diese Situation kennt auch Alex Luckner. Deswegen entwickelte er zusammen mit Programmierer Elia Borser eine App, die dich mit deiner Traum-WG verkuppeln und die Suche erleichtern soll: «Flatmatch». Wir haben das Zürcher Multitalent, das nicht nur Gründer des Startups, sondern auch Arzt und Musiker ist, auf einen Kaffee in der Mensa getroffen.

Hi Alex! Wie bist du auf die Idee gekommen, «Flatmatch» ins Leben zu rufen?

Während meiner Studienzeit habe ich viele Erfahrungen mit WGs gemacht und immer wieder mitbekommen, wie schwierig es für WG- und Mitbewohner-Suchende sein kann, die passende Person zu finden. Ich dachte mir, dass ich gerne so eine App hätte, wie die, die ich nun entwickelt habe. Also habe ich eine Umfrage gemacht, um rauszufinden, ob was dran ist an der Idee. Das Feedback war jedoch positiv – viele fanden das Konzept cool. Das war der Moment, in dem ich mir gesagt habe: Ich mach das jetzt. 

Und wie genau funktioniert eure App?

Zuerst wirst du gefragt, ob du ein Zimmer oder einen Mitbewohner suchst. In beiden Fällen füllst du dann ein Suchprofil aus, in dem es um folgende Fragen geht: Was suche ich? Was habe ich für Vorstellungen über das Zusammenleben und wie bin ich drauf? Zudem kannst du einen kurzen persönlichen Text hinzufügen. Wenn das ausgefüllt ist, rattert bei uns im Hintergrund die Server und unser Algorithmus spuckt dir die passenden Matches aus. Durch die verschiedenen Filter kann alles personalisiert werden.

Hast du selbst auch eine WG-Horrorgeschichte erlebt?

Jein. Das erste Mal als ich mein Zimmer ausgeschrieben habe, landete es auf drei, vier Portalen gleichzeitig. Ich wurde dermassen zugespamt mit Nachrichten. An einem Tag musste ich mich durch 200 Anfragen kämpfen. Wenn ich mir die alle einzeln angeguckt hätte, wäre ich nach drei Tagen noch dran gewesen. Deshalb habe ich einfach nur die ersten zehn Menschen eingeladen. 

Was macht euer Projekt denn besser als «Ron Orp» oder «wgzimmer.ch»?

Bei uns gehts nicht nur um harte Fakten wie Mietpreise oder Wohnfläche, sondern vor allem um das gemeinsame Zusammenleben und die kleinen Dinge, die eben stimmen müssen. Also wie nah zusammengelebt werden soll, wie sauber man wohnen will und wie viel Ruhe man braucht. Wir erstellen dadurch eine kleinere Auswahl, die aber besser passt.

Ihr wollt «Flatmatch» nun crowdfunden lassen. Glaubst du, ihr werdet die 25'000 Franken für die Finanzierung knacken?

Ja, auf jeden Fall. Bis jetzt sieht es ok aus. Ich bin überzeugt, dass es klappt! 

Was macht ihr denn, falls alles in die Hose geht?

Wir machen die Bude zu! Nein, Quatsch. Ich werde dann umso mehr versuchen, im Freundes- und Bekanntenkreis sowie an Startup-Awars Finanzierungen zu finden. Gelingt das nicht, habe ich natürlich immer noch ein festes Standbein in der Medizin und könnte mich gänzlich auf die ärztliche Ausbildung konzentrieren. Oder ich starte wieder ein kleines Musikprojekt – ich liebe Musik! Das ist eine meiner grossen Leidenschaft. Ich habe auch einige Jahre lang in Zürich Gigs gespielt.

Womit werdet ihr euer Geld verdienen, sobald die App läuft?

Wir wollen erstmal die laufenden Kosten decken. Das Geld wollen wir mit geschickt platzierter Werbung reinholen, die zum Beispiel während der Ladezeit in der App abgespielt wird. Natürlich kann man sich auch die werbefreie Version runterladen, die dann ein oder zwei Franken kosten soll und ein, zwei Zusatzfunktionen bietet.

Du glaubst, «Flatmatch» könnte dir den Arsch retten und dich vor WG-Horrorszenarien bewahren? Hier kannst du das Crowdfundingprojekt unterstützen. 

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1 Kommentar

Leon vor 12 Tagen
Super Idee. Endlich mal eine praktische und einfache Möglichkeit eine Wohngemeinschaft zu finden!
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Antwort
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